Rondorfer Unternehmer starten durch – Netzwerk gegründet

Unternehmer, Geschäftsleute und Dienstleister aus unserem Veedel haben jetzt eine gemeinsame starke Stimme. Anfang September wurde nach intensiven Vorbereitungen die IG Rondorf e. V. gegründet. Weitere Mitstreiter, die die Interessen der lokalen Wirtschaft vorantreiben wollen, sind herzlich eingeladen mitzumachen. Erste Ideen und Themen gibt es bereits.

Die Stimmung beim ersten Treffen war schon mal prächtig, eine tolle Truppe von lokalen Unternehmern und Selbständigen kam da zusammen. Bei einem Kölsch wurden bereits erste Ideen ausgetauscht. Gemeinsam wird die neue Interessengemeinschaft sich nun für das Veedel und alle dortigen Gewerbetreibenden einsetzen.

Wer kann Mitglied werden?  Alle, die ein Geschäft oder sonstiges Unternehmen in Rondorf, Hochkirchen, Höningen sowie dem engeren Umkreis betreiben. Dazu gehören zum Beispiel Mittelständler, Handwerker, Restaurantbesitzer, selbständige Berufe wie Anwälte, Steuer-, Unternehmens- und Finanzberater, Architekten, Makler, Firmen, die im Gesundheits- oder Freizeitsektor  aktiv sind. Und das sind nicht wenige: Mehr als 200 einschlägige Adressen weisen die örtlichen Branchenverzeichnisse aus. Doch dieses Potenzial ist noch nicht alles. Mitmachen kann in der neuen IG Rondorf grundsätzlich jeder, der Interesse daran hat, dass unsere lokale Wirtschaft gut aufgestellt ist. 

Ziele: Erfahrungsaustausch, Gespräche mit Experten zu Fachfragen, Vertretung der örtlichen Anliegen. Es ist dazu auch eine enge Kooperation mit der Dorfgemeinschaft vereinbart. 

Erste Informationen, Satzung und Mitgliedsantrag unter www.ig-rondorf.de

Kontakt: Gunnar Klee, Die Hörakustiker, Rodenkirchener Str. 160, 50997 Köln, Telefon 02233-7131507, E-Mail rondorf@diehoerakustiker.koeln

Haussammlung: Wer macht mit?

Demnächst startet sie wieder: Die jährliche Haussammlung der Dorfgemeinschaft zur Unterstützung unserer älteren Mitbürger sowie von Projekten für Kinder und Jugendliche. Gesucht werden aufgeschlossene Mitbürgerinnen und Mitbürger, die bereit sind, in dem Sammelteam mitzuwirken. Gerade in diesem Jahr sind aktive Helfer dringend gesucht.

In den kommenden Wochen sind wiederum viele Ehrenamtliche im Namen unserer Dorfgemeinschaft unterwegs und bitten um Ihren finanziellen Beitrag für unsere lokale Gemeinschaftsarbeit. Wenn also unsere Spendensammler demnächst bei Ihnen klingeln und ihren Spendenausweis zeigen, öffnen Sie ihr Herz! Zeigen Sie, dass wir in unserem Wohngebiet gemeinsam zusammenstehen, wenn Unterstützung gebraucht wird. Leider fehlen für einige Straßen noch Ehrenamtliche. Wer macht mit? Freiwillige vor. Bitte melden bei der Dorfgemeinschaft: info@dorfgemeinschaft.koeln. 

Siegerin im Wahlquiz: Marion gewinnt Abendessen mit wiedergewählter Oberbürgermeisterin Henriette Reker

Hier ist sie, die heimliche Siegerin der Kommunalwahlen: Marion Volkmar, die 1997 nach Rondorf zog, hatte die beste Spürnase und darf sich demnächst auf ein ganz privates Abendessen mit Kölns frisch wiedergewählter Oberbürgermeisterin Henriette Reker freuen. Die Diplom Betriebswirtin hat nämlich im SÜDBLICK-Quiz die Wahlbeteiligung in unserem Veedel am genauesten vorausgesagt.

Die Rondorfer Dorfgemeinschaft hatte mit einem ungewöhnlichen Wahlquizz im monatlichen Newsletter SÜDBLICK Anfang September alle Bürgerinnen und Bürger eingeladen, eine Prognose zur Wahlbeteiligung in dem Wohngebiet abzugeben. Und Marion Volkmar lag unter allen Einsendungen am genauesten am offiziellen Ergebnis. „Damit habe ich überhaupt nicht gerechnet“, nahm sie die Nachricht mit großer Verblüffung auf. Doch wenn die 61-jährige demnächst bei einem gemütlichen Essen Henriette Reker trifft, weiß sie schon ziemlich genau, bei welchen Themen sie bohren will: Bezahlbarer Wohnraum, öffentlicher Nahverkehr und bessere Ausstattung unserer Schulen. Da sie sich im Vorstand des Mehr-Generationen-Wohnprojektes „Hof der Familie“ engagiert, das im Neubaugebiet Rondorf Nordwest entstehen wird, verfolgt Marion Volkmar auch die Stadtplanung mit großem Interesse. Und findet: „Manches ist da schon ziemlich verwirrend“. Aber vielleicht klärt sich das ja beim „Chefgespräch“, das in einer noch geheimen Rondorfer Lokalität stattfinden wird.

Auch die Dorfgemeinschaft freut sich über das Ergebnis: Denn die SÜDBLICK-Aktion hat erfolgreich dazu beigetragen, dass in unserem Veedel die Wahlbeteiligung bei der Wahl am 13.09. mit 57,52 Prozent deutlich über dem städtischen Durchschnitt von 51,1 Prozent lag.

Monika Ross-Belkner gewinnt Wahlkreis: Lasst uns gemeinsam anpacken!

Der Wahlkreis 10, zu dem Rondorf gehört, wird auch in den kommenden fünf Jahren durch Monika Ross-Belkner (CDU) direkt im Kölner Stadtrat vertreten. Aus Hochkirchen schaffte Walter Wortmann als stadtweit einziger Vertreter der Freien Wähler erneut den Sprung in das Rathausgremium. In der Bezirksvertretung Rodenkirchen wirkt aus unserem Wohngebiet weiterhin Peter Heinzlmeier (CDU) mit. 

Monika Ross-Belkner bedankte sich in einer offiziellen Erklärung bei allen Bürgerinnen und Bürgern, „die mich bei den Wahlen am 13. September erneut beauftragt haben, weiterhin mit Nachdruck ihre Interessen im Rat der Stadt Köln zu vertreten. Dieser eindrucksvolle Vertrauensbeweis in einer grundlegend veränderten Parteienlandschaft und in außergewöhnlich schwierigen Zeiten bedeutet für mich Ansporn und Rückenwind für die großen Herausforderungen, die vor uns liegen. Sie können sich weiterhin darauf verlassen: Ich bin für alle Anliegen und Themen auch dann ansprechbar, wenn keine Wahlen vor der Tür sind“. Ihre Erklärung zum Wahlergebnis beschließt sie mit den Worten: 

„Lasst uns gemeinsam anpacken! Unterstützen Sie mich mit Ihren Ideen!“

Alle weiteren Wahlergebnisse finden Sie auf der offiziellen Seite der Stadt Köln unter https://wahlen.stadt-koeln.de/prod/KW2020/05315000/html5/index.html

Eingesperrt unter dem Dach: Wer hat eine kleine Wohnung für mich?

Heiner ist ziemlich verzweifelt. Vor zehn Jahren lähmte ihn erst ein schwerer Schlaganfall. Im Dezember letzten Jahres stürzte der 63jährige unglücklich; seitdem ist er auf den Rollstuhl angewiesen. Des-halb konnte er seit Dezember letzten Jahres seine auf der 2. Etage befindliche Dachgeschosswohnung nicht mehr verlassen; hier lebt er völlig allein, ohne Aufzug, und keine Rampe, um die Treppen herunter zu kommen. Deshalb bittet er jetzt um Hilfe: Wer hat eine behindertengerechte Wohnung von wenigstens zwei Zimmern um die 60 qm für mich? 

Die Lokalzeitungen Kölner Stadtanzeiger und Kölnische Rundschau haben bereits ausführlich über das Schicksal des Rondorfers berichtet. Jetzt hat er sich Hilfe suchend an die Dorfgemeinschaft gewandt. Sein Ziel: Er braucht dringend eine neue Unterkunft, die er auch einmal verlassen kann.

„Bei schönem Wetter kann ich wenigstens die Balkontür aufmachen, um etwas frische Luft zu bekommen. Aber was wird jetzt im Winter?“ fragt er. Zwar kommt eine Tagespflege, die ihn mit dem Nötigsten versorgt. „Aber wissen Sie wie es ist, wenn man Tag und Nacht eingesperrt ist, kaum noch einen Kontakt nach außen hat?“ fragt der gelernte IT-Spezialist.

Lange ist es her, dass er mit dem Rollator wenigstens noch spazieren gehen konnte. Obwohl er doch früher sehr sportlich war: Halbmarathonläufer, gut trainierter Schwimmer, passionierter Eishockeyspieler. Heiner arbeitet zwar mit großer Energie daran, wieder etwas beweglicher zu werden, hat in der engen Wohnung ein Laufband, eine kleine Kraftmaschine und nutzt zwecks Massage seiner gelähmten rechten Seite elektrische Impulse. Trotzdem ist er jetzt auf ein mobilitätsgerechtes Umfeld angewiesen. Am besten im Erdgeschoss. „Es muss nicht viel sein, aber so, dass ich wieder am Leben teilnehmen kann“, sagt er. Einen Wohnberechtigungsschein hat er. Und wenn er zudem jemanden fände, der ihn liebevoll im Alltag ein wenig unterstützt und begleitet, wäre das für ihn das größte Geschenk nach all dem Unglück. Heiner ist auf jeden Fall vielseitig. Bis zu seiner Behinderung spielte er Geige, Klavier, Gitarre und Flöte. Für ihn wäre es ein Traum, dass irgendwann wieder zu können. Wer eine Wohnungsidee für Heiner hat, wendet sich bitte an: newsletter@dorfgemeinschaft.koeln

Musiktipp: Kulturjubiläum mit Daniela Bosenius

Seit 30 Jahren lädt das Kulturatelier in der ehemaligen Rondorfer Dorfkirche regelmäßig zu Musikevents, Lesungen, Ausstellungen und Highlights mit bekannten regionalen wie nationalen Künstlern ein. Am 10. Oktober ist es wieder so weit. Motto des Abends: Life is a cabaret.

Nach einer Corona-bedingten Zwangspause findet am Samstag, dem 10. Oktober 2020, erstmals wieder eine Veranstaltung in der Rondorfer Hauptstraße 45 statt. Zum Jubiläum lädt die für ihre außergewöhnliche Fantasie und Vielseitigkeit bekannte Gesangskünstlerin Daniela Bosenius zu einem Abend voller Überraschungen ein. Die große musikalische Bandbreite ist ihr Markenzeichen. An diesem ganz besonderen Abend bietet sie Kleinkunst vom Besten aus ihrem langjährigen Repertoire:  „30 Jahre Kultur an diesem wundervollen Ort. Das muss gefeiert werden, auch wenn das Jubiläum in widrige Zeiten fällt. Ungewohnte Zeiten präsentieren sich zurzeit auf der Bühne des Lebens und deshalb brauchen wir gerade jetzt Platz zum Träumen, neue Horizonte, fantasievolle Ansichten – und viel gute Musik!“ Deshalb überbringt Daniela Bosenius gemeinsam mit Julia Diedrich musikalische Glückwünsche. Wegen der bekannten Auflagen findet das Event in kleinem Rahmen für Family and Friends statt. Es stehen aber noch einige Plätze zur freien Verfügung. Beginn ist um 19:00 Uhr. Interessenten melden sich bitte vorher an: paul.link@linkarchitekten.de

Bebauungsplan: Rondorf Nordwest soll keine Schlafstadt werden

Kurz vor den Kommunalwahlen hat der Stadtentwicklungsausschuss grünes Licht gegeben für die Ausarbeitung eines Bebauungsplans für das Großprojekt Rondorf Nordwest. Die Offenlegung des Planes ist für das kommende Frühjahr vorgesehen. Im SÜDBLICK-Interview stellt Michael Buchholz, Geschäftsführer des Investors Amelis, erstmals Eckpunkte des Wohnkonzepts vor: So sollen die neuen Mitbürger leben. Das ganze SÜDBLICK-Interview finden Sie hier.

Südblick: Bisher ist das Großbauprojekt Rondorf Nordwest als reines Wohngebiet gedacht. Wie stehen Sie zu der Idee, flexibler zu bauen, um Arbeiten und Wohnen besser unter einem Dach zu ermöglichen?

Michael Buchholz: Der Wohnungsmangel in Köln ist ja nach wie vor vorhanden. Somit besteht auch kein Grund, von den Planungen abzurücken. Zudem schreibt der Bebauungsplan ja nur die Art der Grundstücksnutzung vor. Das Planungskonzept des Rotterdamer Planungsbüros West8 beinhaltet verschiedene Wohnquartiere mit einer Mischung aus Mehrfamilien- und Einfamilienhäusern. Konkret bedeutet das, dass im Anschluss an die bestehende Ortslage im Süden und Osten des neuen Wohnbaugebietes überwiegend Bauflächen für Einfamilienhäuser vorgesehen sind. Im Bereich des Parks sind Wohnquartiere und Baufelder mit einer Mischung von Mehrfamilien- und Einfamilienhäusern angedacht. Im Umfeld des Dorfplatzes sind auch andere Nutzungen (Gastronomie, Einzelhandel aber auch Büros/Praxen usw.) denkbar und auch gewünscht.

Bei Ausschreibung zum Vertriebsstart werden wir unterschiedliche Interessenten mit jeweils eigenen Planungen berücksichtigen, so dass es für die zukünftigen Bewohner verschiedene Angebote und Wohnkonzepte zur Auswahl geben wird. Eine Stärke des Entwurfes des Planungsbüros West 8 ist, dass unterschiedlichste Formen und Angebote realisiert werden können. Befürchtungen, dass Rondorf Nord-West eine Schlafstadt wird, sind unnötig.

Südblick: Gerade der Lockdown durch Corona und die Verlagerung der Mitarbeiter ins Homeoffice, die Potenziale durch die Digitalisierung könnten diesen Trend zu integrierten Lebenskonzepten dauerhaft verstärken.

Michael Buchholz: Die Tendenz zum Arbeiten im Homeoffice ist nicht neu, wurde aber in der Tat durch die Corona-Pandemie verstärkt. Inwiefern sich dies bei der zukünftigen Entwicklung von Wohnprojekten – z.B. in den Wohnungsgrößen – niederschlägt, bleibt abzuwarten. Wir glauben aber, dass gerade die im Konzept vorgesehenen Einfamilienhäuser eine gute Basis für das Arbeiten im Homeoffice sein können. Die Vielzahl von Anfragen von privaten Interessenten in diesem Segment bestätigen das. Wir haben diesen Trend erkannt und bereits in der Mehrzahl der Planungen berücksichtigt. 

Darum stehen in Rondorf nicht nur Wohnformen und Mobilität, sondern auch Themen wie Breitbandanschlüsse, Klimaschutz, Radwegekonzept und Öffentlicher Nahverkehr auf der Agenda. Das Thema Arbeiten und Wohnen ist eine wichtige Komponente in der Gestaltung des neuen Wohngebietes. 

SÜDBLICK: Ist es also sinnvoll, den Bebauungsplan an den veränderten Gegebenheiten auszurichten, damit in Rondorf Nordwest eine Nutzungsmischung entstehen kann?

Michael Buchholz: In vielen, vielen Projektsitzungen mit der Stadt Köln und den Planern von West8 haben wir das vorliegende Konzept für den Bebauungsplan entwickelt. Das Projekt umfasst ja nicht nur ca. 1.300 Wohneinheiten mit ganz vielen individuellen Gestaltungsmöglichkeiten. Altersgerechtes Wohnen wird ebenso berücksichtigt wie ein Quartiersplatz mit Geschäften, Praxen und eventuell Büros. Schulen und Kindergärten sind geplant. Darüber hinaus steht der öffentliche Park für unterschiedliche Formen der Freizeitgestaltung. Der Bebauungsplan bildet Nutzungsmischungen grundsätzlich auch heute schon ab. Eine Berücksichtigung von reinen Gewerbeflächen halten wir nicht für sinnvoll – dies mag im Einzelfall zusätzliche Möglichkeiten bieten, schafft in der Regel aber Potenzial für Konfliktstoff.

Die Stadtbahnanbindung, die Nähe zur Autobahn und ein bereits beauftragtes Energie- und Mobilitätskonzept sind wesentliche Bausteine unserer Planung. Was wirklich umsetzbar ist, wird auch über die Nachfrage entschieden. Corona hat auch gezeigt, dass Homeoffice für den einen ein Segen, für den anderen ein Fluch ist. Abgestimmt wird letztlich in jedem Haushalt ganz individuell. Eines ist klar: Je weniger Menschen zur Arbeit pendeln müssen, desto besser für die Umwelt. 

Südblick: Branchenkenner meinen, in den Innenstädten würden riesige Bürokomplexe in der bisherigen Form nicht mehr gebraucht, könnten zu Wohnungen und Lofts umgebaut werden und so die Wohnungsknappheit in den Ballungszentren entschärfen. Ist das eine Utopie?

Michael Buchholz: Ja und nein. Es gilt immer, die Mikrolage der einzelnen Immobilie im Zusammenhang mit dem Gesamtmarkt zu betrachten. Im Falle von „Büromononutzung“ in Innenstädten kann ich mir eine Umnutzung sehr gut vorstellen, ebenso bei Mischnutzungen mit überwiegendem Büroanteil. 

Bei reinen „Büromonostruktur“-Standorten muss man ganz genau hinsehen: Eine Umnutzung wird grundsätzlich möglich sein, gestaltet sich allerdings sehr kosten- und insbesondere zeitintensiv. Diese Standorte sind jedoch optimale Möglichkeiten, flexible Office Formen anzubieten: Weg vom Großnutzer hin zum Multiflex-Nutzer. Aus meiner Sicht gehen bei diesen Prozessen durchaus 10, 20 oder 30 Jahre ins Land. Es kann aber auch sein, dass dieses Konzept nicht aufgeht, weil die kleineren Kommunen unweit der Großstädte stärker in den Fokus rücken. Diese Kommunen bieten in der Regel hohe Wohnqualität zu günstigeren Konditionen. Aber auch dieser Trend ist nicht neu, sondern wurde möglicherweise durch die Corona-Pandemie beschleunigt.

Südblick: Ganz konkret: Können Sie sich innovative Gebäude vorstellen, die einerseits Büros, Werkstatt, Dienstleistung, Handel zulassen und gleichzeitig fließende Übergänge zu Wohnen und Freizeit? Wie könnte das in Rondorf Nordwest aussehen? 

Michael Buchholz: Lassen Sie mich mit dem anfangen, was teilweise vor den Gebäuden zu finden ist. In Rondorf ist das u.a. der Quartiersplatz. Das Engagement der Dorfgemeinschaft in diesem Punkt ist meines Erachtens ein Musterbeispiel für bürgerschaftliches Engagement. Die von der Politik geforderte Diskussion auf Augenhöhe hat es unserer Auffassung nach immer gegeben und wird es auch weiterhin geben. Dass sich die Politik letztlich aus nachvollziehbaren Gründen und vor allem mit Blick auf die Eigentumssituation vor Ort für den Vorschlag von West8 entschieden hat, bedeutet für mich nicht, dass wir künftig auf den Dialog mit der Dorfgemeinschaft verzichten werden. 

Wir werden mit allen Beteiligten im Gespräch bleiben.

Jetzt zu den Gebäuden: Wir denken nicht nur in Bauabschnitten, wir denken insbesondere an unterschiedliche Nutzungen. Eine davon könnte der „Hof der Familie“, ein Projekt zum Mehrgenerationenwohnen, werden. Es gibt bereits jetzt Nachfrage von Pflegediensten und anderen Anbietern für den Bereich rund um den Dorfplatz. Was ich damit sagen möchte: Konzepte wie Rondorf Nord-West wecken ohnehin vielfältige Nachfrage. Unsere Aufgabe und die der Stadt wird es sein, das richtige Maß für die unterschiedlichen Nutzungsformen zu finden. Tatsache ist, dass die verkehrsorientierte Planung der Vergangenheit heute ganz anders interpretiert wird, als das noch vor 30 Jahren der Fall war. Heute geht es nicht darum, dem Verkehr freie Fahrt zu verschaffen – wir müssen für eine erfolgreiche Stadtentwicklung ein lebenswertes Quartier schaffen, das sich am Menschen und seinen konkreten Bedürfnissen orientiert.

Rondorf Beweg Dich!

In die Schuhe, fertig-Los! In Kooperation mit dem TUS Rondorf e.V. hat die Drei-Königen-Apotheke die Initiative “Rondorf beweg dich!” erfolgreich gestartet. Zum Auftakt trafen sich 20 Fitness-Begei-sterte von Mitte 20 bis 80 Jahren am 12. September. Damit die Bewegung zur Gewohnheit wird, findet der Lauftreff künftig einmal im Monat statt. Angesprochen werden gerade auch Aktive ohne große Lauferfahrung, die den Einstieg in den Bewegungssport suchen.

Die Strecke beträgt rund drei Kilometer und es kann zwischen Joggen, Walken oder Nordic Walking gewählt werden, jeder nach seinem individuellen Leistungsvermögen. Vor jedem Lauf können die Teilnehmer am Treffpunkt vor der Apotheke ihr Körperfett, Gewicht, Blutdruck und Puls checken lassen. Ziel ist es, dass die Interessenten an den Walkingterminen des TuS ebenfalls teilnehmen, und jeder seine Werte in einem „Fortschrittsplan“ eintragen kann. Für Getränke ist gesorgt! Bitte bequemes Schuhwerk und dem Wetter angepasste Kleidung tragen. Und los geht`s – selbstverständlich unter Beachtung der Abstands- und Hygieneregeln! Interessenten können sich in einer Newsletter-Liste in der Drei-Königen-Apotheke anmelden.

Der nächste Lauftreff findet am Samstag, den 10.Oktober 2020 um 9:00 Uhr vor der Apotheke statt. 

Trimm Dich – neuer Bewegungsparcour

Jetzt gibt es noch einen guten Grund mehr, öfter mal den Forstbotanischen Garten zu besuchen: Wer etwas für seine Fitness im Freien tun will, findet direkt hinter dem großen Parkplatz einen ganz neuen vorbildlichen Bewegungsparcour mit äußerst abwechslungsreichem Geräteangebot.

Der Beton ist erst seit wenigen Tagen trocken, das Holz noch ganz frisch. Gemeinsam haben die Stadt Köln und die Stiftung Grün mitten in dieser Freizeitoase für rund 50.000 Euro eine out-door-Sport-anlage geschaffen, die auf Anhieb schon auf große Nachfrage stößt. Für jeden ist etwas Passendes dabei. Gebrauchsanweisungen geben auch jenen Tipps, die weniger geübt sind. Als Zielgruppe werden Jugendlichen bis hin zu Senioren von je unterschiedlichem Trainingsstand angesprochen. Mehr als ein Jahr lang wurde das Projekt mit seinen vielfältigen Fitness-Möglichkeiten und unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden geplant, das auf eine Initiative der Bezirksvertretung Rodenkirchen zurückgeht.

„Wir kommen mit dem Angebot gerade rechtzeitig. Denn wir beobachten, dass in den letzten Monaten Bewegung im Freien wieder richtig populär geworden ist“, berichtet Florian Freund vom zuständigen Forstrevier dem SÜDBLICK. Was auch damit zu tun hat, dass wegen Corona viele Hallenangebote nicht oder nur eingeschränkt zur Verfügung stehen. Doch diese Ausrede für Bewegungsmuffel gilt ab jetzt nicht mehr.

Eiserne Hochzeit: Selbst der Bundespräsident gratuliert

Seltene Post aus Berlin nach Rondorf: Sogar von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier sind persönliche Glückwünsche unterwegs für das Ehepaar Liselotte und Fritz Sauerwein. Sie sind nämlich am 1. Oktober 2020 seit 65 Jahren verheiratet. Zu dieser „Eisernen Hochzeit“ gratuliert ihnen das deutsche Staatsoberhaupt mit den Worten: „Es ist schön zu wissen, dass Menschen so lange durch viele Jahrzehnte glücklich zusammenleben, alles teilen und Verantwortung füreinander und für andere übernehmen.“

Das Paar kommt gerade rechtzeitig von einer Kur zurück, um das stolze Ereignis am „Tag der deutschen Einheit“ gebührend „im kleinen Kreis“ feiern zu können. Es gratulieren drei Kinder mit Partnern, acht Enkel und zwei Urenkel. Kennengelernt hat der 85jährige ehemalige Schlosser seine heute 84jährige Frau einst bei den „Naturfreunden“. Denn wandern im Grünen und viel Laufen ist bis heute ihre große Leidenschaft.

Einmal in der Woche sind sie zur Tanzstunde bis nach Ehrenfeld sogar so oft wie möglich zu Fuß unterwegs. „Viel Bewegung an der frischen Luft“ ist das gesundheitliche Erfolgsgeheimnis der beiden, denn sie lieben alles „ was flott ist, denn wer rastet, der rostet“, wie ihre Devise lautet. Und so wünschen sie sich derzeit vor allem, sich trotz Corona wieder etwas freier bewegen zu können.

„Das besondere Glück, die Eiserne Hochzeit feiern zu können, wird nur wenigen zuteil. Zu diesem Festtag möchte ich Ihnen von Herzen gratulieren. Meine besten Wünsche begleiten Sie auf Ihrem weiteren Lebensweg.“ Diesen Worten des Bundespräsidenten an die jung gebliebenen Rondorfer schließt sich mit vielen anderen Gratulanten auch die Dorfgemeinschaft mit großer Freude an. Doch ganz so selten ist ihr Jubiläum übrigens gar nicht: Allein im vergangenen Jahr haben 14.313 Ehepaare in ganz Deutschland einen präsidialen Glückwunsch zur „Eisernen Hochzeit“ erhalten. Im Jahr 1996 wurden erst 2.175 „eiserne Paare“ in ganz Deutschland gezählt. Und woher kommt dieser Begriff? Die einen sagen: Eisenlegierungen sind für ihre Zähigkeit und Festigkeit bekannt – wie eine 65jährige Ehe. Andere halten es eher mit dem Ohrwurm: „Marmor, Stein und Eisen bricht – aber unsre Liebe nicht“. Der SÜDBLICK meint: Familie Sauerwein darf sich selbst aussuchen, wie sie es halten möchten.