Leben in Rondorf: Guter Durchschnitt, aber noch Luft nach oben

Rondorf gehört zu jenen 38 Stadtteilen, deren Lebenslage in einer aktuellen Untersuchung im Auftrag der Kölner Stadtverwaltung als „durchschnittlich“ bewertet wird. Bei den Faktoren zur wirtschaftlich-sozialen Situation wie zur Ausstattung mit Wohnungen schneidet unser Veedel im Vergleich eher besser ab. Insgesamt sieht Stadträtin Monika Ross-Belkner aber noch „Luft nach oben“.

Wie lebt es sich in den 86 Kölner Veedeln?  Dazu hat das Kölner Institut für Sozialforschung und Gesellschaftspolitik jetzt erstmals auf mehr als 369 Seiten Daten etwa zu Bildung, Wohnen, Gesundheit, Arbeitsmarkt, Lebensstandard ausgewertet. Die Studie, die der Stadtrat 2017 in Auftrag gegeben hat, benotet 32 Wohnbezirke mit „gut“ und „sehr gut“. Rondorf ist demgegenüber mit der Mehrheit der Wohnbezirke überwiegend „durchschnittlich“ aufgestellt. Was Kriterien zur sozialen und wirtschaftlichen Lage betrifft wie die Arbeitslosenquote oder den Anteil von Menschen in Grundsicherung, schneidet unser Stadtteil jedoch besser ab. Gleiches gilt u.a. für das Wohnungsangebot: Rondorf übertrifft die durchschnittliche Wohnungsgröße in Köln von 76 Quadratmetern zum Teil deutlich und zählt auch weniger Mehrfamilienhäuser. Die Mietpreisangebote wiederum liegen unter dem städtischen Durchschnitt von 9,03 Euro pro Quadratmeter (Zahlen aus dem Jahr 2017). 

Was weiter auffällt: Die Gruppe der 18 bis 34jährigen ist in der hiesigen Wohnbevölkerung deutlich schwächer vertreten; gleiches gilt für alleinerziehende Haushalte. Dafür sind umgekehrt die Haushalte in Rondorf mit durchschnittlich 2.03 Personen größer als im städtischen Gesamtmaßstab.

Der Kölner Stadtrat will am 6. Mai die Ergebnisse des „Lebenslagenberichts“ und mögliche Konsequenzen diskutieren. Der Datenreport soll Verwaltung und Politik zukünftig als Basis für eine wirkungsvolle, integrierte Sozialplanung und strategische Steuerung dienen.

Stadträtin Monika Ross-Belkner hat für Rondorf bereits zwei zentrale Handlungsschwerpunkte ausgemacht: „Bei der weiteren Entwicklung des Stadtteils müssen wir den überdurchschnittlich hohen und eher noch wachsenden Anteil der Personen über 65 Jahre stärker in den Blick nehmen. Rondorf braucht ein ausreichendes Angebot an altersgerechten und wohnortnahen Angeboten, insbesondere gute Betreuungs- und Versorgungsleistungen“. Zum zweiten wünscht sie sich eine größere Berücksichtigung der Interessen von Jugendlichen und jungen Familien. „Rondorf wächst in den kommenden Jahren immer weiter. Hierfür sind gute Bildungs-, Freizeit- und Sportangebote wesentliche Bedingungen, um eine hohe Lebensqualität sicherzustellen“.   

Weitere Informationen finden Sie hier auf den Seiten der Stadt Köln.

Unverpackt einkaufen in Rondorf: Am 13. April geht es weiter

Vor einem Jahr hatten zwei Kölner eine clevere Idee: Ein Unverpacktladen auf Rädern. Mit ihrem verbraucherfreundlichen Mobil wollen Christoph Mies und Moritz Kaiser die Stadtteile mit nachhaltigen Produkten beliefern. Nachdem sie bereits auf Wochenmärkten unterwegs sind, haben sie sich Mitte März auf Einladung der IG Rondorf erstmals auch in unserem Veedel einen ganzen Nachmittag lang mitten auf der Rodenkirchener Straße 164 präsentiert. Der Erfolg war so groß, dass sie am Dienstag, den 13. April wiederkommen wollen. Der genaue Standort ist aber noch offen.

Wie sie auf die umweltfreundliche Idee gekommen sind? Die beiden Juristen lernten sich schon vor Jahren auf dem Hockeyfeld kennen und als sie selbst anfingen, für ihre jungen Familien einzukaufen, entdeckten sie eine echte Marktlücke: Besorgungen möglichst ohne Verpackungsmüll. Ihre mobile Angebotsliste ist bereits sehr umfangreich und neben diversen Lebensmitteln gibt es auch vielerlei Artikel für Bad und Küche. Bei dem „Testtag“ in Rondorf gehörten vor allem Reis und Pasta, aber auch Müsli, Trockenfrüchte und Kaffeebohnen zu den Rennern. Eine andere Kundin wiederum freute sich über alles rund um Marmelade. Nahezu hundert Artikel werden in dem Laden auf Rädern bereits offeriert. Jeder Kunde bringt sein eigenes Gefäß mit und kauft dann die gewünschte Menge, Mehl, Nüsse, Gewürze, Zucker, Salz, Hülsenfrüchte, Honig und manches mehr. Am Dienstag, den 13. April geht es in Rondorf mit dem Verkauf weiter. Noch wird ein optimaler Standort gesucht. Die IG Rondorf bittet um Vorschläge. Dieser Ort wird rechtzeitig in den Schaukästen der Dorfgemeinschaft vor der Post und in der Volksbank angekündigt und ebenso in unserer Facebook-Gruppe „us däm dörp“ und weiteren Newsportalen sowie auf der Seite www.unverpacktmobil.com. Die Dorfgemeinschaft unterstützt diese Initiative sehr. Immerhin ist der Verbrauchertrend klar: Plastiktüten werden beim Einkaufen immer seltener genutzt. Vor sechs Jahren gingen in Deutschland binnen zwölf Monaten pro Kopf noch 68 Tüten dieser umweltschädlichen Beutel über den Ladentisch. Zuletzt waren es nur noch 21.Und ab dem 1. Januar 2022 werden sie ganz verboten. Dann sollen nur noch Alternativen wie Einkaufsnetze oder Träger aus Stoff in unseren Geschäften zum Einsatz kommen. Oder man geht direkt zum „Unverpackt Mobil“. Allerdings gibt es aktuell auch einen gegenläufigen Trend: Seit Beginn der Maßnahmen gegen die Corona-Pandemie ist der Müllberg und die Menge an Plastikabfall wieder gestiegen. MehrInfos: www.unverpacktmobil.comGunnar Klee, Sprecher der IG Rondorf: „Unsere Interessengemeinschaft der örtlichen Unternehmen freut sich über weitere Vorschläge und Ideen, wie wir das wirtschaftliche Leben in unserem Veedel weiter attraktiv gestalten können.“ Kontakt: info@ig-rondorf.de

Willkommen bei Freunden: Ramazan liebt sein Büdchen über alles

Unser Veedel ist international und bunt: Hier leben Menschen aus 96 Nationen. Jeder dritte aus unserem Wohngebiet hat einen Migrationshintergrund oder ausländische Wurzeln. In einer lockeren Folge stellt der SÜDBLICK einige von ihnen vor: Woher sie kommen, wie sie heute leben. Was ihnen in ihrem Alltag bei uns in Rondorf, Hochkirchen, Höningen auffällt. Ramazan Sezer kennt eigentlich jeder: Denn sein Kiosk in leuchtendem schwarz, rot, gold ist eine liebenswerte Institution. Und ein ganz persönliches Bekenntnis: „Deutschland ist meine Heimat“.

„Mein Vater kam, wie viele andere damals als Gastarbeiter aus dem Westen der Türkei nach Deutschland. Ich war gerade einmal drei Jahre alt, als ich mit meiner Mutter und Geschwistern nach Deutschland gekommen bin. Mein Vater arbeitete damals für Ford.“ So erzählt uns Ramazan Sezer, wie sein neues Leben in der Ferne begann. 

Wie viele hoffte auch seine Familie damals auf eine bessere Perspektive. Und packte, in Köln angekommen, mit an. Der heute 54jährige erinnert sich noch ziemlich genau, wie er dann nach Rondorf geriet: „1994 haben wir uns entschlossen, den Schritt in die Selbstständigkeit zu wagen. Mit einem kleinen Kiosk, welcher damals in Rondorf zum Verkauf stand.“ Inzwischen führen seine Familie und er das bunte „Büdchen“ an der Rondorfer Hauptstraße kurz vor der Kappellenstraße seit nunmehr 27 Jahren mit Herz, Leidenschaft, aber auch dem Ehrgeiz, es allen, die schnell mal für dies und das vorbeikommen, irgendwie Recht zu machen. 

Da hilft die ganze Familie mit. Frau, Tochter und Sohn. Denn Ramazan hat auch eine Anstellung bei den Stadtwerken Bonn, so dass er den Job in Rondorf jetzt nur noch zeitweise erledigen kann. Doch das Miteinander klappt offenkundig gut: „Unser Alltag als Familie gestaltet sich vielfältig, jedoch stets organisiert. Man kann sagen, wir sind ein gutes Team“, freut sich der Vater. Das sieht dann etwa so aus: Seine Frau und er kümmern sich morgens um den Kiosk; Tochter Hatice, die hauptberuflich IT-Projektmanagerin in der Logistikbranche ist, nachmittags und Sohn Burak, hauptberuflich in der KFZ-Branche tätig, springt am Wochenende ein. „So hat jeder von uns noch genug Freizeit und kann seinen Hobbys nachgehen“, ist Ramazan Sezer wichtig.

Doch keine Frage für ihn: „Der Kiosk gehört zu unserem Lifestyle, wir genießen den alltäglichen Kontakt mit den Dorfbewohnern nun seit mehr als 27 Jahren.“ Und deshalb hofft er auch, dass es so weitergeht, wenn sich in einigen Jahren das Umfeld durch das Neubaugebiet Rondorf Nordwest verändert. Jedenfalls möchte er unbedingt hierbleiben: „Mir gefällt das Zentrum, welches sich an der Rondorfer Hauptstraße in den Jahren gebildet hat. Die vielfältigen kleinen Geschäfte und Dienstleister, die sich so wie wir hier ansässig gemacht haben“, erzählt er im SÜDBLICK-Gespräch. Doch dann fügt er ein „aber“ hinzu: „Woran wir unbedingt arbeiten müssen, ist die Verkehrsführung an der Rondorfer Hauptstraße. Es existieren zwei Zebrastreifen, und der Verkehr ist bereits auf 30 km/h beschränkt, jedoch kommt es unter der Woche immer wieder zu langen Staus. Die Verkehrsteilnehmer sind teilweise sehr aggressiv, für Kinder und Tiere habe ich schon so manche gefährliche Situation beobachtet.“

Und welche Wünsche hat er an die Zukunft? Da wird Ramazan ganz praktisch: „Vieles wandelt sich mit der Zeit, alles wird moderner, es wird viel Hightech genutzt; wir hingegen sind noch relativ altmodisch, bei uns gibt es zum Beispiel keine Kartenzahlung. Dies stößt bei einigen Kunden auf Unverständnis, wenn sie die Kaugummis dann mit EC -Karte bezahlt wollen.“ 

Weitere Probleme? Wir kommen auf das Thema Rassismus zu sprechen: „Bemerken Sie Vorbehalte gegenüber Menschen, die ursprünglich nicht aus Deutschland stammen?” Ramazan holt kurz Luft, dann nickt er vorsichtig: „Ja, es gibt immer wieder Situationen, in denen es zu unangenehmen Konflikten kommt. Auch wir sind leider von verschiedenen Arten von Rassismus betroffen. Gespräche helfen aber oft. Rassismus ist leider weit verbreitet, wir wünschen uns daher sehr, dass Menschen mehr über verschiedene Kulturen, Hautfarben und Religionen lesen und wissen!“. 


Er glaubt, dass auch die Dorfgemeinschaft etwas mehr tun könnte, um Menschen aus anderen Ländern besser zu integrieren. Er nennt ein Beispiel: „Es ist keine Kunst, das Miteinander in unserer Dorfgemeinschaft so kunterbunt wie möglich zu gestalten. Soweit es die aktuelle Situation mit Corona irgendwann wieder möglich machen sollte, wünsche ich mir ein großes Dorffest, mit einer Einladung, die nicht nur auf Deutsch, sondern zumindest auch auf Englisch geschrieben ist.“ Ramazan Sezer und seine Familie sind gekommen, um zu bleiben. Sie sind in Rondorf angekommen. Kontakt: Rondorfer Hauptstr. 14, 50997 Köln, Tel:02233/922435

Mangelstube sucht Nachfolge

Sie ist eine Institution für alle, die auf gepflegte Wäsche großen Wert legen: Seit fast 20 Jahren betreibt Petra Walter in unserem Wohngebiet ihre „Mangelstube“. Doch jetzt geht sie in Rente und sucht eine Nachfolge. „Es wäre schade, das Geschäft für immer zu schließen, denn nicht nur meine Kunden wollen weiterhin glatte Tisch- und Bettwäsche, sondern auch ich lege Wert darauf“, sagt sie dem SÜDBLICK.

Zunächst wurde in der Rodenkirchener Straße 150 gebügelt, gemangelt, Wäsche für die Reinigung angenommen. Bett- und Tischwäsche, Kleidung und alles was dazu gehört, wurde hier zu einer „sauberen Sache“. Seit fünf Jahren ist die Mangel- und Bügelstube auf der Rondorfer Hauptstraße 27a zu finden. Doch nicht mehr lange. Denn Ende Mai ist Schluss. Schnell, zuverlässig, perfekt – mit diesem Service hat sich Petra Walter auch im Umland in all den Jahren einen guten Namen erarbeitet.

Ihr großer Wunsch ist es, dass es so weitergeht. Wer sich für die Nachfolge mit einer Einarbeitungszeit und für weitere Details interessiert, meldet sich gerne direkt in der Mangelstube, Tel. 02233/394845 oder schreibt eine kurze Bewerbung an: newsletter@dorfgemeinschaft.koeln.

Frühjahrsputz: Wer macht mit?

Vorbildlich: Jedes Jahr veranstalten umweltbewusste Nachbarn die Aktion „Merlin putzt“. Und so rücken am Samstag, dem 10. April von 10:00 Uhr bis 14:00 Uhr wiederum aktive Anwohner am Merlinweg aus, um mit Mülltüten, Müllgreifern und allem, was sonst noch nötig ist, für saubere Verhältnisse zu sorgen. 

Vom Rondell aus geht es bis in den östlichsten Zipfel rund um den Spielplatz am Falkenweg und den Falkenweg hinauf, um überall das städtische Grün, den Bolzplatz und die Eingänge des Merlinweg zum Rondorfer Park vom „Allerweltsdreck“ zu befreien. Es werden noch fleißige Helferinnen und Helfer gesucht, die mit guter Laune und wachem Auge mit dabei sind. Handschuhe und festes Schuhwerk nicht vergessen!

Der SÜDBLICK fragt: Wer macht es dem Merlinweg nach? Berichten Sie uns von Ihrer Straßenaktion Frühjahrsputz! Denn ein sauberes Ortsbild ist die beste Visitenkarte für unser Veedel. Deshalb haben auch aktive Nachbarn rund um das Grundstück hinter dem Parkplatz an der Kapellenstraße mit fleißiger Hand zur Selbsthilfe gegriffen und den unangenehmen Müll beseitigt. Mehr noch: Nach längerem hin und her der Behörden ist es ihnen gelungen, jetzt auch die AWB zu überzeugen, dort öfter vorbeizuschauen. Danke für so viel Einsatz! 

PFC-Belastung im Grundwasser: Es wird langsam besser

Seit einiger Zeit sorgt in unserem Wohngebiet die Grundwasserbelastung mit per- und polyfluorierten Chemikalien (PFC) für Aufregung, nachdem die Stadt Köln deshalb eine Nutzung und Förderung von Grundwasser in Brunnen untersagt hat. Jetzt gibt es in der Bekämpfung der Ursachen erste Fortschritte. Dies ergibt sich aus einem Schreiben von Umweltministerin Ursula Heinen-Esser an den zuständigen Landtagsabgeordneten Oliver Kehrl, das dem SÜDBLICK vorliegt. 

Die PFC-Belastung des Grundwassers im Kölner Süden geht auf drei Ereignisse auf den Werksgeländen der Firmen Shell und Basell zurück und die dortige Verwendung von Löschmitteln bei Übungen der Feuerwehr. Die fortlaufende Reinigung des geförderten Wassers aus Brunnen soll einen weiteren Eintrag von PFC in das Grundwasser unterbinden. Dies wird mittels Messstellen engmaschig und regelmäßig beprobt und untersucht. Dies gilt u.a. auch für die Trinkwassergewinnungsbrunnen des Wasserwerks Hochkirchen. Dort wird laut dem Bericht von Umweltministerin Ursula Heinen-Esser das geförderte Rohwasser mittels einer Aktivkohlefilteranlage seit Jahren aufbereitet, so dass die Anforderungen an die Trinkwasserbeschaffenheit eingehalten werden.

In den belasteten Bereichen im Kölner Süden ist ferner bereits eine Abnahme der Schadstoffkonzentrationen erkennbar, die auf die hydraulische Abschirmung der Eintragsquellen und der damit unterbundenen Schadstoffnachlieferung zurückzuführen ist. Allerdings werden trotz sinkenden Trends zum Teil noch immer hohe PFC-Konzentrationen gemessen. Eine zeitliche Perspektive zum Abschluss der Sanierungen ist noch nicht erkennbar. Deshalb bleibt es auch bei der Allgemeinverfügung der Stadt Köln, dass dieses Brunnenwasser nicht genutzt werden kann. Ob Filteranlagen in den belasteten Standorten zusätzlich helfen können, wird durch ein unabhängiges Fachgutachten untersucht, das die Stadt Köln in Auftrag geben will. Der Landtagsabgeordnete Oliver Kehrl hatte die Bürgervereinigungen im Kölner Süden zu den Problemen auch zu einem Fachgespräch mit Umweltministerin Ursula Heinen-Esser eingeladen.

Krieg in Afghanistan: Frank war mit der Bundeswehr dort

Es ist der bisher längste und blutigste Einsatz der Bundeswehr: Der Kampf um den Frieden in Afghanistan. Allein 59 deutsche Soldaten verloren in dem kriegszerstörten Land der selbsternannten „Gotteskrieger“ seit 2002 ihr Leben. Aktuell sind heute bis zu 1300 Deutsche Teil der internationalen Mission, die gerade um ein weiteres Jahr verlängert wird. Einer, der dort dabei war, kommt aus Rondorf. Im SÜDBLICK erzählt er seine ganz persönliche Geschichte.

„Ja, ich würde es nochmals tun, weil meine Motivation unverändert ist, einen aktiven Beitrag leisten zu können für mehr Frieden und Sicherheit in dieser bedrohten Region.“ Für den 51jährigen Oberstleutnant Frank aus Rondorf war sein sechsmonatiger Einsatz in Afghanistan nichts weniger als Teil einer Pflicht, die sich aus seinem Diensteid ergibt. Der gelernte Diplombauingenieur ist seit 1989 bei der Bundeswehr; er war Anfang der Zweitausender Jahre auch beim Kosovokonflikt im ehemaligen Jugoslawien vor Ort. Doch der „Krieg am Hindukusch“, das ist nochmals eine ganz andere Dimension. Fast die Hälfte der Bevölkerung in Afghanistan ist auf humanitäre Hilfe angewiesen; jedes zweite Kind ist stark unterernährt, sagt die Welthungerhilfe. Die Gewalt dauert an. Allein im Jahr 2020 wurden dort 3035 Zivilisten getötet. „Afghanistan gehört weiterhin zu den tödlichsten Gegenden in der Welt“, schreibt die UNO aktuell.

Weil er die erforderlichen Qualifikationen mitbrachte, hat sich Frank für die Nato-Mission „Resolute Support“ gemeldet. „Für mich war selbstverständlich, das zu tun, was auch von anderen verlangt wird. Mir ging es darum, in dieser Situation eine Vorbildfunktion wahrzunehmen. Ich weiß jetzt immerhin, wovon ich rede, wenn es um den Einsatz in Afghanistan geht“, erzählt der Familienvater im SÜDBLICK-Gespräch mit fester Stimme. Und doch: Auf dem achtstündigen Flug nach Masar-i-Scharif im Norden Afghanistans „hatte ich zumindest sehr viel Neugier im Gepäck“. Aber er gibt ebenso ehrlich zu: „Auch die Gefahrenlage hatte ich stets im Hinterkopf. Dies zu verdrängen wäre ganz falsch.“ Die Bilder seiner Ankunft hat er noch immer klar vor Augen: Da war vor allem die enorme Hitze. Und die Sicherheitsvorkehrungen waren überall sehr streng. Für seine vorrangige dienstliche Aufgabe, die Beratung der afghanischen Sicherheits- und Verteidigungskräfte, war er überwiegend per Helikopter unterwegs. Denn immerhin waren auch die dortigen Bundeswehreinheiten, teilweise mehr als 5000 Mann, wiederholt Ziel von Anschlägen durch Raketenangriffe oder Attacken aus dem Hinterhalt auf Patrouillen geworden.

Nachdem Frank aus Rondorf im Juli 2014 morgens um 7:00 Uhr im Feldlager im Norden Afghanistans landete, erfolgte sogleich die Übergabe der Dienstgeschäfte. Er erzählt: „Zunächst habe ich von dem Leben, der Kultur im Lande nur wenig mitbekommen, denn ich war sofort ausschließlich auf meine Aufgaben fokussiert.“ Und diese waren vor allem: Den afghanischen Kommandeur einer Ausbildungseinrichtung beraten, dessen Stab und Ausbildern beim Neuaufbau der einheimischen Armee zu helfen, Menschenführung zu vermitteln, konzeptionelle Fragen zu klären, vernetzte Strukturen zu fördern. Dafür begann Franks Tag jeden Morgen um 5:00 Uhr und endete selten vor 23:00 Uhr. „Es brauchte aber nur wenige Wochen, um das notwendige wechselseitige Vertrauen aufzubauen. Und schon bald habe ich auch sehr persönliche Einblicke in ein völlig anderes Leben bekommen. Dank der mich unterstützenden Sprachmittler kam ich hinsichtlich der Landessprache Paschtu und Dari gut voran. Darüber hinaus sprachen einige der afghanischen Offiziere hervorragendes Englisch, so dass ich viele Gespräche auch ohne Sprachmittler führen konnte. Insbesondere diese Vier-Augen-Gespräche führten zu besonderem gegenseitigem Vertrauen“, zieht der Familienvater rückblickend seine ganz persönliche Afghanistan-Bilanz.

Und was hat Frank selbst an Erfahrungen dazu gewonnen? „Ja, ich habe heute auf Vieles einen erweiterten Blick, weil man doch manches eher ungefiltert wahrnimmt und sehr hautnah erlebt.“ Und er gibt offen zu: „Von manchem, was ich erlebt habe, könnten wir in Deutschland und Europa uns eine Scheibe abschneiden. Wie pragmatisch die Menschen in Afghanistan oftmals mit Situationen umgehen, weil sie es müssen!“. Hat er in dieser ganzen langen Zeit auch so etwas wie Dankbarkeit gespürt? „Ach“, wehrt der Oberstleutnant ab, „das erwartet man gar nicht. Es genügt zu erkennen, dass die afghanischen Partner alle Anstrengungen unternehmen, ihre Streitkräfte für die Wahrnehmung ihrer Sicherheitsaufgaben zu befähigen!“

Ein halbes Jahr von Zuhause weit weg in einem höchst unsicheren Land, nur zehn Tage Urlaub zwischendurch: „Ja, das ist ein Preis, den die ganze Familie zahlt. Dass ich zum Beispiel bei der Einschulung meines Sohnes nicht dabei sein konnte, war schon hart.“ Aber täglich telefonieren, Videos mit Bildern von daheim austauschen, das immerhin ging. Auch die Feldpost hat funktioniert. Geholfen hat nicht zuletzt die Unterstützung aus Deutschland. „Viele hochrangige Persönlichkeiten informierten sich vor Ort. Die Verteidigungsministerin war während meiner Zeit sogar zweimal da, hat sich von uns alle Details erklären lassen!“ erzählt der 51jährige.

So wie er haben in den 20 Jahren Afghanistan-Mission seit Januar 2001 rund 160.000 deutsche Soldatinnen und Soldaten in dem Land gearbeitet. Die Kosten belaufen sich hierfür nach Angaben des Verteidigungsministeriums auf insgesamt 12,35 Milliarden Euro. Hat sich dies alles gelohnt? Auf der Erfolgsseite steht: Das fundamentalistische Taliban-Regime, das Al-Kaida in Afghanistan Unterschlupf gewährt hatte, mit Osama bin Laden an der Spitze, wurde gestürzt. Die Terrorbedrohung von dort für die Welt scheint gebannt. Das Land selbst hat heute einen gewählten Präsidenten und ein gewähltes Parlament. Frauen dürfen arbeiten, Mädchen zur Schule gehen. Die Trümmerwüste Kabul verwandelt sich in eine moderne Stadt. 

Doch andererseits: Armut, Korruption und Machtgier prägen nach wie vor weite Teile des kriegsgeschundenen Landes. Zehntausende sind weiter auf der Flucht. Ein stabiler Friede, nach dem sich die Gesellschaft dort sehnt, zeichnet sich noch immer nicht ab. Dieses Ziel bleibt. Genau dafür würde Frank aus Rondorf es wieder tun.

Musik mit Frauenpower

Ike Bolik ist Singer/Songwriterin und eine Frau mit vielen Facetten. Seit fast drei Jahren lebt sie in Rondorf. Starke Frauen wie Pe Werner, Ulla Meinecke und Annette Humpe sind ihre Vorbilder. Demnächst veröffentlicht Ike ihren neuen Song: Frauen über 50 – stark und schlau. Warum sie sich für diese Generation besonders engagiert, hat sie dem SÜDBLICK verraten.

Die Musikerin mit dem durchaus eigenen Stil hat viele Talente. Rund 300 Lieder hat sie im Laufe der Zeit kreiert. Neben der Musik als ihrem Lebenselixier arbeitet Ike auch als Sprecherin für Hörbücher, Schauspielerin und gelernte Krankenschwester. Die beiden letztgenannten Tätigkeiten haben dazu geführt, dass Ike rund fünf Jahre lang in der Sat1-TV Serie „Klinik am Südring“ mitgespielt hat. „Zurzeit steht bei mir aber ganz klar wieder die Musik im Vordergrund“, erzählt sie uns. Das zeigt sie auch überzeugend mit ihrem neuesten Werk.

Der Song „Frauen über 50 (stark und schlau)“ ist tanzbar, gut gelaunt und dennoch tiefsinnig. Die ersten Reaktionen zeigen: Das Lied spricht ihren Altersgenossinnen regelrecht aus dem Herzen. Es soll sie vor allem ermutigen und stark machen. Über 50 Frauen über 50 haben beim Musikvideo mitgemacht – Corona bedingt digital – und der Künstlerin ein Handyvideo geschickt, wie sie den Refrain mitsingen. Diese Handyvideos werden zurzeit in das Musikvideo eingebaut.

Neben der Digital-Version auf Spotify & Co. wird es nach der Veröffentlichung auch eine echte Single-CD geben, die man über Ikes Homepage bestellen kann. „Da ist dann der Song drauf und zusätzlich eine Instrumentalversion zum Selbersingen z.B. an Mädels Abenden. Der Text liegt auch bei. „Ich finde es einfach schön, eine echte CD in der Hand zu haben oder zu verschenken mit Cover und Infos.“ Veröffentlicht wird der Song und das Musikvideo offiziell im Rahmen eines Online-Konzerts am 9. Mai (Muttertag), 18:00 Uhr bis ca. 19:30 Uhr per Livestream aus dem Studio des Ex-„Wise Guys“ Eddi Hüneke, der auch das ein oder andere Lied mit Ike zusammen singen wird. Wer kostenlos dabei sein möchte, schreibt eine E-Mail (ike@inspiro.info) oder meldet sich direkt auf ihrer Homepage an: www.ikebolik.com . Dann wird das Gratis-Ticket mit dem Link per Eventbrite zugeschickt. Ein Meetup für Frauen 50+ ist geplant, „hoffentlich bald wieder in echt“, lacht Ike Bolik. Denn sie würde gerne Frauen aus der Region besser vernetzen.

Ikes musikalischer Mitstreiter ist seit gut zwei Jahren der junge Rondorfer Pianist Jannick Brändel. Die beiden spielen gerne auch auf Ihrem Event!

Karnevalisten spenden für Hospiz

Echte Fastelovendsfründe haben nicht nur viel Spaß an der Freud, sondern auch ein großes Herz: Mit ihrem Engagement für eine kunterbunte Veedelsfahne haben auch die „Löstige Öhs“ und die KG „Der „Reiter“ den Zusammenhalt der Rodenkirchener Karnevalsvereine in der „ausgefallenen“ zurückliegenden Session unterstützt. Die Aktion wurde ein großer Erfolg – sämtliche Fahnen waren in kurzer Zeit restlos vergriffen. Aus dem Erlös erhielt jetzt das Hospiz St. Hedwig eine stattliche Spende über 4000 Euro. 

So viele Bürger haben ihre Fenster, Türen, Balkone mit der Veedelsfahne und den Wappen aller Rodenkirchener Karnevalsvereinigungen geschmückt, dass ein Gesamtergebnis von 18.000 Euro erzielt werden konnte. Einen Scheck über 4000 Euro übergab jetzt eine Abordnung unserer beiden lokalen Vereine aus Rondorf und Hochkirchen an den Leiter des Hospiz St. Hedwig, Andreas Saraßa. Der freut sich über jede Spende, denn das beispielhafte Haus für todkranke Mitmenschen kann nur durch viel ehrenamtliche Mithilfe dafür sorgen, „dass unseren Gästen auch in ihrer letzten Lebensphase die Lebensqualität erhalten bleibt“. Mit der Spende aus der Fahnenaktion will das Hospiz vor allem die Innenausstattung im Garten verbessern. Der SÜDBLICK bringt in seiner nächsten Ausgabe ein großes Porträt über das Hospiz St. Hedwig in der Straße „Am Höfchen“.

Glückwunsch, Hörakustiker wieder Top!

Schlagerstar Jürgen Drews als Schirmherr ließ es sich nicht nehmen, unseren Rondorfer Hörakustikern Klee & Schmidt persönlich zu gratulieren: Bereits zum zweiten Mal  erhielten sie die begehrte Auszeichnung TOP 100 Akustiker für das Jahr 2020/2021. Eine unabhängige Jury aus Wissenschaft und Marketing, repräsentiert durch das BGW Institut für innovative Marktforschung in Düsseldorf, ermittelte dazu aus den Wettbewerbsteilnehmern die Besten.

Um einen klaren, kritischen aber auch fairen Vergleich für die Unternehmen zu schaffen, hatte das Institut einen umfangreichen Fragenkatalog erarbeitet, mit dem die jeweiligen Bewerber ihre Leistungsfähigkeit und ihre absolute Kundenorientierung darstellen mussten. Anhand eines 17seitigen Fragebogens, zahlreichen Geschäftsbesichtigungen und aufwändigen Testkäufen, bei denen die Antworten der Bewerber auf Herz und Nieren überprüft wurden, ist es dem Expertenteam gelungen, jene Unternehmen herauszufinden, die ganz besonders kundenorientiert denken und handeln. Diese Sieger erhielten jetzt die Auszeichnung TOP 100 Akustiker 2021/2022. Sie zeichnen sich durch besondere Kunden-Orientierung, Service-Bereitschaft und persönliche Ansprache und Hinwendung aus. In insgesamt fünf Kategorien wurden die Bewertungen vorgenommen.

In einem Videoclip, der auf der Website des ausgezeichneten Unternehmens zu sehen ist, überreicht Jürgen Drews die Urkunden den strahlenden Preisträgern. Der Showstar zeigte sich  vor allem von der Kundenorientierung der Sieger sehr beeindruckt. Insbesondere war er sehr begeistert von den Ergebnissen der Testkäufer, die von einer sehr herzlichen Atmosphäre in den besuchten und begutachteten Geschäften berichteten. In der Auszeichnung sieht das Rondorfer Team um Gunnar Klee auch eine erneute Verpflichtung, den hohen Standard noch weiter auszubauen. Der Firma „Die Hörakustiker Klee & Schmidt GbR“ war es bereits im Jahr 2019 gelungen, die prominente Auszeichnung entgegen zu nehmen. Auch die Dorfgemeinschaft gratuliert zu diesem ausgezeichneten Erfolg sehr herzlich.