Wie feiern wir dieses Jahr Weihnachten?

Ob er Weihnachten diesmal so feiern kann wie früher, das ist für ihn eher fraglich: Der Fernmeldetechniker aus dem Osten Rondorfs hat gerade mit viel Glück seine schwere Corona-Erkrankung überstanden, ist erst seit wenigen Tagen wieder aus der Klinik zurück. Dass er seine Familie womöglich nicht sehen kann, schmerzt ihn. Trotzdem möchte er anderen Mut machen, sich jetzt nicht in die Einsamkeit zurückzuziehen. Wie können wir in diesem Ausnahmejahr überhaupt Weihnachten feiern? Darüber machen sich auch die Kirchengemeinden in unserem Veedel intensiv Gedanken und haben eigene Projekte entwickelt.

„Ja, ich habe vor allem nachts große Angst gehabt und erstmals darüber nachgedacht, es könnte mit mir zu Ende gehen.“ Die Stimme stockt noch immer, wenn der hoch gewachsene Rondorfer über die Wochen seit Mitte Oktober spricht. Wochen, in denen er sich so hilflos fühlte wie nie zuvor. Es fing bei ihm an mit Kopfschmerzen, Schüttelfrost, Fieber, Appetitlosigkeit, Rückenproblemen. Er fühlte sich so elend, dass er noch nicht einmal etwas Suppe essen konnte. Doch der Corona-Test war zunächst negativ. Danach drehte sich die Abwärtsspirale allerdings immer schneller: Der Geruchsinn blieb weg, die Atmung wurde zunehmend schwächer. Der zweite Test brachte dann die bittere Wahrheit: Der 62jährige hatte sich tatsächlich mit dem berüchtigten Virus Covid-19 angesteckt. Und musste ins Krankenhaus. Dort wurde auch eine Lungenentzündung festgestellt.

Heute weiß er, dass er sich wohl während einer Autofahrt bei einer älteren Dame infiziert hat, bei der sich ebenfalls ein positives Testergebnis herausgestellt hat. Auch wenn es langsam wieder aufwärts geht, fühlt sich der Mann immer noch arg schwach. Viele Gedanken gehen ihm durch den Kopf. Vor allem hat die kritische Zeit bei ihm ein neues Bewusstsein dafür geweckt, „wie wertvoll Leben ist“. Und dann gibt er noch einen Rat: „Niemand sollte mit seiner Hilflosigkeit allein bleiben. Auch wenn persönliche Kontakte nicht möglich sind, es gibt immer noch das Telefon.“ Gerade für die Tage an Weihnachten und den Jahreswechsel ist ihm das wichtig. 

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