Noten, die Schülern Spaß machen.

In Rondorf ist jede Menge Musik drin. Zum Tag der Hausmusik und der Musikschulen am 22. November hat der SÜDBLICK in die klangvollen Räume von Xylophon geschaut. Denn hier kann man sehr anschaulich hören, warum es ist wieder in ist, ein Instrument zu lernen, selbst in die Tasten zu hauen oder in die Saiten zu greifen. 

Spät am Abend ist im Erdgeschoss noch eine Rhythmus-Gitarre in vollem Einsatz mit hartem Beat. Ein Stockwerk höher erklingt verträumt ein Keyboard. Durch eine andere offene Tür ist das fantasievolle Spiel einer Querflöte zu beobachten. Nur die Trompete steht im nächsten Raum schon etwas ermüdet in einer Ecke. Die Rondorfer Hauptstraße 44 ist ein Haus, das eigentlich nur aus Noten, Instrumenten, mal lauten, mal leiseren Tönen besteht. Seit Februar 2004 ist hier die Musikschule Xylophon zuhause. Sie gilt inzwischen als eine der angesagtesten Adressen im Kölner Süden für alle, die Spaß daran haben, selbst zu musizieren. Also eine Schule, in der Noten den Schülern ausschließlich Freude bereiten. Und weil dieses Freizeitvergnügen wieder voll im Trend liegt, unterrichten inzwischen 15 Lehrerinnen und Lehrer hier mehr als 200 Schüler/innen in fast allen musikalischen Bereichen und Richtungen. 

Als der SÜDBLICK vorbeikommt, sitzt Peter Lüdecke gerade an seiner Gitarre und probiert eine neue Eigenkomposition aus. Er ist als einer der vier Schulleiter zuständig für die Bereiche Musikalische Früherziehung, Gitarre, Flöte und Bandunterricht. Seine Leidenschaft ist es, kreative Talente zu entdecken und zu fördern. Nicht wenige seiner Probanden haben es in Bands geschafft, wo auch er seine Wurzeln hat. Für die Rondorfer „Ackerparty“ ist er einer der zuverlässigsten Partner, beseelt von der unbändigen Lust, immer wieder Neues auszuprobieren. 

Warum die Schule so erfolgreich ist, begründet er so: „Wir sind eine lebendige Musikschule und können Kindern und Erwachsenen vielfältige Möglichkeiten zur Entdeckung und Entwicklung ihrer individuellen musikalischen Begabungen anbieten. Dabei werden alle Stilrichtungen berücksichtigt, um die unterschiedlichsten Interessen unterstützen zu können!“ Ein Blick auf das Kursangebot bestätigt dies. Für die Kinder ist eine umfassende musikalische Früherziehung im Programm. Neben den klassischen Instrumenten wie Klavier, Violine, Cello oder Kontrabass stehen gleichrangig die Bläser mit Saxophon, Klarinette oder Trompete. Natürlich dürfen Gitarre, E-Gitarre und E-Bass nicht fehlen. Wer es lauter mag, kann zum Schlagzeug greifen; wer mehr für das Verspielte ist, findet das Akkordeon. Selbstredend steht auch das beliebte Fach Gesang auf dem Stundenplan. Und ebenso ausgefallenere Instrumente wie neuerdings Ukulele.

Und wie kam Peter Lüdecke selbst auf den Musikgeschmack? Er war ein richtiger Frühstarter: „Für mich stand schon im Alter von sechs Jahren fest, dass ich Musiker werden wollte. Musikschulen gab es damals leider noch nicht und so wurde ich jüngster Flötist des Peiner Spielmannszugs. Ein paar Jahre später hatte ein Freund auf seinem Kassettenrecorder das rote und blaue Album der Beatles. Diese Musik haute mich um. Da es in dieser Band üblich war, Gitarre und Klavier zu spielen, wollte ich das auch können. Gitarrenlehrer waren damals jedoch noch schwer zu finden, aber jede Dorfkirche hatte ja einen Organisten, der auch Klavierstunden gab. Mein erster Gitarrenunterricht war ein Fernsehkurs. Die Gitarre mit all ihren unterschiedlichen Klang- und Spieleigenschaften wurde bald mein Lieblingsinstrument.“

Da haben es junge Talente heutzutage durchaus leichter, die richtige Förderung zu bekommen. Doch wie entdeckt man für sich das richtige Instrument? „Einfach ausprobieren, was Spaß macht“, rät der Notenexperte. Und erzählt wiederum seine eigene Geschichte: „Da ich alle Musikrichtungen liebe, konnte ich mich musikalisch nie festlegen. Ich will einfach alles spielen: Klassik, Jazz, Rock, Pop. Die Musik, die alle Stile miteinander verbindet, wird häufig als Progressive Rock bezeichnet. Hier fühle ich mich musikalisch am wohlsten. Das hört man auch auf „Who´s Singing“, einem Instrumentalalbum mit Eigenkompositionen. 

Bei Xylophon ist man froh, dass der Unterrichtsbetrieb trotz Corona inzwischen wieder gut läuft. Die Hygieneregeln werden penibel beachtet. Peter Lüdecke zieht eine optimistische Zwischenbilanz: „Musikunterricht zu Corona Zeiten funktioniert, aber es gibt natürlich Hindernisse. Zum Glück sind unsere Räumlichkeiten groß genug, um geforderte Sicherheitsabstände einzuhalten und an die Masken haben sich die meisten Kinder schon gewöhnt.“ 

In zwei Jahren kann Xylophon den 25.Geburtstag feiern, denn begonnen hat der Unterrichtsbetrieb eigentlich schon 1997 – zunächst in privaten Kellerräumen. Wenn der Musiklehrer auf diese lange Zeitspanne zurückblickt, ist er durchaus stolz, dass viele, die hier in der Rondorfer Hauptstraße 44 einmal angefangen haben, auch den Sprung ins professionelle Musikmetier gefunden haben. Dann dreht sich Peter Lüdecke noch einmal um, schaut von seinem Vorspielen auf und fragt seine zwei Zuhörer: „Na, wie findet ihr das?“ Daraus soll oder könnte demnächst ein Beitrag auf „YouTube“ werden. Auch solche Ideen gehören in die klingende Welt von Xylophon, dem Haus der tausend Töne von Rondorf. Kontakt: Musikschule Xylophon, Homepage: www.xylophon-koeln.de

Schulleitung: Peter Lüdecke, Dirk Richartz, Thomas Schnepp und Hjalmur Sighvatsson 

Rondorfer Hauptstraße 44, 50997 Köln, Tel. 02233-24171

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