Einer von uns: Berno Huber

Seit drei Jahren ist Berno Huber der umtriebige Kopf der Dorfgemeinschaft. Mitte Oktober wurde er für zwei weitere Jahre in seinem Amt bestätigt. „Gemeinsam für unser Veedel“ ist seine Devise, mit der er mal leidenschaftlich, mal leise für die Interessen der Bürgerinnen und Bürger von Rondorf, Hochkirchen und Höningen kämpft. Vieles hat er erreicht. Doch jetzt stehen neue Projekte und Herausforderungen bevor. Dafür sucht er weitere Mitstreiter. 

Berno Huber hat eine große Stärke: Er ist ein guter Zuhörer. Wenn er unterwegs in seinem Veedel ist, wird er fast immer an der nächsten Straßenecke auf dieses Alltagsproblem und jenes lokale Thema angesprochen. Obwohl er meist in Eile ist, die Termine drängen, hört er sich alles in Ruhe an – und sagt vielleicht erst einmal gar nichts. Aber in seinem hellen Blick ist sofort zu erkennen, wie er jede Frage, jeden Gedanken seines Gesprächspartners aufnimmt. Und am Ende der spontanen Begegnung kommt dann zumeist ein knappes, aber bestimmtes „Ich kümmere mich drum!“. Dann können kommunale Mandatsträger, Abgeordnete, städtische Mitarbeiter oder andere „Zielpersonen“ zuverlässig damit rechnen, dass schon sehr bald ein Brief oder eine E-Mail bei ihnen eintreffen. Und die beginnen dann meist sehr ähnlich: „Wie ich gehört habe …“. Manchmal ist der Unterton allerdings auch etwas drängender: „Warum gibt es noch immer keine Entscheidung …“. 

Der passionierte Handballer lacht. „Eigentlich hat unsere Dorfgemeinschaft ja gar keine unmittelbare Macht, irgendetwas zu entscheiden. Wir können immer nur drängen, mahnen, darauf hinweisen. Aber irgendwie scheint gerade das unsere Stärke zu sein. Weil wir unabhängig sind, nicht irgendwelchen Interessen verpflichtet, werden wir gehört und mit unserer Stimme beachtet. Und je mehr Bürger Mitglied der Dorfgemeinschaft werden, desto nachdrücklicher können wir auftreten“. Was Berno Huber allerdings gern verschweigt: Er hat inzwischen mit seinem Vorstandsteam ein exzellentes Netzwerk aufgebaut und schafft es, selbst die Oberbürgermeisterin zu einem Gespräch nach Rondorf zu holen, wenn es ihm wichtig ist.

Und was treibt den 59jährigen für dieses Ehrenamt an? „Ich spüre sehr stark, dass in unserer zunehmend komplizierter werdenden globalen Welt für den einzelnen Bürger Nachbarschaft, Nähe und Heimat immer wichtiger werden. Genau da wollen wir mit unserer gemeinsamen Arbeit ansetzen. Ich denke, die Idee unserer Dorfgemeinschaft ist vor diesem Hintergrund heute sogar noch aktueller als vielleicht zu früheren Zeiten“, sagt Berno Huber. Er denkt dabei als Beispiel an Veranstaltungen wie das traditionsreiche Brunnenfest am Vorabend des 1. Mai, das in diesem Jahr so gut besucht war wie nie zuvor. Er verweist auf die „Bürgerwerkstatt“, in die viele Engagierte aus der Bevölkerung ihre Ideen eingebracht haben, wie das Wohngebiet in wenigen Jahren aussehen könnte oder sollte. Er verhehlt nicht seinen Stolz darauf, dass es gelungen ist, in dieser „Bürgerwerkstatt“ mit mehreren Arbeitsgruppen Fachleute zu versammeln, die in vielen Monaten intensiver Diskussion ein eigenes Konzept entwickelt haben, wie aus der „Schlafstadt“ ein „lebenswertes Veedel“ werden kann. 

Dazu gehört die Idee eines attraktiven neuen Dorfplatzes, der künftig den lebendigen Mittelpunkt des gewachsenen Wohngebietes bilden soll – als gelungene Verbindung des bisherigen Stadtteils mit dem Neubaugebiet. Von dieser mutigen Idee auch die Planer von Rondorf Nordwest zu überzeugen, ist eine seiner nächsten großen Aufgaben. „Wir sollten bei dieser Entscheidung aus den Erfahrungen und Fehlern anderer lernen. Nur wenn wir für diesen Dorfplatz den richtigen Standort wählen, kann er auch das neue Herz unseres Veedels werden. Der Platz muss deshalb mit einem publikumswirksamen Umfeld da entstehen, wo sich auch das Leben abspielt“, betont Berno Huber mit großem Nachdruck. Deshalb will er mit Unterstützung der Bürger für dieses Vorhaben mit Entschlossenheit kämpfen. „Mit unserem sehr ausgereiften Konzept können wir selbstbewusst und mit klaren Zielvorstellungen in alle Gespräche gehen, die sicher nicht immer einfach werden“.

Seine große Vision lautet: Wir sollten alle gemeinsam das neue geplante Wachstum mit mehr als 4.000 zusätzlichen Wohnungen konsequent nutzen, damit unser Veedel noch deutlich lebenswerter wird. Da gibt es viel zu tun, vor allem die mangelhafte Verkehrsentwicklung und die unzureichende Infrastruktur müssen energisch angepackt werden. Auf diesem Weg wollen wir die gesamte Bevölkerung mitnehmen!“. Fachleute nennen diese moderne Form der Bürgerbeteiligung bereits anerkennend „Das Rondorfer Modell“: Erst die Bürger fragen, dann gemeinsam planen ….

„Ich spüre in unserem Wohngebiet insgesamt schon eine gewisse Aufbruchsstimmung, das beflügelt uns“, konstatiert Berno Huber mit Freude. Er gehörte zu jenen, die schon sehr früh erkannt haben, dass das durchaus umstrittene Großprojekt Rondorf Nordwest nicht nur Risiken, sondern auch Chancen bietet. Genau die will er zielstrebig nutzen: Für eine deutlich verbesserte Verkehrssituation, neue Mobilitätskonzepte, mehr Schulen und Kindergärten, ein besseres Freizeit- und Sportangebot, größere Einkaufsmöglichkeiten und eben einen neuen Marktplatz als lebendigen Ortsmittelpunkt. 

Aber auch unabhängig davon ist seine Wunschliste groß: „Für unsere Jugendlichen brauchen wir einen eigenen Raum der Begegnung und Freizeitgestaltung. Aber auch unsere Vereine beklagen immer wieder heftig, dass es an einem Bürgerzentrum fehlt für Treffen und größere Veranstaltungen“, sagt der gelernte Kaufmann und Finanzexperte.

Um dies alles zu schaffen – genau hierfür braucht die Dorfgemeinschaft noch mehr Unterstützung durch aktive Mitglieder.

An einem zentralen Punkt lässt Berno Huber nicht locker: „Gebaut werden darf Rondorf Nordwest erst dann, wenn auch die Infrastruktur stimmt. Wir brauchen eine Planung aus einem Guss“, lautet sein beständiges Credo. Und auch dies vergisst er bei kaum einer Rede zu sagen: „Wir müssen darauf achten, dass die gewachsenen Strukturen, die den besonderen Charakter und Charme unseres Veedels ausmachen, nicht verloren gehen, wenn in den kommenden Jahren ein ganz neues Wohngebiet dazu kommt. Es muss gelingen, Altes und Neues gut miteinander zu verbinden“. Immerhin ist „Rumenthorp“, wie die Siedlung ursprünglich einmal hieß, ein gewachsener Ort mit großer Tradition – die ersten Bauern siedelten sich hier schon im 6. bis 8. Jahrhundert an.

Hinter verschlossenen Türen, wenn es um solche Zukunftsfragen geht, kann der stets joviale 1,92-Meter-Mann auch durchaus deutlich werden, wenn die Dinge nicht entschlossen genug vorangehen. Die freundlichen Augen blitzen dann auf einmal ziemlich herausfordernd. 

Gewählt wurde Berno Huber in die ehrenamtliche Aufgabe des Vorsitzenden der Dorfgemeinschaft Rondorf, Hochkirchen, Höningen im August 2015 als Nachfolger des 2016 verstorbenen Ehrenvorsitzenden Josef Peter Nägel, der Jahrzehnte mit großer Tatkraft diese lokale Interessensvertretung unterstützt und maßgeblich geprägt hat. Inzwischen hat ein neuer Abschnitt begonnen: Seit 18. Dezember 2017 ist die „Dorfgemeinschaft“ als Verein beim Amtsgericht Köln eingetragen. „Das hat viele Vorteile“, erklärt Berno Huber, „denn damit bieten wir künftig nicht nur unseren Mitgliedern eine bessere Möglichkeit zur Mitwirkung, sondern können uns noch breiter aufstellen und uns für die Interessen unserer Bürgerinnen und Bürger noch intensiver einsetzen“.

Und da gibt es für ihn, sein siebenköpfiges Vorstandsteam und die derzeit rund 130 Personen, die als Einzel- oder Familienmitglieder die Anliegen der Dorfgemeinschaft unterstützen, vieles zu tun. Der Katalog der Aufgaben ist jetzt schon eindrucksvoll lang. Berno Huber liegen nicht zuletzt die Interessen der älteren Mitbürger sehr am Herzen, zum Beispiel mehr seniorengerechte Wohnangebote. Sichere und saubere Wege, gepflegte Grünanlagen, die Unterstützung von Kultur und Sport sind weitere Arbeitsschwerpunkte. Um dies alles zu fördern, findet jedes Jahr im November eine Haussammlung statt. „Aber dies wird von Jahr zu Jahr schwieriger, weil sich die Wohn- und Lebensbedingungen im Laufe der Jahre geändert haben“, räumt Berno Huber ein. Doch damit die erfolgreiche Arbeit weiter fortgesetzt werden kann, ist die Dorfgemeinschaft mehr denn je auf großzügige Spenden angewiesen.

Bleibt dem leitenden Mitarbeiter im Finanzbereich eines Unternehmens für Netzwerktechnik neben diesen vielfältigen Aktivitäten noch Zeit für Hobbies? Er lacht: „Wenigstens gelingt es mir ab und zu, mich mit guten Freunden bei einem Glas Wein oder einem frischen Kölsch in meinem Lieblingslokal zu treffen“. Allerdings bleibt ihm für seine vielen anderen ehrenamtlichen Aufgaben zunehmend weniger Zeit. Berno Huber will sich, nachdem er Mitte Oktober wiedergewählt wurde, deshalb noch mehr auf die Arbeit in der Dorfgemeinschaft konzentrieren und andere Verpflichtungen dafür aufgeben. Denn oberster Lobbyist des Veedels mit seinen derzeit 10.000 Einwohnern zu sein, das ist fast schon ein Fulltime-Job.

Einmal im Monat, am ersten Mittwoch, trifft sich Berno Huber mit seinen Vorstandsmitgliedern der Dorfgemeinschaft, um über Themen und Strategien zu reden. „Ich freue mich sehr, dass sich zu unseren Meetings immer öfter auch Gäste anmelden, um mit uns spezielle Vorschläge oder Anliegen zu diskutieren. Dieser Austausch macht unsere gemeinsame Arbeit so lebendig“ betont er. 

Gibt es Dinge, die ihn richtig ärgern können? „Ja“, sagt er, „wenn wir immer wieder über die gleichen Anliegen verhandeln, dann erst Versprechungen bekommen, aber nichts passiert. Wie zum Beispiel der Spielplatz am Weißdornweg, auf den wir schon seit drei Jahren warten“. Und was wünscht sich Berno Huber am meisten für die Zukunft? „Es wäre phantastisch, wenn sich noch mehr Bürger mit ihren Erfahrungen und Kenntnissen als Mitglieder in unsere Arbeits- und Projektgruppen einbringen würden. Denn jeder, der bei uns mitmacht, erhöht unsere Durchschlagkraft. Das sollte einen Mitgliedsbeitrag von zwei Euro im Monat wert sein.“ Er zeigt sich auch hier optimistisch: „Wie schon gesagt: Heimatbewusstsein ist auf dem Vormarsch“. Sagt`s und braust fröhlich mit seinem roten BMW-Roller noch eine Runde um sein „Dorf“. Bis zu nächsten Ecke, wo ihn bestimmt wieder jemand anspricht…. So erreichen Sie Berno Huber: info@dorfgemeinschaft.koeln

Meine Straße: Dreikönigenstraße

Unser Kater braucht mehr Auslauf. Also eine neue Bleibe am Stadtrand von Köln suchen! Dem Tier zuliebe zog es Werner Jäger 1984 von Zollstock nach Rondorf in die Dreikönigenstraße. Als viel beschäftigter Dachdecker und Gutachter hat er zudem von oben einen ganz besonderen Überblick über das Alltagsgeschehen unten. Alles gut in seiner Lieblingsstraße? Immerhin, selbst der Fluglärm stört ihn kaum: „Wenn ich morgens den Gemüseflieger höre, weiß ich, dass ich bald aufstehen muss“. Und sonst?

Wir haben mit unseren Kindern und unserem Kater „Mohr“ in der Dreikönigenstraße bis 1987 erst zur Miete gewohnt. Dann konnten wir das Eckhaus Dreikönigenstr. 29b kaufen. Erste Erfahrung: Viel Bürgersteig, viel Unkraut zupfen, viel Schnee schippen. Das Markante an der Dreikönigenstraße ist der wuchtige Getreidespeicher (der ehemalige Kirchturm der katholischen Gemeinde Heilige Drei Könige, dem die Dreikönigenstraße ihren Namen verdankt), den ich Ende der 60er Jahre zum ersten Mal gesehen habe und ganz erstaunt war, dass es sich bei diesem Turm nicht um einen Getreidespeicher, sondern um einen Kirchturm handelte (das Kirchenschiff hinter dem Turm konnte ich von der Straße aus nicht sehen).

Als wir 1984 in die Dreikönigenstraße gezogen sind, waren große Bereiche der Straße noch Felder, wo heute Einfamilienhaus-Siedlungen stehen. Unser Sohn hat damals mit Freunden an einem der an die Felder grenzenden Häuser ein Kellerfenster eingeschmissen und wurde prompt erwischt. Erfreuliches Ergebnis: Zwischen der Besitzerin des Hauses und meiner Frau hat sich in der Folgezeit eine lange, durch unsere Hunde entstandene Freundschaft entwickelt. Es gab von der Hausbesitzerin seitdem jedes Jahr zum Geburtstag meiner Frau eine leckere Buttercremetorte. Wofür eingeworfene Scheiben nicht alles gut sind!

Ende der 80er Jahre habe ich, da ich ja sonst nichts Besonderes zu tun hatte (ironisch gemeint!) eine Pfadfindergruppe aufgemacht. Zuerst, zum Leidwesen meiner Frau, auf unserer Wohnzimmercouch, die mit der Zeit zu klein wurde. Auf der Suche nach einem Gruppenraum habe ich sowohl bei der katholischen als auch bei der evangelischen Kirchengemeinde angefragt und letztendlich in der evangelischen Gemeinde einen Raum gefunden.

Alleine aus unserer Straße hatte ich sieben Kinder in unserer Pfadfindergruppe und das Ganze hat sich im Laufe der Zeit zu einem Stamm mit allen drei Zügen gebildet: Wölflinge (6 – 12 Jahre), Jungpfadfinder (12 – 14 Jahre), Pfadfinder (14 – 18 Jahre) und Rover (ab 18). Wir hatten sogar eine lange Warteliste mit Anfragen. Als alles gut lief, habe ich mich zurückgezogen und die Leitung den jungen Leuten übergeben. Leider hatten diese es dann aber versäumt, für Führungsnachwuchs zu sorgen. Als die Gruppenleiter dann zum Studium auf diverse Unis gingen, ist diese ganze Pfadfindergeschichte leider wieder auseinandergefallen.

Straßen haben für mich schon von Berufs wegen immer etwas ganz Besonderes. Wenn ich zum Beispiel als Dachdecker im Rahmen von Wartungsarbeiten auf den Dächern der evangelischen Gemeinde in der Carl-Jatho-Straße zu tun habe, habe ich vom Kirchturm aus einen sehr guten Überblick über den südlichen Teil der U-förmig verlaufenden Dreikönigenstraße, die mittlerweile komplett zugebaut ist.

Wie war das zum Beispiel noch mit der alten Bäuerin, die im Bogen der Dreikönigenstraße in den 80er Jahren ein kleines Feld mit Gemüse bepflanzte, durch das auch Hühner liefen? Ich kann mich noch gut daran erinnern, dass sie, wenn sie das Feld bearbeitete, die getrocknete Katzen- und Hundesch… aufgenommen und einfach auf die Straße geworfen hat. Daran muss ich des Öfteren denken. Ich liebe es nämlich, die Hinterlassenschaften von Hunden anderer Leute vom Bürgersteig vor unserem Grundstück zu entfernen. (Ist ironisch gemeint, bitte nicht kommen und die Hunde extra vor unserem Haus ihr Geschäft machen lassen!)

In der Dreikönigenstraße gibt es auch Hunde. Kleine, mittlere, große und sehr große. Auch wir haben einen Hund, genannt Leo, einen Australien Shepherd. Es ist der fünfte Hund, der mit uns in der Dreikönigenstraße lebt und wie alle Hunde und Katzen vor ihm ein Familienmitglied ist. Denn damit sie mich nicht missverstehen: Ich liebe Hunde. Aber …

Im nach Norden weisenden Straßenbogen der Dreikönigenstraße befand sich lange Zeit der Parkplatz der ehemaligen Kneipe „Treffpunkt“, wo an Wochenenden im Saal öfter bei Discoveranstaltungen der Bär los war. Nachts zogen die jungen Leute laut redend und mit Bierflaschen bewaffnet durch unsere Straße. Heute ist der „Treffpunkt“ nur noch eine Bauruine.

Was einmal daraus wird?

Manchmal kurven bei uns abends Leute mit ihren Autos suchend durch die friedliche Dreikönigenstraße. Was suchen die? Sie suchen den Veranstaltungsort „Stollwerk“ in der Dreikönigenstraße im Severinsviertel und landen, weil sie die falsche Postleitzahl in ihr Navi eingegeben haben, bei uns in Rondorf. Wenn es dann schon kurz vor 20:00 Uhr ist, dann wird es bis zum Stollwerk, in dem die Veranstaltungen um 20:00 Uhr beginnen, sehr knapp!

Man kennt sich in der Dreikönigenstraße und man grüßt sich. Manchmal führen wir auch längere Gespräche über Gott und die Welt. Ich bin in Rondorf bekannt wie eine bunte Kuh, habe aber oft Schwierigkeiten, die Leute, die mich grüßen, einzuordnen. Entschuldigung! Ich bin froh, hier zu leben, ich lebe gerne hier und hoffe, dass ich das noch einige Jahre tun darf. „Inschallah“.

Zum Schluss meines Reports über meine Straße noch das: In Zollstock war es laut. In der Eifel, in der wir ein Ferienhaus haben und dort öfter an Wochenenden und Feiertagen weilen, ist es besonders an Wochenenden laut, da die jungen Leute mit ihren oft getunten Autos des nachts durch den Ort brettern. In Rondorf in der Dreikönigenstraße ist es dagegen am Wochenende richtig ruhig (Ausnahme siehe oben: frühere Discoveranstaltungen beim Treffpunkt). An den Fluglärm habe ich mich längst gewöhnt und er stört mich nicht mehr. Ich weiß, wenn ich morgens den Gemüseflieger höre, dass ich bald aufstehen muss. In der Eifel hingegen sind unsere Kinder und wir manchmal tagsüber fast von den Stühlen gekippt, wenn Tiefflieger das Unterfliegen von Radaranlagen im Kylltal übten. Man sah nur einen großen Schatten und erst dann kam das ohrenbetäubende Getöse des meist amerikanischen Kampfjets.

Ich wünsche uns allen ein friedliches und tolerantes Miteinander, damit unsere Welt besser wird.

Ihr Werner Jaeger aus der Dreikönigenstraße. 

In jeder Ausgabe des Newsletters SÜDBLICK stellt ein Bürger „seine“ Straße vor, in der er lebt. Wollen Sie uns auch Ihre Straße ganz persönlich zeigen? Vielleicht eine charmante Liebeserklärung – oder eher eine bittere „Abrechnung“? Alltagserlebnisse: Schön, skurril, traurig …. Was gefällt und was gefällt weniger an „Ihrer“ Straße? Was nervt dort richtig? Was klappt überhaupt nicht? Was schätzen Sie? Was vermissen Sie? Schreiben Sie an: newsletter@dorfgemeinschaft.koeln

Meine Straße: Die Habichtstraße

Die Habichtstraße ist zwar nur eine von 5.254 Straßen in Köln – aber für SÜDBLICK-Leser Peter J. Bach etwas ganz Besonderes. Für Ortsunkundige kann die Fahrt durchaus unvermittelt an zwei mächtigen Pollern enden. Doch am anderen Ende der Straße findet der Kundige sogar Lamas.

Besuchern der Habichtstraße in Rondorf, die sich mit Hilfe ihres GPS-Geräts führen lassen, kann es passieren, dass sie „verführt“ werden. Denn die Habichtstraße hat einen blinddarmähnlichen Fortsatz, der nicht für Autos ausgebaut ist und von der Rodenkirchener Straße kommend vor zwei Pollern endet, die die Durchfahrt zu dem anderen Teil der Habichtstraße verhindern. Der durchgängige Weg zur Habichtstraße führt korrekt über die Reiherstraße und den richtigen Weg erkennt man an dem Hinweis- Schild: Achtung Sackgasse – keine Wendemöglichkeit!

Und tatsächlich endet die Habichtstraße abrupt an einem Zaun. Dahinter ist Wiese, mal mit natürlich frei wachsendem Gras, mal gemäht, und immer wieder auch die Aufgabe erfüllend, Tieren eine Weide zu sein. Das abrupte Ende der Straße erinnert an die Planung der neuen Siedlung, die durch den Verkauf der landwirtschaftlichen Nutzfläche an den Immobilieninvestor Otto Aue Ende der Siebzigerjahre mit 15 Reihenhäusern begann. Als die ersten Häuser bezogen wurden, gab es keine gebaute Straße, sondern nur einen festgefahrenen Ackerweg, der bei Regen zur Freude der Kinder zu einer herrlichen Matsch-Spielstraße wurde.

Nach einiger, für die Anwohnerkinder kurzweiligen Zeit baute die Stadt eine geteerte Straße mit Bürgersteigen und die Ordnung kehrte in die Habichtstraße ein – und endet am Sackgassenzaun.

Anfänglich tummelten sich hinter diesem Zaun die Schweine und gaben uns Städtern das Gefühl der ländlichen Idylle, was den Umzug in ein Eigenheim zusätzlich versüßte. Es waren für uns schon damals „freilaufende“ Schweine, die fast täglich aus ihrem Stall hinaus durften und so an das traditionelle „Sau rauslassen“ erinnerten.

Auch eine große Muttersau war dabei, die zu unserem Leidwesen das Besteigen des herbeigebrachten Ebers mit Knochenbruch bezahlen musste und mit dem Traktor des freundlichen Bauern August Füssenich abtransportiert wurde. Noch heute, 40 Jahre später, erfreuen wir uns an der bäuerlichen Nachbarschaft. Jahrelang bevölkerten im Frühjahr Junggänse die Wiese und schnatterten lustig in großer Gemeinschaft durch das Jahr, bis auch sie die alljährlich wiederkehrende Gänsebraten-Saison im November hinraffte. Inzwischen wird die Grasfläche von wechselnden Grasfressern besiedelt und führt zu regelmäßigen Besuchern der Habichtstraße, die Ihren Kindern die hier noch existierende Ländlichkeit des ehemaligen Dorfes Rondorf zeigen.

In letzter Zeit waren neben Schafböcken, die zur koscheren Schlachtung bestimmt, zwischendurch friedlich weiden durften, auch Lamas zu sehen. Stumm und ratlos schauten sich diese Tiere aus den Anden um und fragten sich vielleicht, wie es mit der Wiese am Ende der Habichtstraße wohl weitergehen wird. Kommt die Verlängerung zur Hahnenstraße und damit das Ende der Sackgasse oder darf die Beschaulichkeit einer Straße, die noch keine Durchgangsstraße ist, ihren Dornröschenschlaf weiter genießen?

Historisch gesehen wurde der anfängliche Siedlungskomplex durch den Straßenbau getrennt. Die etwas höher gelegenen Häuser, deshalb auch scherzhaft „Oberdorf“ genannt, liegen heute an der Reiherstraße. Erst Anfang der achtziger Jahre kam die Reihenhauszeile an der Ostseite der Habichtstraße hinzu. Aufgrund der Himmelsausrichtung der Vorgärten nach Südwesten entstanden lauschige Plätze in der Abendsonne vor der Haustüre und ermöglichten eine freundliche Kommunikation unter den Anwohnern.

Dies führte zu einer Gemeinschaft, deren Dynamik anfänglich zu spontan organisierten Straßenfesten führte. Mit den Jahren wurde das Straßenfest immer perfekter und professioneller bis hin zu Bierstand und Grillstation (nur ohne Toilettenhäuschen, da jeder nach Hause gehen konnte). Am Ende kam sogar der Spielmannszug Blau-Weiß Rondorf und brachte ein Ständchen. 

Heute sind wir Habichtsträßler der ersten Stunde älter geworden, einige haben uns verlassen, einige sind weggezogen und andere sind dazugekommen. Die Kinder der Gründergeneration besuchen jetzt ihre Eltern, die noch in dem Zuhause ihrer eigenen Kindheit wohnen. Es ist ruhiger geworden, der Generationenwechsel vollzieht sich langsam. Und so freut es umso mehr, dass durch Zuzug und durch die Enkelkinder der Gründergeneration wieder Kinder die Sackgasse beleben. Deshalb: Achtung an alle Autofahrer, die am Montagnachmittag am Ende der Straße wenden wollen oder einen Parkplatz für einen Einkauf suchen, denn dann ist die Habichtstraße durch mobile Poller zur Spiel-Straße für die Kinder der Kinder umfunktioniert und wird zu allerlei Spielstraßenaktivitäten genutzt. Doch auch zu anderen Zeiten bitten wir die Autofahrer, nicht in die Habichtstraße zu rasen, auch wenn sie ihr GPS diesmal richtig geführt hat.

Damit das Leben in der Habichtstraße munter weitergehen kann.

In jeder SÜDBLICK-Ausgabe stellt ein Bürger ganz persönlich „seine“ Straße vor, in der er lebt. Wollen Sie Ihrer Straße auch eine charmante Liebeserklärung schreiben oder einmal loswerden, was Sie dort so richtig nervt? Schreiben Sie an: newsletter@dorfgemeinschaft.koeln

Einer von uns: Marc Kevin Göllner

Mit seinem Markenzeichen, dem umgedrehtem Baseball-Käppi, stürmte Marc Kevin Goellner in den 1990er Jahren die Tennis-Weltrangliste. Er feierte als Profi 14 Jahre lang im internationalen „Tenniszirkus“ große Erfolge, konnte sechs ATP-Tour-Titel einfahren, holte olympisches Bronze und 1993 gleich in seiner Debutsaison für Deutschland den begehrten Davis Cup. Heute bietet er in seiner eigenen Tennisakademie in Hochkirchen professionelles Training und Unterstützung auf dem Weg nach oben an. Doch der Standort muss voraussichtlich Straßenplanungen weichen. Dem SÜDBLICK verriet „MKG“, wie es mit dem beliebten Leistungszentrum dann weitergehen soll. 

Wir treffen den 1,97-Meter-Mann auf dem gepflegten roten Court, der für ihn fast schon zum Wohnzimmer geworden ist. Braungebrannt, als käme er gerade vom Urlaub. Auch heute noch ist Marc Kevin Goellner fast jeden Tag und beinahe zu jedem Wetter hier. Denn er hat sein Hobby zum Beruf gemacht und lacht: „Gibt es etwas Schöneres? Ich freue mich jeden Tag neu, hier weiter Tennis spielen zu können!“

2011 hat der Champion der schnellen Bälle auf dem Großrotter Hof seine eigene Tennisakademie gestartet – und zieht nunmehr zufrieden Bilanz: „Der Schritt hat sich definitiv gelohnt“. Die Anlage ist von morgens früh bis spät in die Nacht fast komplett ausgebucht und kaum noch ausreichend für die wachsenden Ansprüche. Denn Goellners Trainingskonzept kommt bestens an. Für alle Altersgruppen, für alle Leistungsklassen hat er ein spezielles Angebot. Erste Frage: Was macht einen guten Tennisspieler aus? Die Antwort kommt schnell: „Ehrgeiz, hohe Konzentration, Freude am Spiel. Talent natürlich auch, aber dies kann viele Facetten haben!“

»Be professional!« lautet Goellners Erfolgsmotto. Und er erklärt: „Ein bisschen Profi geht nicht, Du musst das Projekt schon hoch professionell anpacken!“ Dabei hat er erkannt: „Hier lernen schon Kinder und Jugendliche Disziplin, Charakter und Durchhaltewille. Das alles sind Tugenden, die später auch im beruflichen Leben den Erfolg ausmachen“.

Über seine heutigen Aktivitäten erzählt er ganz freimütig: „ Ich habe in meiner Karriere auch Fehler gemacht. Die Jugendlichen sollen heute lernen, wie man solche Sachen vermeidet.” Welche Fehler? „Ach“, sagt er lachend, “Es reicht, wenn die Jugendlichen sie kennen.” Hier, herrlich im Grünen stellt Marc Kevin Goellner ambitionierten Tennisspielerinnen und -spielern ein Netzwerk zur Verfügung, welches sämtliche Möglichkeiten abdeckt. Dies beginnt bei kostenlosen Try-Out-Days.

Ganz besonders stolz ist der einstige Weltklassespieler auf sein Trainings- und Spielangebot für Kids ab vier Jahren. „Im Mittelpunkt steht hierbei ein spezielles Kinder-Tennisprogramm, welches mit einem durchdachten Konzept professionell und mit viel Spaß schnelle Lernerfolge verspricht“, erklärt „MKG“. Er sagt aber auch: „Es ist kein Zuckerschlecken, Profi zu werden. Denn das heißt zum Beispiel, nach einer Niederlage sofort wieder alles zu geben!“ Wer Marc Kevin Goellner zuhört, spürt nicht nur seine Freude am Sport, sondern auch seinen nach wie vor ungebremsten Ehrgeiz. „Einmal ein Talent unter die zehn besten der Welt zu begleiten, das wäre schon was“, sagt er mit breitem Grinsen im Gesicht. 

Dann erzählt er von seinem Herzensprojekt: Er ist Botschafter für das Rollstuhl-Tennis. „Was diese Menschen trotz Handicap auf dem Platz schaffen, fasziniert mich immer wieder aufs Neue. Am meisten berührt mich dabei die Leichtigkeit, mit der sie trotz aller Probleme das Leben genießen! Das ist beispielhaft“.

Ihn selbst nannte die Presse in seiner Profi-Zeit „Baby Bum Bum“. Denn mit seiner starken rechten Spielhand besiegte der heute 48jährige unter anderem dreimal den mehrfachen Wimbledon-Sieger Stefan Edberg sowie weitere Tennislegenden wie Ivan Lendl, Michael Stich, Mats Wilander …. Mit seinen Big Points brachte er es in die Top 30 der ATP-Weltrangliste. Einer der Höhepunkte seiner steilen Karriere: Im Doppel holte er gemeinsam mit David Prinosil die Bronzemedaille bei den Olympischen Spielen 1996 in Atlanta. Sein größter Triumph jedoch war sein Finalsieg gegen Ivan Lendl 1993 in Nizza, sein erster Einzeltitel. „Und den Sieg im Daviscup kann uns auch keiner mehr nachmachen, weil es dieses Turnier so nicht mehr gibt“ schaut er zufrieden zurück. Immerhin: Acht Jahre lang lief er im bedeutendsten Mannschaftswettbewerb der Welt mit dem Adler auf der Brust auf. Knapp zwei Millionen Euro Preisgeld verdiente „MKG“ in seiner Karriere, die er 2005 beendete – seiner Familie zuliebe, für die er mehr Zeit aufbringen wollte.

Und was ist im „internationalen Tenniszirkus“ das Schwierigste? „Vielleicht das Heimweh“, hat er von so manchem erfahren. Nur er selbst hat dieses Gefühl so eigentlich nie gekannt, ist er doch viel in seinem Leben umgezogen: Geboren 1970 in Rio de Janeiro, wuchs er in Brasilien als Sohn eines Diplomaten auf. Weiter ging es nach Tel Aviv in Israel, dann nach Sydney in Australien und Recife in Brasilien. Erst mit 16 Jahren kam er nach Deutschland.

„Köln ist eine geile Sportstadt“, sagt er heute. Hier wohnt er im beschaulichen Stadtteil Widdersdorf in jenem Neubaugebiet, das manche als Vorbild, andere als abschreckendes Beispiel für das Projekt „Rondorf-Nordwest“ sehen. Wie ist seine eigene Meinung dazu? „Widdersdorf ist im Ganzen gut gelungen“ hält er der Kritik entgegen – und sieht auch die Pläne für Rondorf positiv: „ Die Vision, die dort entwickelt wird, ist richtig!“ Dieser Optimismus mag erstaunen, denn wenn die Pläne der Stadt Köln in den kommenden Jahren Wirklichkeit werden, könnte dies auch das „Aus“ für seine Tennis-Akademie am jetzigen Standort bedeuten. Das Gelände wird nämlich aller Voraussicht nach gebraucht für die geplante, viel diskutierte Umgehungsstraße. Bis Ende des Jahres rechnet der Tennisprofi dazu mit einer Entscheidung der Stadt Köln. Und dann? Da er täglich zwischen seinem Wohnort und der Tennis-Akademie hin- und herpendelt, kennt er die Verkehrsprobleme rund um Rondorf und Hochkirchen bestens aus eigener Anschauung. Er zeigt deshalb Verständnis für eine neue Entlastungsstraße und gibt sich im SÜDBLICK-Interview gesprächsbereit: „Wenn wir zu einer gemeinsamen guten Lösung kommen, bin ich dafür offen“. Klar, in seine Tennisakademie hat der Erfolgssportler viel Herzblut, Energie und auch Geld gesteckt. Und er möchte deshalb, dass es auf jeden Fall weitergeht. Dann eben an einem neuen Standort, aber auf alle Fälle in Rondorf, ist sein Wunsch. „Sollten wir neu bauen, wäre es gut, größer zu denken und für Sport, Wellness, Gesundheitsversorgung gemeinsam ein großes neues Dach mehrerer Partner zu schaffen“ denkt er schon einmal weit voraus. Er glaubt, die lokale Unterstützung für diese Idee hinter sich zu haben. Er denkt an die Schulen, die kein Schwimmbad in der Nähe haben, an die Vereine im Kölner Süden, die Trainingsmöglichkeiten brauchen. An Gesundheitseinrichtungen, die derzeit fehlen. Vorteil Goellner. 

Freizeit gibt es für ihn nach wie vor nur wenig. Wenn es möglich ist, fährt er Ski. Doch momentan steckt er mitten in den Vorbereitungen für sein nächstes Projekt, die diesjährige »Marc-Kevin Goellner Herbstreise« in den Robinson Club Kyllini Beach als sportorientierter Urlaub für die ganze Familie in den Herbstferien vom 11. bis 25.Oktober 2019. Wer mitmachen will: Telefon: 02861/896520; Email: info@mundm-reisecenter.de) 

Kontakt: Marc-Kevin Goellner Tennis-Akademie, Großrotter Weg 33 | 50997 Köln, Tel.: Telefon: 0151/23064308, E-Mail: info@mkgoellner.de

Meine Straße: Der Birkenweg.

Elegant und lässig. So schlängelt sich der Birkenweg am östlichen Ortsrand von Rondorf entlang. Er wurde im Lauf der Jahre immer länger. Irgendjemand hat genau nachgemessen: Heute sind es stolze 813 Meter. Dahinter sehr viel Grün: Felder und Wald. Und mitten in dieser äußerst gepflegten verkehrsberuhigten Straßenzeile hat auch Karl-Heinz Muhs seit 18 Jahren sein Domizil. Wie es sich dort lebt? Dem SÜDBLICK hat er seine Lieblingsstraße gezeigt.

Beruflich bedingt bin ich mit meiner Familie schon 1995 nach Rondorf gezogen. Alles war dort damals noch recht überschaubar. In der Landsberger Straße sind wir für eine Bleibe schnell fündig geworden. Die Nähe zum Arbeitsplatz, die Einkaufsmöglichen in und rund um Rondorf, Infrastruktur wie Kinderärzte, Grundschule und der Grüngürtel sowie ein Angelgewässer in der Nähe (die ehemalige Kiesgrube Thelen) waren überzeugende Argumente für Rondorf.

Schon damals tauchten Gerüchte auf: Eine Umgehungsstraße soll kommen. Sogar eine schnelle S-Bahntrassenführung von der City über Rondorf nach Meschenich wurde diskutiert. Dazu ein neuer Dorfmittelpunkt irgendwo gegenüber der Kiesgrube Thelen. Dies alles klang sehr verheißungsvoll für meine Ohren. Spätestens die Sportvereine in Rondorf bestärkten meine Familie darin, dass Rondorf im Kölner Süden die richtige Wahl ist. Irgendwann war ich nicht mehr nur mit meiner Frau verheiratet, sondern auch dem TuS Rondorf. Außerdem noch ein weiterer Pluspunkt: Irgendwie war man in Rondorf „auf dem Land“ aber doch in unmittelbarer City Nähe. Was gibt es Besseres?

Als im Jahr 2000 im Birkenweg ein Bauabschnitt mit mehreren Doppelhaushälften beworben wurde stand bald unser Entschluss fest, aus der Mietwohnung in eigene vier Wände zu ziehen. Ganz in der Nähe der Ecke Birkenweg/Am Höfchen fand sich für uns das richtige Plätzchen. Bereits in der Rohbauphase lernten wir hier unsere „alteingesessenen“ und neuen Nachbarn kennen und unsere Kinder hatten auf dem „Bauspielplatz Birkenweg“ jede Menge Spaß – über viele Jahre hinweg. 

2001 war es dann soweit. Im Oktober stand unser Häuschen als eines der ersten im Bauabschnitt. Fehlende Straßenverbindung und matschige Stichwege machten den Umzug zwar zu einem Outdoor-Abenteuer, das wurde aber durch hilfsbereite Nachbarn mehr als wettgemacht. In der Anfangszeit wurden noch zwei größere Birkenwegstraßenfeste organisiert. Dies reduzierte sich aber im Laufe der Zeit leider zu kleinen Stichwegfesten. Deshalb wäre es an der Zeit, jetzt mal wieder richtig gemeinsam miteinander zu feiern.

Auf Initiative der Neuanwohner wurde die Straße im Zuge der Kernsanierung zum Glück verkehrsberuhigt angelegt. Nirgends schneller als 30 km/h! Bei gefühlt hundert Kindern U6 ein richtiger Entschluss, auch wenn es fast bis zum Teenageralter dieser Kids dauerte, bis der Birkenweg (neuer Teil) endlich fertig gestellt war. Heute parken hier nicht mehr 100 Bobby Cars, sondern gefühlt 100 Zweit-, Dritt- und Viertfahrzeuge – Kids und Teens werden nun mal erwachsen und mobil. Und die Parkplatzsuche fördert auch die Kommunikation. In den fast 20 Jahren sind seitdem viele der Erstbewohner schon wieder weggezogen; dafür beleben die ersten neuen „Kurzen“ der nächsten Generation das Straßenbild – wunderbar. 

Der Birkenweg in Rondorf besteht inzwischen aus drei Teilstraßen; das merkt jeder, der mal von oder zur Autobahn über die Straße „Am Wasserwerk“ fahren will. Der Birkenweg ist „Anwohner frei“, jeder Abschnitt für sich! Gefühlt hält sich daran kein Mensch, und unseren verkehrsberuhigten Straßenabschnitt mit „Fußgängertempo“ erkennt man auch nur an den Verkehrsschildern. Gerade morgens und nachmittags ist hier richtig Rushhour mit Geschwindigkeiten teils knapp über 50 km/h.

Am Birkenweg gefällt mir persönlich, dass es hier ruhig ist – das richtige zum Entspannen nach Feierabend und am Wochenende. Überdies bin ich in drei Minuten im berühmten Grüngürtel. Und: wir leben auf einer Hallig; Hochwasser wie in anderen Straßen rauscht an uns vorbei. 

Was wird uns die Zukunft bringen? Wenn das neue Wohngebiet Rondorf Nord-West kommt, wird es bestimmt deutlich lebhafter am gemütlichen Birkenweg. Dann wiederum denke ich zurück an das Jahr 1995 und sage mir: Bei den bekannten Bau- und Erschließungsgeschwindigkeiten werden wohl noch ein bis zwei Generationen ins Land ziehen, bevor es soweit ist.

Auch im Nachhinein betrachtet war für meine Familie der Entschluss richtig, im Kölner Süden in Rondorf sesshaft zu werden und hier nicht nur zu wohnen, sondern auch zu leben. Und ich weiß, so sehen das auch die anderen „Birkeneinwohner“ so. Für mich sind sie ( fast )alle wie gute Freunde geworden.

Im nächsten SÜDBLICK sind wir zu Gast in der Habichtstraße. Wollen Sie uns Ihre Straße auch einmal ganz persönlich vorstellen? Welche Alltagserlebnisse verbinden sich damit? Zeigen Sie uns so die Vielfalt Ihres Wohngebietes! Schreiben Sie an: newsletter@dorfgemeinschaft.koeln.

Einer von uns: Roman Michelfelder

Jugendarbeit, ein vorbildliches Musikangebot für Groß und Klein, neue Gesprächsformen – so will Pfarrer Roman Michelfelder die evangelische Kirchengemeinde Rondorf für alle Menschen unterschiedlicher Generationen und Herkunft in Rondorf noch weiter öffnen. Sein Angebot: »Ein für jeden offenes Haus mit Anspruch«. Am Sonntag, dem 22. September 2019, wird er nach zweijährigem Probedienst im Rahmen des Gemeindefestes feierlich in sein Amt eingeführt.

„Eigentlich war es so nicht geplant, dass ich einmal als Pfarrer hierher zurückkommen würde, wo ich aufgewachsen und zur Schule gegangen bin“, lacht Roman Michelfelder. Aber an die Zeit damals, als Rondorf noch ziemlich dörflich war, erinnert sich der heute 31jährige jederzeit gern, auch an seine Zeit als Jugendlicher beim SC Rondorf denkt er mit Freude zurück. 

Ursprünglich wollte er einmal Lehrer werden. Prägend für seine Entwicklung war für ihn der Zivildienst am St. Antonius Krankenhaus im Bayenthal. „Dort habe ich gelernt, wie wertvoll der Dienst für den Menschen ist. Das war einerseits manchmal durchaus anstrengend. Aber andererseits gab es mir auch sehr viel zurück!“ 

Es folgte ein Studium der Geschichte und Theologie in Tübingen, Zürich und Bonn. Nach dem ersten Theologischen Examen war er für ein Jahr Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Reformationsgeschichte und Kirchengeschichte der neueren Zeit an der Universität Bonn. Dass er sich schon früh für theologische Fragen interessierte, hat sehr viel mit seinem damaligen Pfarrer in Rondorf zu tun: Thomas Hübner, der in der Gemeinde mehr als 35 Jahre wirkte, ihn taufte, konfirmierte und auch traute. Und vor allem ermutigte er den Sohn eines Juristen und einer Lehrerin schließlich zur Ausbildung als Pfarrer. „Ich habe zunächst deshalb gezögert, weil dieser Beruf eine ganz besondere Lebensaufgabe ist, eine Berufung.“ erzählt Roman Michelfelder. Doch dann entschied er sich für diesen Weg – und ist dankbar für den Schritt, der ihn als Vikar zuerst nach Bad Honnef und an das Seminar der Evangelischen Kirche der Pfalz führte. 

Zwei Jahren absolvierte er danach auf Beschluss des örtlichen Presbyteriums in Rondorf seinen Probedienst für die rund 2400 Gemeindeglieder, die nicht nur aus Rondorf, sondern auch aus Immendorf und dem Hahnwald kommen. Der Kontakt zu Thomas Hübner, den als einen großen Theologen unserer Zeit und als „Glücksfall“ für die Gemeinde lobt, ist in dieser Zeit nicht abgerissen. „Wir telefonieren regelmäßig und ich gebe gerne zu, dass ich mir von ihm auch immer wieder so manchen guten Rat geholt habe“, sagt Roman Michelfelder. Er weiß aber auch: „Natürlich bin ich ein anderer Typ als er, habe meinen eigenen Stil. Es bringt Menschen ohnehin nicht weiter, sie immer nur miteinander zu vergleichen“.

In der Tat will „der Neue“ künftig verstärkt eigene Akzente setzen. „Es ist schön für mich, jetzt wiedermit Menschen zusammenzutreffen, die ich noch von früher her gut kenne und die für mich eine sehr persönliche Bedeutung haben. Aber ich merke und sehe auch, dass er Ort sich sehr verändert hat im Laufe der Jahrzehnte und nunmehr vor neuen großen Herausforderungen steht, was ich wiederum als positiv empfinde und als Chance sehe!“. 

Und schon ist der hochgewachsene Pfarrer mitten in seinen Zukunftsplänen. Das in der ganzen Region viel bewunderte Angebot der Musikschule Papageno, die beispielhafte musikalische Früherziehung, die Kurrende, der Kinderchor der Gemeinde, die für alle Kinder offen steht und die große Resonanz für den Rodenkirchener KammerChor und -Orchester, der wie andere Musikensembles im Ev. Gemeindezentrum seine Heimstätte gefunden hat, nennt er einen „Goldberg“, den es zu bewahren und zu mehren gelte.

„Mein Wunsch ist es, dass die Bevölkerung noch viel mehr von diesem kulturellen Reichtum 

Gebrauch macht. Jeder ist eingeladen, aktiv mitzumachen oder an unseren Konzerten teilzunehmen!“ Da sieht sich Roman Michelfelder übrigens auch durchaus selbst in der Pflicht. „Ich will mich künftig, wieder selbst mehr musikalisch beschäftigen und, wenn es die Zeit zulässt, im Chor singen“ sagt er. Ein Pfarrer sollte Freude am Singen haben!

Ein weiterer großer Schwerpunkt ist für ihn die Jugendarbeit. „Wir wollen Jugendliche mit den Themen ansprechen, die sie begeistern“, plant er. Da interessieren weder die Religion noch die Herkunft oder die soziale Situation. „Ich verstehe unser Gemeindezentrum als offenes Haus für jedermann!“. Neben dem regelmäßigen Jugendtreff am Mittwochabend sind ihm die mehrwöchigen Freizeitangebote ein großes Anliegen. So steht jetzt schon fest, dass es im kommenden Sommer von Ende Juni bis Mitte Juli für drei Wochen nach Splügen, in die Schweiz geht.

„Die vielfältigen verschiedenen Aufgaben eines Pfarrers lernt man erst wirklich in der Praxis“, ist die Vorläufige Bilanz von Roman Michelfelder nach zweijähriger Probezeit. Und die Erfahrung, dass die Menschen einem Pfarrer so viel persönliches Vertrauen entgegenbringen wie wohl keinem anderen Beruf. „Und deswegen ist es auch nur schwer möglich, eine scharfe Grenze zu ziehen zwischen dem Berufsleben und dem Privaten. Ich erlebe meinen Beruf als sehr sinnerfüllend. Und in jedem Gespräch lerne ich auch für mich wieder etwas Neues!“ Allerdings, fügt er hinzu: Dies alles gehe nur, wenn die Familie mitziehe. Und seine Familie weiß er hinter sich.

Am Sonntag, 22. September 2019 wird Roman Michelfelder um 11 Uhr von Superintendent Dr. Bernhard Seiger mit einem festlichen Gottesdienst in sein Amt als Pfarrer der evangelischen Gemeinde Rondorf in der Emmanuel Kirche eingeführt – anschließend wird auf dem Platz vor der Kirche an der Carl-Jatho-Straße gemeinsam groß gefeiert. 

Drei Wochen vorher hat auch die katholische Kirchengemeinde von Rondorf einen neuen Pfarrer bekommen. Da liegt die Frage nahe: Was würden Sie Ihrem katholischen Mitbruder gern als erstes sagen, wenn Sie ihn bei einem guten Glas Wein treffen? „Oh, in vielen Bereichen kann ich mir eine enge Zusammenarbeit sehr gut vorstellen. Vor allem würde ich gern anbieten, dass wir uns gegenseitig unterstützen!“ Sagt`s – und schaut noch schnell beim evangelischen Kindergarten gleich um die Ecke vorbei. Kontakt: roman.michelfelder@ekir.de

Einer von uns: Dirk Lottner

Für viele  Fans des FC Köln ist er immer noch  das große Idol: Dirk Lottner führte als Kapitän die Geißböcke  im Jahre 2000 erfolgreich zurück in die Fußballbundesliga. Was wünscht der Rondorfer  heute seinem langjährigen Verein, der ab Mitte August erneut in der 1. Liga starten kann? Der SÜDBLICK hat Dirk Lottner ganz privat besucht und mit ihm über sein großes Thema diskutiert: Wie kann der Fußballnachwuchs besser gefördert werden? 

Nein, Heimweh hat er nicht. Dirk Lottner fühlt sich wohl als Trainer beim Regionalligisten 1. FC Saarbrücken, mit dem er viel erreicht hat. Und doch hängt sein Herz weiterhin  an seinem FC Köln, für den der Junge aus der Südstadt  in mehr als 160 Spielen  fast 60 Tore erzielt hat.  „Klar, das war meine schönste und erfolgreichste Zeit, die prägt mich bis heute“, gibt er 47jährige offen zu. Auch  wenn die Kontakte inzwischen etwas weniger geworden sind, so beobachtet er doch die Entwicklungen beim Bundesligaaufsteiger nach wie vor sehr  intensiv – und nicht ganz frei von Skepsis. „Euphorie und Leichtigkeit“ zum Beispiel vermisst er momentan etwas. „Die Vorfreude auf die Bundesliga war schon mal größer“  konstatiert er. Und schätzt deshalb die Chancen des 1. FC Köln für die kommende Saison  vorsichtig realistisch ein: „ Man darf sehr zufrieden sein,   wenn es gelingt, sich von Anfang an aus dem Abstiegskampf herauszuhalten und am Ende sicher über dem Strich landet“.

Ein solches Urteil hat durchaus Gewicht.  Denn nicht nur als Spieler mit dem berühmten „Linksfuß“ genießt der 1, 87-Meter-Mann noch immer Kultstatus. Auch als Cheftrainer der U 23 des FC Köln, später der  U17- und der U 21 Bundesligamannschaft  hat der heute 47jährige prägende Spuren hinterlassen; zudem war  er 2010 als Co-Trainer auch für den Profikader mitverantwortlich. Und so reden sie im Verein noch heute voller Respekt über seine hohe soziale wie fachliche Kompetenz, seine stets sehr fundierten  Analysen, seine Führungsqualitäten wie etwa sein tolles Geschick, Spieler klug auf Position zu setzen.

Auffallend häufig fallen dann auch Wertungen wie „ Er ist immer im Umgang einer von uns

geblieben“, hat „ stets ein  offenes Ohr für die Probleme von Spielern“, „geht auf Leute zu und ist immer ansprechbar“. Qualitäten, die im heutigen Profi-Geschäft teilweise verloren zu gehen drohen. Und an diesen Qualitäten will Dirk Lottner auch in seinen aktuellen Aufgaben als Trainer umso konsequenter festhalten. „Junge Spieler haben heute oftmals zu wenig Zeit, sich persönlich weiterzuentwickeln. Wer mal einen Fehler macht, nicht rasch genug die erwartete Leistung bringt, muss zu schnell damit rechnen, dass er gleich rausfliegt. Aber der Charakter eines Spielers ist mindestens so wichtig wie sein fußballerisches Können, beides braucht Zeit, Geduld, gute Führung“. 

Sagt  Dirk Lottner, der seit seinem sechsten Lebensjahr zunächst  bei Rot-Weiß Zollstock spielte, dort früh lernte, sich im Wettkampf durchzusetzen bevor er 1985 zu Fortuna Köln wechselte und dort den Sprung in den Profi-Fußball schaffte. „Eigentlich wollte ich Lagerist werden. Ich hatte meine Ausbildung gerade erfolgreich abgeschlossen, da bot mir Fortuna Köln einen zwei-Jahres-Vertrag an. Zum Glück hatte ich einen Chef, der meine Lage gut verstand. Er meinte, wenn es mit dem Fußball nicht klappt, kommst du in zwei Jahren wieder zu unserer  Firma zurück“ lacht  der Mann, der heute mit seiner Familie glücklich in  Rondorf wohnt, aber doch meistens in der Fußballwelt unterwegs ist. 

Denn bekanntlich kam alles anders.  1997 wechselte der wachechte Kölner zu Bayer 04 Leverkusen, wo er sogar Champions-League-Erfahrung sammeln konnte. 1999 kam er dann endlich zur Geißbock-Elf. Lange Zeit führte er die Mannschaft auch als Kapitän auf das Spielfeld, so zum Beispiel im legendären Aufstiegsjahr 2000 unter Trainer Ewald Lienen. Sein letztes Spiel im Müngersdorfer Stadion krönte er 2004 mit einem sehenswerten Treffer und einer emotionalen Verabschiedung von „seinem FC“.

Seitdem ist ihm vor allem die Förderung des Fußballnachwuchses ein Anliegen: „In einer Millionenstadt wie Köln muss es doch viel mehr Talente geben“ war seine Devise. Deshalb eröffnete er  mit DFB-Fußball-Lehrer-Lizenz  im November 2014 seine eigene Fußballschule in Hürth. „Lottes Kicker“ wollen Erlebnisfußball statt Ergebnisfußball bieten. In der Soccer Arena in Hürth hat jeder Fußballbegeisterte  im Alter zwischen 6 und 15 Jahren die Möglichkeit, einmal  in der Woche neben seinem Vereinstraining unter der Leitung lizensierter Trainer ganz gezielt individuell zu üben, seine Technik, sein Passspiel oder seine Torschussqualität zu verbessern.  Das Angebot ist vielfältig – auch der Besuch eines Trainings der Bundesligamannschaft des 1.FC Köln gehört dazu.

Ob wöchentliches Zusatztraining, Feriencamps oder Vereinscamps, stets steht  in dieser Fußballschule  die Freude am Spiel im Mittelpunkt.  „Um das individuelle Potenzial eines Jugendlichen zu erkennen, muss er nicht jeden Tag auf dem Trainingsplatz sein. Weniger ist manchmal mehr. Denn mir ist es wichtig, dass jemand auch seine eigene Kreativität fördern kann“ ist Dirk Lottner überzeugt. Und hat damit offenbar Erfolg.  Denn einige seiner Sprösslinge haben bereits den Sprung zu renommierten Vereinen wie Borussia Mönchengladbach oder Alemannia Aachen geschafft.

Aber dies ist für ihn nicht das Entscheidende: Ihm kommt es darauf an, die Fußballvereine im Kölner Süden  wie etwa  den SC Rondorf mit seinem Angebot zu unterstützen und zu ergänzen. Mit diesen Vereinen würde er gern noch enger kooperieren – sozusagen als „Schnittstelle“. So gibt es bereits die Vereinscamps, bei denen die Trainer von Dirk Lottners Schule zum Verein kommen, mit diesen Trainingseinheiten auf dessen Gelände absolvieren. Dieses Konzept möchte man weiter ausbauen. „Den kleineren Vereinen müssen wir mehr denn je den Rücken stärken. Denn sie sind die wichtigste Basis für den Volkssport Fußball.“ An dieser Stelle wird der sportlich so Erfolgreiche  durchaus auch emotional, wenn er beklagt, dass die Fußball-Verbände des DFB  die Basis vernachlässigen: „ Für die Belange der kleinen Teams setzt sich dort niemand ein!“ Und dann haut der Ex- Profi noch eine weitere  Erkenntnis raus: „ Um die raren Talente gibt es ein immer brutaleres Hauen und Stechen. Das tut den jungen Spielern nicht gut! Dabei gehen Menschlichkeit, Offenheit, Charakter verloren“.  Er weiß, wovon er spricht: Beim  1. FC Saarbrücken hat der Coach eine ganz neue Mannschaft aufgebaut, damit zweimal hintereinander den Sprung in die dritte Liga nur ganz knapp verpasst. Die Folge: Die besten Spieler sind abgewandert – und der Trainer muss jetzt wieder neu aufbauen.

Bei solchen Betrachtungen verliert der erfahrene Profi  nicht den Blick für das größere Ziel: „Der deutsche Fußball war lange Zeit  internationales Vorbild. Dies ist vorbei.  Jetzt ist deshalb der Zeitpunkt, wo man manche Dinge kritisch hinterfragen muss. Was wir wieder stärker fördern müssen, sind starke Persönlichkeiten!“ Wer Dirk Lottner zuhört, spürt: Dieser Mann brennt noch immer für das runde Leder. Vielleicht kann er seiner geballten Energie auch eines Tages wieder in seiner Heimatstadt Köln freien Lauf lassen …..

Wer Näheres zu „Lottes Kicker – die Dirk Lottner Fußballschule“ wissen will, schreibt an

 info@lotteskicker.de

Meine Straße: Sesamstraße

Alle Welt kennt diese Straße. Wirklich? Anwohnerin Ulrike Neuss hat  da ihre ganz eigenen Erfahrungen gesammelt. Als sie 1990 in die Sesamstraße zog, ahnte sie nicht, welche lustigen Erlebnisse sie und ihre Familie dort erwarten würden. 

Schon die Geburt unserer Tochter Katrin stand unter dem Motto: „Ein Baby für die Sesamstraße“. Als Geschenke kamen prompt Kekse für den großen Bruder, diverse Sesamstraßenstrampler fürs Baby und Ernie, Bert und Tiffy- Figuren. Sesamstraßenposter zierten bald die Türen der Kinderzimmer und die Hasen im Garten erhielten  die Namen Samson, Oskar und Tiffy. Bei teuren Einkäufen wie Schrank, Fernseher, Auto, ja sogar beim Termine vereinbaren mussten wir uns erst ausweisen, weil niemand uns glaubte, dass wir in der Sesamstraße wohnen, sondern dies  allenfalls für einen schlechten  Scherz hielten. Oder gar einen echten fake.

Vor allem unsere Kinder wurden nicht ernst genommen, wenn sie ihre Adresse angaben. Richtig hart traf es unseren Sohn Christoph im Alter von drei Jahren: Er war ausgebüchst und machte einen „selbständigen Spaziergang“ durch die Umgebung.  Ergebnis:  Er landete bei einer Polizeiwache. Der Polizist meinte dort gestreng zu uns: „Lassen Sie Ihren Jungen nicht so viel fernsehen, er behauptet schon, er wohne in der Sesamstraße. Bringen Sie ihm lieber mal die richtige Adresse bei!“

Beim 25jährigen Jubiläum der Sesamstraße im Februar 1998 stand unser Telefon nicht mehr still; Funk und Fernsehen standen vor der Tür. Jeder wollte die echten Kinder aus der Sesamstraße kennenlernen. Sogar zu einer RTL-Liveshow wurden wir eingeladen. Es wurden Filme gedreht, die Kinder  waren Krümelmonster, wurden in Mülltonnen gesteckt, sollten mit Quietsche Entchen in der Badewanne planschen und so weiter. Es gab einen riesigen Berg an Fanpost und Eltern von überall her pilgerten mit ihren Kindern nach Hochkirchen in die damals einzige Sesamstraße Deutschlands, um Fotos mit dem berühmten  Straßenschild zu machen. Was sie alle nicht wussten: Eigentlich  hat unsere Straße gar nichts mit der Fernsehserie zu tun, die ja in Hamburg produziert wird. Unsere idyllische Sackgasse mit neun Flachdach-Reihenhäusern liegt vielmehr im ruhigen Märchenviertel in Hochkirchen und der Name stammt von dem Satz „Sesam öffne Dich“ aus dem Märchen Ali Baba und die 40 Räuber. Doch alle Kinder unseres kleinen Weges sind bis heute stolz auf ihre Sesamstraße, die 1978 entstanden ist. Und die Erfolgsgeschichte geht weiter. Im Mai schenkte uns Katrin eine 

„Enkelin für die Sesamstraße“. Alle Nachbarn fühlen sich wohl hier. Wir kennen einander und es ist selbstverständlich, dass wir aufeinander achten und gegenseitig aufpassen. Bei uns kann man wunderbare Dinge sehen: Eichhörnchen hüpfen von Ast zu Ast, oft auch mit ihren Jungen. Viele Vogelarten nisten hier. Ein Igel wandert von Garten zu Garten. Die Vorgärten zum Nachbarschaftsplausch. Nur die inzwischen viel zu hohen Bäume machen einem  manchmal das Leben schwer: Sie wurzeln unter die Garagen und die Tore bekommt man kaum noch zu. Schlimmer war, dass vor 15 Jahren das Hochwasser in die Souterrain-Räume schwappte. Aber auch das haben wir in guter Nachbarschaft überstanden.

In der nächsten Ausgabe Anfang September besuchen wir den Birkenweg. Wollen  Sie uns Ihre Straße auch einmal ganz persönlich vorstellen? Welche Alltagserlebnisse verbinden sich damit? Zeigen Sie uns so  die Vielfalt unseres Wohngebietes! Schreiben Sie an:  newsletter@dorfgemeinschaft.koeln.

Meine Straße:  Der Uhuweg

Hier drehten einmal Raubvögel ihre Kreise und hüteten Schäfer ihre Herde. Bis dort die „Holländische Siedlung“ entstand. Der Uhuweg wurde so für Tom Grothkopp und seine Familie eine Chance, mit vielen anderen  Menschen gemeinsam neu zu starten. Die  Fußballfeste sind noch immer legendär. Doch leider geriet die beschauliche Siedlung einmal auch in die Negativschlagzeilen.

 

„Römerhof“ nannte die Bauträgergesellschaft Wilma die Neubausiedlung Uhuweg, die in den 1990er Jahren zeitlich zwischen Waldkauzweg und Merlinweg entstand. Reste dieses Hofes soll es östlich der Siedlung unter dem Spargelfeld geben. Ende 1995 gehörten wir zu den ersten Siedlern inmitten einer Brache, über der damals noch Lerchen sangen, Raubvögel ihre Kreise drehten und der Schäfer mit Hund und Herde zog. Mit dem Aushub der Häuser wurde der Autobahnwall errichtet, mit zunehmender Bebauung gingen Lärmbelastung und der Blick auf Raffinerie zurück.

 

In den Uhuweg zogen viele aus ganz Deutschland zugereiste Familien. Die meisten kamen aus beruflichen Gründen, viele wählten den Standort, um bequem zur Arbeit zu kommen, für manche, um über die nahe Autobahnauffahrt schnell in Bonn oder gar Düsseldorf zu sein. Für uns war es eine Chance, dass viele Menschen miteinander neu starteten, sich schnell Bekanntschaften schlossen, Freundschaften entstanden. Zumal die meisten mit Kinderwünschen und jungen Kindern in den Uhuweg zogen, Eltern gemeinsam zusahen oder mitspielten.

 

Unsere Kinder hatten eine wunderschöne Zeit, konnten herrlich auf der Spielstraße ihre Runden drehen, spielen, kreativ sein. Wir als Eltern fanden schnell zueinander. Nachbarschaftshilfe war großgeschrieben, Feiern, Straßenfeste und die berühmten Bauten für die gemeinsamen Fußballereignisse sind legendär. Ein Trupp fährt noch heute gemeinsam zu europäischen Austragungsländern von Fußballmeisterschaften.

 

Mittlerweile sind die Kinder im Studium, im Beruf, die gepflasterten Flächen erscheinen überproportioniert, die Autos werden immer zahlreichen und üppiger, die Kommunikation zwischen den Nachbarn selektiver, der Wettbewerb, „wie sichere ich mir den Parkplatz genau vor meinem Haus“ findet täglich statt. Der Uhuweg reiht sich in die Bürgerlichkeit vieler anderer Straßen ein, die einstmals als Siedlung mit Gemeinsinn begonnen hatten.

 

Als „Holländische Siedlung“ wurde der Uhuweg oft bezeichnet. Tatsächlich kamen die Maurerkolonnen aus den Niederlanden, wie auch die Ziegel, welche der Straße den Charakter geben. Ein halbes Dutzend Haustypen wurde innerhalb von zwei Jahren realisiert, recht willkürlich zur Himmelsrichtung platziert. Das attraktive am Klinker ist, dass er den Fassaden über viele Jahrzehnte einen schönen, geschlossenen Charakter gibt, er schützt den Uhuweg vor unpassenden Fassaden und abstrusen Veränderungen. Diesen bemerkenswerten Gesamteindruck, zu dem auch die Doppelgaragen mit überdimensioniertem Dach zählen, stören die 70 billigen weißen Garagen – es wurde am falschen Ende gespart. Anders als im Waldkauz- und Merlinweg wurden Grundstücke für eine individuelle Bebauung reserviert. Es entstanden einige sehr schöne Häuser, andere von belangloser Architektur.

 

Eine Bereicherung ist die Nähe zum Park, an den viele Häuser grenzen. Von hier aus kam mutmaßlich der Mensch, der bei uns im Jahr 2006 das 29. Feuer einer Brandstiftungsserie entzündete. Die Schadensbilanz: Vier Fahrräder, drei Autos, zwei Carports und die angrenzenden Fassaden und Fenster, mehr als 200.000 Euro. Die Flammen waren in der kalten Januarnacht weit über unsere Häuser hinweg sichtbar. Damit fand Rondorf erstmals in allen Kölner Print- und Funkmedien, landesweit im Fernsehen statt. Die provisorische Beleuchtung im Park ist seither Dauerzustand. Ein Täter wurde nie ermittelt. Immerhin war die Brandserie damit abrupt zu Ende.

 

Nächsten Monat besuchen wir die Sesamstraße. Wollen Sie uns Ihre Straße auch einmal ganz persönlich vorstellen? Welche Alltagserlebnisse verbinden sich damit?Sie wollen  anderen zeigen, dass Sie  in der schönsten und besten Straße des gesamten Wohngebietes ihr Glück  gefunden haben? Oder eher Tadel als Lob? Alles ist möglich. Schreiben Sie uns unter: newsletter@dorfgemeinschaft.koeln.

Eine von uns: Shahd aus Syrien

Sie floh mit ihrer Familie vor drei Jahren aus dem syrischen Bürgerkrieg nach Deutschland. Die Fahrt über das Mittelmeer, den harten Weg durch den Balkan hat Shahd bis heute nicht vergessen. Jetzt lebt die 18jährige Schülerin in Rondorf. Sie besucht mit großer Freude das Gymnasium, hat neue Freunde gefunden – während in ihrer Heimatstadt Idleb der Krieg härter tobt denn je. Der SÜDBLICK hat sie besucht.

Ihr Zimmer teilt sie mit ihren drei Geschwistern. Ihre Zwillingsschwestern sind etwas älter als sie, der Bruder ist fünf Jahre jünger. Das Zusammenleben auf engem Raum ist nicht immer ganz einfach. Es fehlt die Ruhe zum Lernen, manchmal möchte man auch einfach mal alleine sein können. Aber Shahd ist  verständnisvoll; sie hat es gelernt, Rücksicht zu nehmen und gelassen zu bleiben. Für sie ist es das wichtigste, dass sie hier, am Ortsrand von Rondorf, endlich ein neues Zuhause gefunden hat. Hier fühlt sie sich jetzt mit ihrer Familie sicher ohne die lauten Geräusche der Flugangriffe, die sie in ihrer syrischen Heimat erleben musste.  Sie gehört nämlich zu den Hunderttausenden, die der Bürgerkrieg zur Flucht zwang. Doch darüber zu reden, fällt ihr auch drei Jahre später noch immer nicht leicht.

Shahd wurde im April 2001 geboren, in der Stadt Idleb im Nordwesten von Syrien, nur 20 Kilometer von der türkischen Grenze entfernt; vor Ausbruch des Bürgerkrieges lebten in dieser Stadt einmal fast 165.000 Menschen. Ihre Familie gehörte dazu.  Als die Lage in Syrien irgendwann hoffnungslos und ohne Perspektive auf eine Arbeit war, ging ihr Vater mehrere Jahre in den Libanon zu einer Werkstatt für Möbelherstellung, Holzlackierung, Küchenaufbau. Bei dem Inhaber, einem Armenier, war er so hoch geschätzt, dass er für seine sechsköpfige Familie daheim ein Haus erwerben und später sogar einen kleinen Laden für Holzbedarf in Idleb eröffnen konnte. Doch dann kam der Bürgerkrieg, die Zeit wurde Jahr für Jahr härter, die Lebenshaltungskosten stiegen stark. Als Mitte 2011 der Bürgerkrieg mit voller Wucht entbrannte, wurde die Lage lebensgefährlich. Der Vater erinnert sich: „ Meine Heimatstadt wurde belagert, bewaffnete Gruppen überfielen unsere Häuser, raubten, töteten, verhafteten viele Menschen. Besonders die Luftschläge der syrischen Regierung auf die Innenstadt waren schrecklich“. Im Zuge des Bürgerkrieges in Syrien wurde die Stadt im März 2015 von der islamistischen Rebellenallianz Dschaisch al-Fatah eingenommen.

Shahd und ihre Geschwister erinnern sich, wie die Kämpfer des IS in ihre Stadt eindrangen. Ihre Eltern versuchten zu verhindern, dass sie die Männer erkannten, um sie nicht zu verängstigen; doch durch die Fenster konnten sie die schwarz Uniformierten dennoch genau beobachten. Die meisten Einwohner flohen aus der Stadt. „Zunächst wussten wir nicht wohin. Dann entschieden wir uns für die nahe gelegene Türkei“ erzählt sie. Nur mit ihrer Schultasche bepackt floh sie mit den Eltern und ihren drei Geschwistern dorthin. Nach fünf Monaten  folgte 2015 die abenteuerliche Flucht  bis nach Deutschland. Zusammen mit 49 anderen wagten sie die riskante Mittelmeerfahrt nach Griechenland.

Dass der Vater in all der Hektik bei einem Sturz auf dem offenen Meer etwa seine Brille verlor, nicht mehr gut sehen konnte, war nur eines der Probleme. Krankheiten kamen dazu. Die Verzweiflung: Was kommt jetzt? Ihr Weg führte weiter durch Mazedonien, Serbien, über den ganzen Balkan bis Ungarn, dann erreichten sie Österreich. Die Flucht endete schliesslich nach mehreren Zwischenaufenthalten in Köln. Und im Mai 2016 vermittelten ihnen engagierte deutsche Unterstützer eine eigene Wohnung in Rondorf. Endlich raus aus der umgebauten stickigen Lagerhalle eines ehemaligen Baumarktes, in der sie mit  vielen anderen eher schlecht als recht zwischen dünnen Sperrholzwänden und unter miserablen hygienischen Bedingungen zunächst untergebracht waren. Aufgrund der Menge der Menschen fehlte auf dem kleinen Fleck jede Privatsphäre. Am Pfingstwochenende aber holten sie deutsche Freunde ab; sie hatten nichts ausser mehreren Plastiktaschen voll schmutziger Wäsche bei sich. Die neue Wohnung selbst war leer; Keine warme Heizung, kein Licht, keine Möbel. Helfer fanden sich ein, die das Notwendigste regelten.

Überhaupt trafen sie in Köln viele freundliche Leute, auch diese Erfahrung hat sich fest in das Gedächtnis von Shahd eingeprägt.  Sie denkt aber auch an ihre Heimat, als das Land noch schön und friedlich war: „Die vielen Religionen haben sich gegenseitig respektiert, wir hatten ein normales Leben. Doch der IS hat vor allem den Frauen ihr Rechte genommen“. Deshalb ist ihr Wunsch groß, dass es eines Tages in Syrien wieder so sein wird wie früher. Sie glaubt daran, dass ihr Land mit seinen vielen gebildeten, fleißigen und weltoffenen Menschen dann wieder neu aufblühen kann. Über Whats App steht ihre Familie von Köln aus weiter in Kontakt mit den Verwandten zuhause, kann die aktuelle Entwicklung dort gut verfolgen. Ihr großer Wunsch ist es, eines Tages wieder dorthin reisen zu können, Familienangehörige und Freunde wiederzusehen, die man zurücklassen musste. Vor allem ihren Freund Najib vermisst sie sehr.

Die Odyssee war für Shahd und ihre Geschwister auch mit mehrmaligem Schulwechsel verbunden. Die Gesamtschule lehnte sie und ihre beiden Schwestern nach dem Umzug leider ab – ohne jedes Gespräch, ohne Begründung. Doch dann hatten sie Glück: Das katholische Irmgardis-Gymnasium im Bayenthal nahm die drei Mädchen aus Syrien im Herbst 2016 auf. „Das war für uns genau das Richtige! Wir hatten gleich das ehrliche Gefühl, willkommen zu sein!“ weiss sie heute, auch wenn der Schulalltag noch immer hart ist – vor allem deutsche Literatur ist für sie schwere Kost; dafür klappt es in den naturwissenschaftlichen Fächern umso besser. „Aber wir haben im Gymnasium von Anfang an neue Freunde gefunden und sehr viel Unterstützung bekommen“ berichtet die junge erwachsene Frau fröhlich.  Und hofft voller Zuversicht, dass es auch mit dem Abitur klappt. Andere Schülerinnen und Schüler haben sich bereitgefunden, zu helfen, wo es Lernschwierigkeiten gibt.

Und was kommt danach? Shahd hat schon durchaus konkrete Pläne: „Ich würde gerne andere Städte kennenlernen und in fremde Länder reisen“. „Ja, ich möchte gerne anschliessend studieren. Am liebsten Architektur“. Dass sie bald vielleicht das Abitur machen kann, motiviert sie sehr. Köln gefällt ihr inzwischen gut: „Mit der Zeit lernte ich die Stadt  richtig zu lieben!“ Sie räumt aber auch ein, dass es immer noch Schwierigkeiten mit der Kommunikation gibt: „Die Deutschen denken vielfach komplett anders als ich“. Und manche Vorurteile machen sie noch immer traurig.

Inzwischen geht auch ihr jüngerer Bruder auf das gleiche Gymnasium. Und hofft: „Wenn  in einigen Jahren ein Gymnasium nach Rondorf kommt, kann ich davon vielleicht sogar noch profitieren!“ Der Vater hat ebenfalls einen großen Wunsch: Er möchte wieder in seinem erlernten Beruf als Schreiner arbeiten. Und ihre Mutter, die in Syrien einen eigenen Frisörsalon hatte, würde auch wieder gern ihr Können zeigen. Für Shahd steht eines  fest: Sie will alles dafür tun, dass sich ihre Familie hier in Deutschland ein neues Leben aufbauen kann. Und für die vielfältige Unterstützung möchte sie allen Rondorfern und den vielen anderen Helfern auf diesem Wege auch einmal DANKE sagen: „Wir haben in Deutschland viel Hilfe, Offenheit und Freundschaft erfahren. Dies möchten wir gern zurückgeben“.