Aufruf: Wer hilft Talia?

Talia, ein fünfjähriges Mädchen aus Immendorf, bittet um Ihre Hilfe. Denn bei ihr hat sich ein bösartiger, sehr seltener Tumor entwickelt.

Der einzige Lichtblick ist aktuell eine Behandlung über die sogenannte Medikamentenstudie ONC201, die bisher nur in den USA und in der Schweiz praktiziert wird. Dieses Medikament soll die Tumorzellen zerstören können, jedoch die gesunden Zellen nicht angreifen.

Dabei wurden bei einigen Patienten schon gute Erfolge erzielt. Doch für diese Therapie übernehmen die Krankenkassen bisher keinen Cent. Die Kosten werden eine sechsstellige Summe erreichen, die keine Familie alleine stemmen kann. Talia und ihre Familie brauchen unsere Hilfe!

Jeder gespendete Euro hilft der Familie in der ohnehin schweren Situation – zumindest in finanzieller Hinsicht. Bitte geben Sie den Spendenaufruf an Ihre Familie, Freunde, Bekannten und Kollegen weiter. Damit  Talia ein sorgenfreies, glücklicheres und gesünderes Leben erhalten kann.

Bitte spenden Sie auf das Caritaskonto der Kirchengemeinde Heilige Drei Könige
DE68 3706 0193 0015 0490 30 bei der Pax-Bank Köln; BIC  GENODED1PAX
Verwendungszweck: „Talia“

Wer mag, kann auch direkt über PayPal spenden.

Bei einer Spende geringer als 200 € genügt ein Kontoauszug als Beleg beim Finanzamt. Bei Beträgen über 200 € wird eine erwünschte Spendenbescheinigung ausgestellt. Bitte geben Sie dann bei der Überweisung Ihre vollständige Adresse an. Die Gelder werden nur diesem Zweck zugeführt.

Veedeltest: Rondorf ist highlight

Tolle Aktion eines jungen Kölner Familienvaters: Mit dem Fahrrad hat Daniel Wauben in den letzten Wochen alle 86 Veedel der Domstadt erkundet. Und zum Abschluss festgestellt: „Rondorf und Umgebung war eines meiner persönlichen Highlights. Einfach sehenswert“. Warum es ihm hier am besten gefallen hat, schildert er im SÜDBLICK.

Es waren die unberührten Felder und die dörfliche Atmosphäre, die ihn am meisten begeistert haben bei seiner Veedelstour rund um Rondorf. Und so fing der besondere Tag an: Am Ostersonntag ist der Geschäftsführer von ChemCologne, einem Branchennetzwerk der chemischen Industrie im Rheinland, mit seiner kleinen Tochter über den äußeren Grüngürtel nach Rondorf und dann Richtung Meschenicher Kiesgrube gefahren. Von dort weiter nach Immendorf zur Kirche und wieder über Rondorf zurück. Über diesen Erlebnistag erzählte Daniel Wauben dem SÜDBLICK: „Der äußere Grüngürtel war bei dem tollen Osterwetter proppenvoll und da war es eine Wohltat, über die vielen Felder einmal Rondorf und Umgebung zu erkunden. So gut wie kein Verkehr, nur wenige Wanderer und Radfahrer. Einfach anders als die innerstädtischen Wald- und Grünanlagen, nämlich mit einem phantastischen, weiten Blick. Fast so wie wir es aus der Eifel kennen, wo wir herkommen. Diese besondere Atmosphäre haben wir ganz besonders genossen. “

Da er Bekannte in Rondorf hat, fragte sich der 40jährige immer wieder, wie es dort wohl aussehen mag. Und was hat ihn dann dort vor allem überrascht? „Uns war zum Beispiel nicht bewusst, dass in Rondorf Spargel gestochen wird. Die Kleingartenvereine kannten wir natürlich auch nicht. Ebenso kannte ich auch die britische Schule nicht. Wir dachten von weitem, dass es eine Kaserne sei“. 

Doch wie kam Daniel Wauben auf die ausgefallene Idee einer Radtour durch alle 86 Kölner Veedel? „Ich spiele eigentlich einmal die Woche Fußball. Als dies aufgrund von Corona flachfiel, dachte ich, etwas körperliche Betätigung zum Ausgleich muss trotzdem sein. Da ich mich eigentlich nur innerstädtisch bewege und die Stadt sonst mit ihren vielen Veedeln leider nicht besonders gut kenne, habe ich mir gedacht, beides miteinander zu verknüpfen. Meine Frau und ich arbeiten beide aus dem Homeoffice. Wir können aber nicht beide gleichzeitig arbeiten, da einer sich immer um unsere Tochter Elisa kümmern muss. 1,5-jährige Kinder können sich leider noch nicht so gut selbst beschäftigen. 😉 Wenn meine Frau arbeitete, schnappte ich mir unsere Tochter und machte eine der Erkundungstouren. Das Wetter war zum Glück sehr gut für dieses Vorhaben“, schilderte er im SÜDBLICK-Gespräch. Eine Idee, sehr zur Nachahmung empfohlen: Urlaub einmal anders – Warum in die Ferne schweifen? Rondorf ist auch schön!

Neu: Schneller rollen nach Rondorf

Mit dem E-Scooter nach Rondorf? Ja, das ist jetzt möglich. Das aus Kalifornien stammende Unternehmen Bird hat unser Wohngebiet an sein Sharing- Angebot angeschlossen. SÜDBLICK-Leserin Jennifer Lierenfeld hat die Idee gleich ausprobiert und ist begeistert. 

„Ich bin mit dem E-Scooter von Michaelshoven in Rodenkirchen zum Großrotter Hof durch den Forstbotanischen Garten gefahren; meine Erfahrung ist äußerst positiv. Der Roller ist nämlich schnell auf- und abzuschließen und eine tolle Möglichkeit, rasch von A nach B zu kommen. Für mich ist dies ein perfekter Zubringer zu den öffentlichen Verkehrsmitteln und auch eine bequeme Möglichkeit, zu Geschäften oder Freunden im nächsten Ort zu kommen. Wenn ich will, bringt mich dann ein anderes Verkehrsmittel weiter oder wieder zurück“, ist ihre praktische Erfahrung. So hat sie die Entfernung von 4,9 Kilometern in 21 Minuten gut bewältigt.

Bird, ein weltweiter E-Scooter Sharing Provider, der zusätzlich auch (Motor)Roller zur Verfügung stellt, hat Rondorf bis zur Reiherstraße/Einkaufsmarkt Edeka an sein Netz angeschlossen inklusive dem ganzen Weißdornweg übers Wasserwerkswäldchen bis zum Verteiler. (Siehe Karte).

Aber auch u.a. in Sürth ist er inzwischen präsent.

Für alle, die es selbst ausprobieren wollen: Was ist zu beachten? Das Prinzip ist relativ einfach. Man lädt sich die jeweilige App auf dem Handy herunter, meldet sich dort an und hinterlegt ein Zahlungsmittel. Sofort kann man auf der Karte abhängig von seinem Standort sehen, wo die nächsten Scooter verfügbar sind. Diese muss man lediglich antippen, reserviert und geht dorthin. Schon wird die Fahrt gestartet. Ab dem Start zahlt man 20 Cent pro Minute sowie einen Euro als Startgebühr. Ab geht es jetzt mit bis zu 20 km/h durch die Stadt. Der Scooter kann überall im Gebiet abgestellt werden. „Aber“, mahnt Jennifer, „bitte so, dass er nicht im Weg steht und an Straßenecken gut zugänglich ist für den nächsten Nutzer.“ Genauso einfach wie begonnen, wird die Fahrt auch wieder beendet: Man gibt dem Handy eine Info, dann schließt es den Roller automatisch ab. Einziger Kritikpunkt: Mit 4,20 Euro war die Tour nicht ganz billig. Dennoch die Gesamtbewertung der Fahrt: *****

Wenn Sie das neue Fahrgefühl auch einmal testen wollen, schreiben Sie dem SÜDBLICK Ihre Erfahrungen: newsletter@dorfgemeinschaft.koeln. Mehr Infos: https://www.bird.co/de/

Besser Radfahren in Rondorf

Ein paar Vorschläge von Tom Grothkopp

Radfahren erlebt einen Boom sondergleichen. Zur Arbeit, in der Freizeit, zum Einkaufen. Mit der wachsenden Zahl von Radfahrern wächst auch deren Selbstbewusstsein. Und doch sind wir noch Jahre von paradiesischen Verhältnissen wie Gent, Kopenhagen und dem, was sich in Paris entwickelt, entfernt. Wie also schaffen wir ein fahrradfreundliches Wohngebiet? SÜDBLICK-Leser/innen haben in den letzten beiden Ausgaben über ihre Erfahrungen berichtet. Tom Grothkopp ist in der Dorfgemeinschaft Experte für moderne Mobilität. Er sagt, wie es bei uns besser werden könnte.

Rondorf liegt mitten im Grün. Rodenkirchen und der Rhein sind keine fünf Kilometer entfernt, zum Dom sind es zehn Kilometer. Die Radwege durchs Grün entlang dem Militärring, durch den Vorgebirgspark und am Ufer des Rheins in die City sind traumhaft schön. Ein perfekter Ausflug führt nach Weiß, mit der Fähre zur Groov in Zündorf, entlang des Rheins über die Rodenkirchener Brücke zurück. Auch durch die ruhigen Straßen unserer Villenviertel Hahnwald, in Rodenkirchen und Marienburg lässt es sich wunderbar radeln. Es gibt keine schönere Art, sich seine Stadt zu „erradeln“. 

Fahrradfahren ist Lebensqualität pur: Mit Bewegung und frischer Luft gesund, absolut umweltfreundlich – und oft schneller, als man denkt. 

Immer mehr Menschen fahren Strecken bis zu zehn Kilometer, mit ihrem E-Bike bis zu 20 Kilometer täglich zur Arbeit und entlasten unsere Straßen und unsere CO2-Bilanz. Auch von Rondorf aus. Was sie jedoch vermissen ist ein Radverkehrskonzept für den Kölner Süden. Paris hat einen Masterplan entwickelt, Kopenhagen hat klare Zielvorgaben, um mehr Menschen zum Radfahren zu bewegen. Köln drückt sich davor. Fahrradstreifen auf den Ringen hat die Bürgerinitiative „Ring frei“ erkämpft, nicht die Politik.

Die Rondorfer warten immer noch auf Querungshilfen über die Brühler Landstraße und den Militärring, auf eine direkte, beleuchtete Fahrradverbindung in die Stadt. Die Radwege entlang der Militärringstraße sind überwiegend in einem erbärmlichen Zustand. Niemand hält es für notwendig, die Magistralen der Kinder in die weiterführenden Schulen so attraktiv zu gestalten, dass „Taxi Mama“ und überfüllte Busse endlich ein Ende haben! Der „Runde Tisch für Radverkehr“ im Bezirk Rodenkirchen bewirkt nichts Spürbares. Die Bezirksvertretung ist willens, aber einflusslos. Immerhin gibt es den ADFC und den VCD als Verbände, die sich um Mobilität jenseits des Autos bemühen.

Doch Radfahren spielt sich auch im innerörtlichen Bereich ab. Rondorf kennt kaum Steigungen, wäre zum Radfahren ideal. Die meisten Straßen haben Tempo 30. Innerhalb von zehn Minuten erreicht man jeden Punkt des Stadtteils. Und doch nutzen verhältnismäßig wenige Menschen ein Fahrrad. Welches sind die Gründe? Am häufigsten wird Angst genannt: Die engen und viel befahrenen Durchgangsstraßen. Die zahlreichen und oft behindernd parkenden Autos. Stets muss man Obacht haben, dass sich nicht unvermittelt eine Autotür öffnet und immer ist damit zu rechnen, dass man abgedrängt wird. Das Gefühl, dass Auto- und Radfahrer gleichberechtigte Verkehrsteilnehmer sind, entsteht dabei nicht. 

In Rondorf hat fast jeder Einwohner sein Auto direkt vor der Haustür stehen. Je kürzer der Weg zum Auto, desto häufiger wird es auch für kürzeste Strecken genutzt. Wissenschaftler empfehlen Quartiersgaragen und komfortable Abstellmöglichkeiten für Fahrräder direkt vor der Haustür. In fortschrittlichen Nachbarländern ist dies längst Standard für Neubaugebiete. In Rondorf Nordwest sollen die Autos in den Innenhöfen der Wohnblocks abgestellt werden. Weder für das Neubaugebiet noch für den Stadtteil insgesamt gibt es ein zukunftsorientiertes, integriertes Verkehrskonzept, wie es die Dorfgemeinschaft seit bald drei Jahren einfordert.

Was können Bürger tun, damit sich etwas ändert? Zunächst natürlich Courage zeigen. Sich immer wieder fragen: Kann ich statt Auto oder Bus das Fahrrad nehmen? Auch die Hauptstraßen nutzen. Selbstredend mit Helm und Weste und soweit auf der Fahrbahn, dass man immer noch nach rechts ausweichen kann. Ganz wichtig: Hauseigentümer, Geschäftsinhaber, Ärzte auf ihre Fahrradständer ansprechen. Wenn es überhaupt welche gibt, dann meist völlig unpraktische. Die hohen Bügel müssen zum Standard werden. Alles andere ist indiskutabel. 

Mängel an Fahrradwegen sollten stets und immer wieder der Stadt gemeldet werden: https://www.stadt-koeln.de/service/onlinedienste/fahrradbeauftragter/index.html.

Wenn das nichts bewirkt, warum nicht der Oberbürgermeisterin eine Mail schreiben? Sie persönlich bekennt sich dazu, sich in ihrer eigenen Stadt nicht auf das Fahrrad zu trauen. Sie ist eine potentiell Verbündete für alle Radfahrer! Nicht nur bei den Grünen, in allen Parteien gibt es Protagonisten für Radverkehr. Also ein gutes Thema für die kommenden Kommunalwahlen, an den Infoständen zur Wahl.

Diskutieren Sie mit. Wie denken Sie über diese Vorschläge? Weitere Anregungen und Hinweise? newsletter@dorfgemeinschaft.koeln

Erstklassiger Start in die erste Klasse

Vorbildliche Kooperation unserer Kitas mit der Grundschule

Für 76 Mädchen und Jungen aus unserem Wohngebiet heißt es derzeit Abschied nehmen von ihrer lieb gewordenen Kita, denn am 13. August beginnt für sie „der Ernst des Lebens“ in der Anne-Frank-Schule. Um den erwartungsvollen Abc-Schützen einen optimalen Start in ihre neue Umgebung zu ermöglichen, arbeiten die Schule und die vier Kitas von Rondorf und Hochkirchen in einem beispielhaften Modell seit vielen Jahren eng zusammen. Jetzt soll diese erfolgreiche Kooperation weiter ausgebaut werden. 

„Lehrern wie Erziehern ist klar, dass es von der Gestaltung der Übergangsphase entscheidend abhängt, ob die Kinder die neue Herausforderung Schule annehmen und ihre Zeit dort mit Zuversicht und Selbstvertrauen beginnen können“. Aus dieser Überzeugung heraus haben die Leitung der Anne-Frank-Schule und die Betreuerinnen und Betreuer der vier örtlichen Kita-Einrichtungen mit ihren insgesamt rund 300 Kindern im Jahre 2003 eine umfassende Kooperation verabredet, die als vorbildlich gilt. Ziel ist es, mit einem eigenen standortbezogenen Profil die elementare und schulischen Bildung und Erziehung vor Ort ganz eng so zu verzahnen, dass den Kindern der Wechsel auf die Schulbank gut gelingt. Jetzt liegt ein Erfahrungsbericht vor, der den Erfolg des Projektes eindrucksvoll bestätigt.

So gibt es zum Beispiel regelmäßige Kooperationskonferenzen, in denen die Leiterinnen und Leiter aller Einrichtungen gemeinsame Themen besprechen und Anregungen austauschen, wie der Alltag für die Kinder am besten gestaltet werden kann. Eines der gemeinsamen Anliegen, das immer wichtiger geworden ist: Wie lernen Kinder, mit Konflikten untereinander umzugehen? Denn die Mädchen und Jungen sollen möglichst früh in ihrer eigenen Kompetenz zur Konfliktlösung befähigt werden.

Schon längst verstehen sich die Kitas nämlich nicht nur als Ort zum gemeinsamen Spielen, sondern auch als wichtige Einrichtungen mit einem sehr differenzierten Bildungsauftrag. In dem aktuellen Erfahrungsbericht über das seit 16 Jahren bestehende Kooperationsmodell heißt es dazu: „Eine umfassende vorschulische und schulische Bildung schafft gute Voraussetzungen für das lebenslange Lernen dieser jungen Menschen.“ 

Und so haben sich über die Jahre hinweg weitere vielfältige Formen der Begegnung von Kindertagesstätte und Grundschule entwickelt wie etwa eine „Übergabekonferenz“. Hier geben die pädagogischen Fachkräfte in den Kitas, die die Kinder viele Jahre lang begleitet haben, ihr Wissen um die verschiedenen Kompetenzen und Entwicklungen der Sprösslinge an die künftigen Lehrerinnen und Lehrer weiter. 

Schade, dass in diesem Jahr wegen Corona eine besonders beliebte Aktion ausfallen muss: Das „Schulschnuppern“. Seit 2016 können nämlich die kommenden Abc-Schützen normalerweise bei einem Besuch ihre neue Umgebung wie Schulhaus, Turnhalle, Aula, Schulhof, Klassenzimmer schon einmal kennenlernen und erste Fragen los werden; dort werden den Kita-Kindern auch die „Schulscouts“ (Erstklässler) vorgestellt, mit denen sie anschließend in kleinen Gruppen das ganze Schulhaus und den Schulhof erkunden können.

Wichtig im Rahmen der Kooperation ist die Hospitation der Lehrkräfte in der Kita; sie ermöglicht einen optimalen Praxistransfer über die Bildungsarbeit in der Kita her. Dazu kommen vor den 

Sommerferien alle zukünftigen Lehrerinnen und Lehrer der neuen 1. Klassen zwei Stunden für eine Gruppenhospitation in die Kita und stellen sich dort dem offenen Gespräch. Die Lehrkräfte erfahren durch diesen Besuch Wissenswertes über den allgemeinen Entwicklungsstand eines Vorschulkindes und über die Lernmethoden, mit denen die Kita arbeitet. Zudem werden erste Kontakte zu den angehenden Schulkindern geknüpft, damit der Neuanfang möglichst leichtfällt.

Neue Pläne gibt es auch schon: Demnächst sollen Vorleserunden organisiert werden unter dem Motto: Grundschüler lesen den Kita-Kindern vor. Ein Lese Spaß, der beiden Vorteile bringt. Es ist zu hoffen, dass die vorbildliche Kooperation unserer vier Kitas mit der Anne-Frank-Schule weiterhin erfolgreich Schule macht!

Die drei glücklichsten Abiturienten von ganz Köln

„Ein bisschen nervös“ waren sie schon, ausgerechnet in diesen Corona-Ausnahmezeiten ihre Abschlussarbeiten zu schreiben. Aber sie haben es souverän geschafft: Gleich drei Töchter einer syrischen Flüchtlingsfamilie, die seit vier Jahren in Rondorf wohnt, haben jetzt gemeinsam am Irmgardis-Gymnasium ihr Abitur abgelegt. Herzlichen Glückwunsch! Sie sind zwar nur drei von mehr als 140.000 in ganz NRW, die damit nach all dem Hin und Her der letzten Wochen mit dem Reifezeugnis ihre Schullaufbahn beenden können, aber ihr Erfolg ist schon etwas ganz Besonderes. Denn vor vier Jahren sind sie aus Idlib, der am Heftigsten umkämpften Stadt ihrer Heimat, vor dem Bürgerkrieg nach Deutschland geflüchtet und mussten dort ein ganz neues Leben beginnen.

Gemeinsam mit 49 anderen Landsleuten wagten sie damals über die Türkei die riskante Mittelmeerfahrt nach Griechenland, reisten mehrere Monate quer durch den Balkan, landeten schließlich in Köln. Am Gymnasium erzählten sie ihren Mitschülern immer wieder davon, wie die Kämpfer des IS damals in ihre Stadt eindrangen. Wie ihre Eltern versuchten zu verhindern, dass sie die Männer erkannten, um sie nicht zu verängstigen; wie sie dennoch durch die Fenster die schwarz Uniformierten genau beobachten konnten. Die meisten Einwohner flohen in der Folgezeit aus der Stadt. „Zunächst wussten wir nicht wohin. Dann entschieden wir uns für die nahe gelegene Türkei“, erinnern sie sich noch immer ziemlich genau. Nur mit ihrer Schultasche bepackt flohen sie mit den Eltern. 

Dass sie im Kölner Süden so überaus freundlich aufgenommen wurden, davon berichten sie besonders gern. Und das katholische Irmgardis-Gymnasium im Bayenthal, das die drei Mädchen aus Syrien im Herbst 2016 aufnahm, „war für uns genau das Richtige! Wir hatten gleich das ehrliche Gefühl, willkommen zu sein!“ blicken sie mit Freude und auch dankbar zurück. Auch wenn der Schulalltag recht hart war – vor allem deutsche Literatur empfanden sie als schwere Kost; dafür klappte es in den naturwissenschaftlichen Fächern umso besser. „Aber wir haben im Gymnasium von Anfang an neue Freunde gefunden“, so ihr Fazit.

Ihre Abiturprüfungen schrieben sie jetzt in Biologie, Englisch und Mathematik bzw. Mathematik, Erdkunde und Englisch. Und wie geht es demnächst weiter? Eine von ihnen strebt als Berufsziel Architektur oder Design an, ihre Zwillingsschwester denkt über einen Beruf im Gesundheitswesen nach, die Älteste visiert ein Studium der Politikwissenschaften an und engagiert sich schon heute bei der Caritas in der Integration ausländischer Mitbürger. „Wir haben in Deutschland viel Hilfe, Offenheit und Freundschaft erfahren. Dies möchten wir gern zurückgeben“, sagen sie übereinstimmend. Ihr vielleicht größter Moment kommt aber noch: Bei der feierlichen Zeugnisübergabe Ende Juni dürfen Leila, Leen und Shahd gemeinsam mit zwei Mitschülern die Dankesrede halten. 

Die Dorfgemeinschaft gratuliert allen Abiturientinnen und Abiturienten dieses ganz außergewöhnlichen Jahrganges sehr herzlich und ebenso allen anderen Jugendlichen, die jetzt erfolgreich ihren schulischen Abschluss erreicht haben. Für den weiteren Weg in Studium, Ausbildung und Beruf: Viel Erfolg!

Haus der Familie: Ferienangebot, Spieleabend, Begegnungscafé

Pünktlich für den Sommer startet das „Haus der Familie“ ein vielfältiges Freizeitangebot. In der Ferienfreizeit sind noch einige wenige Plätze frei. Corona bedingt können in diesem Jahr maximal 16 Kinder von sechs bis zwölf Jahren teilnehmen. Die beliebte Ferienfreizeit findet in den letzten beiden Ferienwochen vom 27. Juli bis 07. August 2020 von 08:30-16:00 Uhr statt. Weitere Infos unter http://hdf.koeln/12-veranstaltungen.html

Spieleabend für Frauen und Begegnungscafé: Nach langer Corona-Pause wird am letzten Sonntag im Juli, am 26. Juli ab 18:00 Uhr wieder gespielt. Bei gutem Wetter soll der Garten auch für Boule und andere Out Door-Spiele genutzt werden! Einfach vorbeikommen! 

Das Begegnungscafé startet voraussichtlich wieder am 17. Juli. Mehr dazu unter http://hdf.koeln/12-veranstaltungen.html

Haus der Familie: Vorstand wiedergewählt

Die Mitgliederversammlung vom „Haus der Familie e.V.“ hat am 19. Juni 2020 den Jahresabschluss 2019 und den Jahresbericht 2019 (http://hdf.koeln/Downloads/Jahresbericht-2019.pdf) genehmigt und einen neuen Vorstand gewählt. Der neue Vorstand besteht aus den sechs alten Mitgliedern Sabine Bleser, Maria Funk, Herbert Krämer, Paul Link, Klaus Schulze Hobbeling und Ulla van der Poel und dem neuen Mitglied Felicitas Kuhl. Außerdem ist Kaan Demirhan als kooptiertes Vorstandsmitglied neu dabei. Ulla van der Poel wurde als Vorsitzende bestätigt. Die Dorfgemeinschaft gratuliert dem erfolgreichen Tema und wünscht dem „Haus der Familie“ weiterhin viele gute Ideen und Projekte!

Tennisclub: Die Filzkugel fliegt wieder

Der TC Rondorf hat seinen Platz- sowie Trainingsbetrieb wieder aufgenommen und startet mit seinen Mitgliedern unter den bekannten Vorsichtsmaßnahmen in die Sommersaison. Für Neumitglieder entfällt die Aufnahmegebühr.

Das Warten hat ein Ende: Der TC Rondorf öffnete seine Tore für Tennisbegeisterte und alle, die es noch werden wollen. Auch in Rondorf kann sich nun auf den Tennisplätzen wieder sportlich betätigt werden – ein wichtiger Ausgleich in Zeiten wie diesen. Der Club mit der grünsten Anlage im Kölner Süden hat alle Vorkehrungen getroffen, um seinen Mitgliedern und Gästen auch in diesem Jahr das Tennisvergnügen in der gewohnt familiären Atmosphäre zu garantieren. Auch der Trainingsbetrieb wurde angepasst und läuft bereits wieder, sodass alle Mannschaften, von den Kleinsten bis hin zu den Senioren, wieder auf ihre Kosten kommen. Der Club freut sich über Gäste und Tennisinteressierte und erlässt in diesem Jahr außerdem allen Neumitgliedern die Aufnahmegebühr in Höhe von 50 Euro. Weitere Informationen finden Sie unter www.tc-rondorf.de

Rondorf kann es besser!

Ein Diskussionsbeitrag von Harris C.M. Tiddens

Gebt den Bürgern vor Ort mehr Mitsprache – und das Leben in einer Großstadt wie Köln funktioniert besser! 22 Jahre hat Harris C.M. Tiddens in Rondorf gelebt und dort die Bürgerwerkstatt der Dorfgemeinschaft mitbegründet. Der international anerkannte Experte für lernende Organisationen und städtische Nachhaltigkeitsstrategien verfolgt die Zukunftsentwicklung in seinem früheren Wohngebiet weiterhin sehr aufmerksam. Und rät den Einwohnern: Mischt Euch mehr ein – nehmt die Entwicklung Eures Veedels selbst in die Hand!!

Kann eine Großstadt wie Köln demokratisch funktionieren, wenn ihre Stadtteile keine ausreichenden demokratischen Institutionen und Kompetenzen haben? Warum hat eine Gemeinde wie Monschau mit 11.000 Einwohnern Einrichtungen wie ein Rathaus, einen Gemeinderat, einen eigenen Haushalt, eine Webseite usw., aber ein wachsender Stadtteil wie Rondorf/Hochkirchen nichts davon? Warum kann ein solches lebendiges Wohngebiet wie Rondorf/Hochkirchen nicht aktiv mitentscheiden, wie die Straßenbahnlinie verlaufen wird, wohin der Marktplatz kommt, wie er ausgestaltet wird, wo es Platz für ein Zukunfts- bzw. Bürgerhaus und anderes mehr geben könnte?

Demokratie ist ein Managementsystem. Gerade erst hat die schreckliche Covid-19 Pandemie es gezeigt: Große politische Ziele werden nur erreicht, wenn die Bürger mitmachen!

Es gibt einen weiteren Grund, warum lebendige Stadtteile wie Rondorf/Hochkirchen so wichtig sind: Die größte Aufgabe, die wir als Menschheit je hatten, ist, dafür zu sorgen, dass unsere Nachfahren noch gute Lebensbedingungen auf dieser Erde haben werden. Diese Aufgabe ist so komplex, dass wir in Vielem nicht wissen können, was funktionieren wird und was nicht. Aber: Große politische Einheiten können große Fehler machen. Wir kennen solche Fehler zu Genüge. Dass wissen solche politischen Einheiten selbst auch, sie haben daher Angst, Fehler zu machen. Und das ist am Schlimmsten, denn das tötet Kreativität. 

Was wir in Zukunft mehr denn je brauchen, ist daher eine aufbauende Demokratie (Bottom-up-Subsidiarität), die auf dem soliden Fundament der Vielfalt, der Kreativität, der Kenntnisse der kleinen Einheiten an der Basis aufbaut. Jene Einheiten, wo die Einwohner*innen noch selbst Erfahrungsexperten sind. In solchen Einheiten können wir experimentieren und voneinander lernen. Als ehemaliger Rondorfer kann ich Euch alle nur ermutigen: Ihr seid die Erfahrungsexperten vor Ort! Es gibt jede Menge Aufgaben, die ihr selbst genauso gut oder besser machen könnt als die „höheren Einheiten“ der Kölner Verwaltung und Politik. Macht daher den Stadtteil noch stärker – und fordert dafür die entsprechenden Kompetenzen ein. Warum nicht als demokratisches Fundament einen repräsentativen Stadtteilbürgerrat auf Losverfahren bilden? Infos über diese Institution „Bürgerrat auf Losverfahren“ findet man unter: www.buergerrat.de

Er wäre zum Beispiel der richtige Ort, wo die Experten der Stadtverwaltung und der Investoren gemeinsam mit den klugen lokalen Köpfen aus der Bürgerwerkstatt ihre Ideen beraten und weiterentwickeln. Dass die Bürgerwerkstatt der Dorfgemeinschaft für den Marktplatz zwar engagiert ein eigenes Konzept entwickelt, aber im Rathaus keinerlei Gehör findet, ist zum Beispiel ein demokratisches Unding. Dass die Dorfgemeinschaft an den Planungsrunden für Rondorf-Nordwest nicht direkt beteiligt wird, ebenso.

Es ist immer besser, Ideen miteinander zu verhandeln. Das wird natürlich nicht konfliktfrei sein, aber kreativ, so ist echte Demokratie nun mal. Wenn ein „Stadtteilbürgerrat“ Empfehlungen ausarbeitet, diese dann sogar durch einen Bürgerentscheid demokratisch legitimiert werden, hat dies einen weiteren Vorteil: Verwaltung und Stadtrat wird ihre Arbeit erheblich erleichtert. Denn sie haben genug zu tun, die Millionenstadt Köln als Ganzes zu steuern. Wie sollen 90 Ratsmitglieder besser wissen als die Bürger vor Ort, was gut ist für Rondorf und Hochkirchen und was nicht? 

Nochmals: Demokratie ist ein kreatives Managementprinzip. Die höhere Ebene soll nicht das machen, was die Untere mindestens genauso gut kann. Das fängt in Köln an bei den Veedeln, auf die man doch so stolz ist. Sie zu stärken, das ist aufbauende Demokratie. Das ist die Zukunft moderner bürgernaher Kommunalverwaltung. Und wenn die Verwaltung oder der Rat der Stadt Köln die Zustimmung zu Eurem gut begründeten Vorschlag – etwa dem Marktplatz – dennoch verweigern sollte, müssen sie sehr gute Argumente und sehr gute Alternativen haben. Sonst macht ihr eben eine Demo, die die Brühler Landstraße blockiert, auch das ist Demokratie! 

Harris Tiddens, ehemaliger Rondorfer, ist Autor des Buches „Wurzeln für die lebende Stadt. Wie wir die Eigenverantwortung von Stadtteilen stärken können und warum diese mehr Wertschätzung verdienen“, Oekom Verlag, München 2014. Heute ist er Senior Fellow für die »Organisation der städtischen Nachhaltigkeitsfürsorge« am Institut für Stadt- und Umweltstudien der chinesischen Akademie der Sozialwissenschaften in Peking.