Meine Straße: Horst Linker zeigt uns den Usedom Weg

Straßen sind etwas, was Heimat schafft, Nähe und Nachbarschaft. Manche Straßen sind sogar in Büchern, Filmen oder Schlagern zu ewigem Ruhm gelangt. Wie aber lebt es sich in den Straßen unseres Wohngebietes? In jeder SÜDBLICK-Ausgabe stellt eine Leserin oder ein Leser ganz persönlich „seine“ oder „ihre“ Straße vor – so, wie er oder sie diese Tag für Tag erleben. Ganz nach dem Motto: Wohnst Du hier nur oder lebst Du da auch? Auf der Homepage der Dorfgemeinschaft finden Sie alle bisher veröffentlichten Beiträge. Ihre Straße fehlt noch? Dann schreiben Sie uns Ihre Straßengeschichte! In der 20. Folge lädt uns heute Horst Linker in den Usedom Weg ein.

Er ist gar keine Straße, sondern lediglich ein Weg. Kein Irrweg, kein Umweg, eher immer ein Ausweg. Mit zwei Ein- und Ausgängen, keine Sackgasse. Sondern ein Weg, er hat einen charmanten Knick, der die freie Durchsicht etwas verbirgt, aber im Wesentlichen ist der Usedom Weg in einer gemütlichen Wohnanlage gerade und offen. Rechts fünf Bungalows und links fünf Bungalows. Wir wollen nicht hoch hinaus, wir sind bodenständig. Wir haben individuelle Vorgärten und wir sind auch so. Singles, Paare, Familien mit Kindern und manche auch mit Hunden und Katzen. Zurzeit sind dies zusammen neunzehn Personen: Acht Frauen, acht Männer, ein Kleinkind und zwei Jugendliche. Wir achten uns nicht nur, wir achten auch aufeinander: „Wie geht es?”, “Kann ich etwas für dich tun?”

“Ich habe die oder den lange nicht gesehen, muss man sich sorgen?” Nachbarn eben!!Ich habe in die Nr. 5 eingeheiratet. Meine Frau starb bereits vor elf Jahren. Sie fehlt sehr. Aber das Haus ließ mich nicht los und somit auch nicht der Weg. Die Nachbarn nahmen mich in ihre Gemeinschaft auf. Ich fühle mich sehr gut aufgehoben – Dafür einmal Danke. Ich war und bin Arzt, stehe zu erster Hilfe zur Verfügung und kann beratend helfen. So vertrauten wir uns. 

Was zu mir gehört: Mich umgeben ein paar Bücher, mehr als man zu einem lebensnotwendigen Erkenntnisstand braucht, es sind alte Freundinnen und Freunde. CDs, Kassetten, Schallplatten füllen das Haus mit Musik und mit meinem Akkordeon habe ich früher schon manchen Saal leergespielt. Ich male, bildhauere und schreibe (Gedichte), wenn mich alten Mann noch die Muse küsst.

Ich genieße die lebendige Ruhe meiner “Straße” und die individuelle Ruhe des Innenhofes mit exotischen Bäumen (Palme, Feige, Olive, Ginkgo, Kaktus, Eiche, Weinstock, Rosenbäumchen) und leider auch japanischem Knöterich. Aber auch mit einem leise plätschernden Brunnen. Ich weiß, dass die Nachbarn, so wie ich, die Möglichkeit der Wiederholung eines Nachbarschaftsfestes, erweitert durch die Nachbarn der den Usedom Weg umgebenden Wege und Straßen, sehr herbeiwünschen – sobald Corona uns wieder lässt. Nach dem Motto: Das Miteinander- Leben beginnt in der Straße, in der Siedlung, in unserem “VEEDEL” – da, wo wir zuhause sind!

Meine Straße: Der Sperberweg

Beim Blick zurück wird Conny Wiese-Robrecht erst so richtig klar, dass es schon 27 Jahre sind, die ihre Familie im Sperberweg wohnt. Wie viel in dieser Zeit passiert ist, daran lässt sie die Leserinnen und Leser des SÜDBLICK heute ganz persönlich teilnehmen. 

Groß geworden in kleinen Dörfern im Hochsauerland führte uns der Weg über unterschiedliche Städte schließlich nach Köln, hier zunächst in die Südstadt, dann nach Braunsfeld und von dort eher zufällig in den Sperberweg nach Rondorf. 

Ich erinnere mich an eine Radtour an einem heißen Tag im Sommer 1993. Gefühlt weit weg von Köln radelten wir über die Autobahnbrücke „Am Höfchen“ und entdeckten dieses uns bis dahin unbekannte Dorf. Auf Ackerflächen standen große Schilder, die auf die Errichtung neuer Häuser aufmerksam machten. Erste Bagger buddelten bereits. So auch im Sperberweg. Kurz entschlossen haben wir uns zwei Tage später für diese Straße entschieden und sind schon wenige Monate später in eines der Reihenhäuser eingezogen.

Anfangs gab es noch den freien Blick auf die leuchtenden Mohn- und Rapsfelder, den wir sehr zu schätzen wussten. Nach und nach entstanden weitere Häuser im wachsenden Rondorf, die den freien Blick nahmen. Aber die Nähe zu den Feldern blieb. Ich freue mich nach wie vor, mal eben die Joggingschuhe anzuziehen, kurz um die Ecke und dann unterm weiten Himmel über Felder laufen zu können.

Gern denke ich an die ersten Jahre im Sperberweg zurück: nette Straßenfeste, engagiert und liebevoll vorbereitet, führten die vielen Menschen zusammen, die hier ihr neues Zuhause gefunden hatten. Zahlreiche Kinder sind hier aufgewachsen, prägten das Bild dieser Straße, waren von morgens früh bis abends spät bewegt draußen und drinnen unterwegs. Der Spielplatz an der evangelischen Kirche erwies sich dabei als besonderes Glück: Stundenlanges Fußball spielen, Schaukeln, Sand schaufeln und dabei Leute kennenlernen.

Im Laufe der Zeit sind die Kinder im Sperberweg, auch die eigenen drei, groß geworden. Umso erfreulicher finde ich, dass in den vergangenen Jahren wieder junge Familien in den Sperberweg gezogen sind, und – wie in den 90-er Jahren – viele muntere Kinder auf der Straße und auf dem Spielplatz unterwegs sind.

Kritisch anmerken möchte ich, dass diese Straße einen sehr geraden Verlauf hat, der manchen Autofahrer zum zu schnellen Fahren verleitet. Das hat uns manche Schrecksekunde gekostet. Auch die damals von der Stadt Köln angepflanzten Bäume lassen zu wünschen übrig; viele sind bereits eingegangen. Da hätte ich mir mehr dauerhaftes, Sauerstoff spendendes Grün gewünscht. Positiv ist allerdings, dass sich einige Nachbarn eigenverantwortlich um die Beete kümmern, sie ansprechend gestalten und auch eigene Bäume gesetzt haben.

Last but not least bin ich sehr froh, dass es uns damals zufällig und ungeplant nach Rondorf verschlagen hat.  Ich habe hier so viele engagierte, offene und kreative Menschen kennen- und schätzen gelernt, mit denen es viel Spaß macht, die unterschiedlichsten Dinge zu bewegen und Aktionen umzusetzen. Das empfinde ich als sehr großes Glück, und es bestätigt mein Lebensmotto „Der Mensch macht’s!“  Ich blicke daher zuversichtlich und offen nach vorn und bin gespannt auf die weiteren Entwicklungen, nicht nur im Sperberweg. 

Die Magie des Merlinwegs: Andreas Kesenheimer spürt sie jeden Tag

Von Longerich übers Eigelsteinviertel und Raderthal nach Rondorf – sicherlich, es gibt Leute, die an (noch) spektakuläreren Orten gewohnt haben als Andreas Kesenheimer. Aber ein Blick auf den Stadtplan verrät: Geradliniger von Nord nach Süd geht es kaum. Der Merlinweg in Rondorf ist nun seit über 20 Jahren die Heimat und der feste Anker im Leben des IT-Beraters, besonders in Zeiten, in denen er beruflich permanent auf Reisen war. Hier spürt er einen Zauber, den es nur dort gibt.

Als Familie sind wir mit drei Kindern 1999 im Wendekreis des Merlinwegs eingezogen. Nahezu alle in der Nachbarschaft waren in derselben Lebenssituation, das schafft Nähe und lässt schnell Freunde finden. Für die Familie hat der Merlinweg eine optimale Lage: Zwei Kinderspielplätze und ein Bolzplatz in wenigen Gehminuten zu erreichen. Perfekt, um die Kinder „zum Lüften“ raus zu schicken. Als Sackgasse gibt es keinen Durchgangsverkehr; mit dem Hund über den Acker oder durch die Grünflächen, um den Forstbotanischen Garten, einmal um den Kalscheurer Weiher und zurück – alles ohne Aufwand und Auto zu schaffen.

Der Merlinweg gehört zu den letzten beiden Bauabschnitten des Römerhofs in Rondorf, gebaut in der Zeit von 1997 bis 2001. Die Bebauung besteht aus ca. 130 Einfamilienhäusern als Reihen- oder Doppelhäuser mit rund 300 Einwohnern und zusätzlich etwa 140 Personen in der Flüchtlingsunterkunft, sicherlich keine der kleinen Straßen in Rondorf – doch eine mit einem ganz eigenen Spirit. Eigentlich gehört die Namensgebung des Merlinweg in die Serie der Raubvögel, allerdings lässt die namentliche Nähe zum legendären Zauberer viel Raum für Fantasie und Spekulationen. Wer weiß …? 

Nahezu vollständig von Grün- und Gartenflächen umgeben mit nur einer Ein- und Ausfahrt fast schon ein wenig abgeschieden vom restlichen Rondorf ist hier Platz und Atmosphäre für das Außergewöhnliche. Die Straße, geformt wie der Buchstabe „A“ hat eine besondere Nummerierung der Hausnummern (ungerade bis 177, gerade bis 78), die schon manchen Besucher, aber auch Post- oder Paketboten zur Verzweiflung getrieben hat; da wundert es fast schon, dass es keine Hausnummer „9¾“ gibt.

Viele engagierte und auf ihre Art besondere Leute finden sich im Merlinweg zusammen; unter anderem haben hier diverse Künstler und Kreative ihre Heimat gefunden. Zum Beispiel Harald Meisenheimer mit seiner Glaskunst, Grafiker und Maler Lutz Kasper mit eigenen Ausstellungen z.B. im Atelier Link, unser lokaler „Dorffotograf“ Uwe Volk. Über die legendären Straßenfeste findet sich hier außerdem die Wiege der Band „Merlin‘s Way“.

Mittlerweile bin ich der einzige von „Merlin‘s Way“, der auch noch im Merlinweg wohnt. Mit dem Erweitern des musikalischen Engagements über die „Church-Rocker“, „Mit Hätz un Stimm“ und manchmal sogar mit Solo-Auftritten unterwegs, hat sich auch der Bekannten- und Freundeskreis weit über den Merlinweg ausgedehnt. So ist über Haus und Hof der Familie, die Dorfgemeinschaft und viele Kontakte über die Hundespaziergänge, Rondorf für mich zu einem wunderbaren Zuhause geworden.

Über viele Jahre gehörte das Merlinweg-Straßenfest zum festen Bestandteil des nachbarschaftlichen Miteinanders und hat sicherlich seinen positiven Beitrag zur guten Nachbarschaft geleistet. Es zeigt sich aber, – wie in dieser Serie auch schon an anderer Stelle sehr treffend beschrieben – dass im Laufe der Zeit die Kontakte und Kommunikation selektiver werden, der Fokus und die Wahrnehmung sich immer weiter auf den eigenen Bereich beschränkt. Dennoch: Das einstige und selbstverständliche Mit- und Füreinander – das gibt es noch: Als meine Frau Beate durch einen Unfall eine Zeitlang gehbehindert war, haben wir viel Unterstützung in der Freund- und Nachbarschaft erfahren.

Leider ist vor allem in der letzten Zeit mit häufigem Südwind die Autobahn deutlich zu hören – hoffentlich schafft es Frau Roß-Belkner, die vor der Kommunalwahl 2020 als Wahlversprechen gegebene Zusage umzusetzen, den Lärmschutzwall der A-555 bis zur Autobahnbrücke in Giesdorf zu erweitern; das würde für den gesamten östlichen Teil von Rondorf einiges an Geräuschkulisse abmildern. In ihrer aktuellen Agenda ist davon leider allerdings nichts mehr zu lesen…

Wie auch immer… Die Magie des Merlinwegs ist etwas ganz Besonderes, und ich wohne sehr gerne hier.

Fotos: (c) Uwe Volk

Meine Straße: Westerwaldstraße

Für Anita Ferraris ist die Westerwaldstraße eine echte Entdeckung

Vor zwei Jahren wohnte sie noch mitten in der Stadt und hätte sich nicht vorstellen können, eines Tages im Grünen am Stadtrand zu landen. Aber: „Mensch denkt, Gott lenkt“ Und so geriet Anita Ferraris ans hinterste Ende der Westerwaldstraße im Süden von Rondorf. Offen schildert sie, warum sie von dort nie wieder weg möchte.

Der Teil, in dem ich wohne, ist eine ruhige Privatstraße mit hübschen Mehrfamilienhäusern. Oft gehe ich übers Feld und treffe auf meinen Spaziergängen Menschen mit Hunden, was zu mancher netten Unterhaltung führt. In wenigen Schritten bin ich im Wald, den ich „das Westerwäldchen“ getauft habe. Dass ich hier glücklich lebe, verdanke ich tatsächlich einer Person, an die ich mich höchst ungern erinnere. Vom ersten Augenblick an, als die neue Nachbarin nämlich direkt neben mir in Köln-Bayenthal einzog, waren meine Ruhe und mein Seelenfrieden vorbei. Ab jetzt gab es nachts Party, tagsüber Lärm, und jederzeit Unverschämtheiten aller Art. Ich konnte nicht mehr arbeiten und nicht mehr schlafen. Sämtliche Versuche zur gütlichen Einigung scheiterten. Auf einen endlosen Kampf mit ihr hatte ich keine Lust. Ich entschloss mich also, umzuziehen. – In Köln eine Wohnung mit Balkon für mich und meine beiden Katzen zu finden, entpuppte sich allerdings als ein Ding der Unmöglichkeit. 

Zudem brauchte ich die Erlaubnis des Vermieters in der Wohnung arbeiten zu dürfen. Ich liebe meine Arbeit von Herzen und möchte meine Tätigkeit bis ins hohe Alter ausüben.

Im Innersten meiner Seele bin ich Künstlerin. 30 Jahre war ich als Regisseurin im Theater, beim WDR und als bildende Künstlerin tätig. In Köln leitete ich zwei Jahre lang das Theater „Der Keller“. Seit 15 Jahren bin ich Heilpraktikerin (Psych.) und arbeite als tiefenpsychologische Körpertherapeutin. Mein Konzept ist ganzheitlich und zeichnet sich durch eine fachlich fundierte Methodenvielfalt aus. Das Wesentliche bei der Körpertherapie besteht unter anderem darin, dass in den Sitzungen der Körper und die Körperwahrnehmung eine größere Rolle spielen als in einer reinen Gesprächstherapie. Zudem bin ich beratende und ausbildende Astrologin. 

Die Astrologie, die ich unterrichte und für Beratungen nutze, hat allerdings nichts mit dem zu tun, was der Laie aus den Tageszeitungen kennt. Als professionelle durch den deutschen Astrologenverband geprüfte und als Ausbildungsinstitut lizensierte Astrologin mache ich keine Zukunftsaussagen. Die psychologische Astrologie ist vielmehr eine uralte Symbollehre und beschreibt die seelische Struktur eines Menschen mit allen Möglichkeiten und wahrscheinlichen Grenzen. Ich nutze sie als Grundlage für Lebensberatungen. Immer noch fließt meine Kreativität in alle meine innig geliebten Tätigkeiten ein, und ich brauche eine entsprechende Umgebung, die mir entspanntes Leben und Arbeiten ermöglicht.

Auf meiner Wohnungssuche durchforstete ich also Tag für Tag das Internet. Auf allen möglichen Portalen betrachtete ich die mageren Angebote. Die Wohnungen waren überteuert oder potthässlich. Manchmal fuhr ich dennoch hin und lernte Stadtviertel und Straßen kennen, in denen ich noch nie gewesen war, die ich wahrscheinlich nie wieder betreten würde und in denen ich bestimmt nicht leben wollte. In meiner Not sprach ich mit meiner hellsichtigen Freundin Eliane. “Mach dir keine Sorgen! Deine neue Wohnung wartet schon auf dich. Sie ist lichtdurchflutet, die Vermieter sind entzückend und werden dich mit offenen Armen empfangen”, sagte sie fröhlich.

Eliane hatte gut reden. Schön wär‘s. Aber tatsächlich sah ich kurz danach im Internet faszinierende Bilder einer hellen Wohnung im Grünen, die mir nicht mehr aus dem Kopf gingen. Die Terrasse hatte eine gelbe Markise und gab den Blick frei auf Wiesen, Wald und Felder. Alles wirkte einladend. Aber – wollte ich so weit draußen am Stadtrand wohnen? Obwohl der Verkehr und der ständige Baulärm in der Innenstadt mir schon lange zu anstrengend geworden waren, war ich ein überzeugter Großstadtmensch. Also suchte ich weiter – und fand nichts. Sollte Eliane doch die Wohnung mit der gelben Markise gemeint haben? Ich machte mich auf den Weg nach Rondorf. Die Westerwaldstraße war so gut wie leer. Mir begegnete nur ein freundlich nickender älterer Herr, vermutlich mit seinem Enkelkind.

“Das kann ja heiter werden”, dachte ich. “Hier befindet sich scheinbar das Altersheim und der

Friedhof direkt vor der Tür.” Als ich auf dem Rückweg an einem Kiosk vorbeikam, der den Namen “Zur letzten Hoffnung” trug, war die Sache für mich endgültig gelaufen. Nie und nimmer würde ich hier hinziehen ans Ende der Welt. Enttäuscht rief ich bei der Maklerin an, um den Besichtigungstermin zu stornieren. Aber sie ließ nicht locker: “Schauen sie sich die Wohnung doch wenigstens mal an!“ Widerwillig gab ich nach. Ich trat durch die Tür und kam in einen sonnen- und lichtdurchfluteten Raum. Eine großzügige Fensterfront und Terrasse öffneten den Blick in die Weite.

Fasziniert betrachtete ich die beeindruckende Aussicht, nichts als Himmel und Wald. Natur pur! Und die Stille! Keine Autogeräusche, einfach nichts, nur fröhlich zwitschernde Vögel. Mein Herz wurde weit und jubilierte. Die erste Begegnung mit den freundlichen Vermietern war angenehm und schon auf dem Heimweg entschied ich mich: Auch wenn Füchse und Hasen sich hier gute Nacht sagten, die Wohnung und die Umgebung war bezaubernd. Ich würde hier einziehen.

Inzwischen wohne und arbeite ich hier seit zwei Jahren und bin überglücklich! Auf täglichen

Spaziergängen erkunde ich Rondorf und die Umgebung. Meine Befürchtungen, dass meine

Klienten meinen Umzug nicht mitmachen würden, waren unbegründet. Im Gegenteil, die Praxis läuft hervorragend. Stadtmenschen kommen gerne hierher und genießen es, nach einer Sitzung einen Spaziergang übers Feld oder in den Wald zu machen. Ich habe sehr nette Nachbarn und reizende Vermieter. Ich habe neue Freunde in Rondorf gefunden, unter anderem Paul Link.  Meine Katzen fühlen sich wohl und beobachten auf der Terrasse interessiert die Tauben. Die Westerwaldstraße ist jetzt mein neues zu Hause und gefällt mir von Tag zu Tag mehr. Hier komme ich innerlich zur Ruhe und genieße eine ganz neue Lebensqualität. Ein Glücksfall!

Meine Straße: Adlerstraße

So gesehen von „Gassen-Bürgermeister“ Peter Hüsch

Das waren Zeiten, als durch die Rodenkirchener Hauptstraße maximal alle 15 Minuten ein Auto fuhr und der Asphalt dort eher zum Fußballspielen einlud! Peter Hüsch hat es selbst erlebt. Denn in dieser Ecke ist er groß geworden. Ein wenig nostalgisch blickt der „Gassen-Bürgermeister“ aus der Adlerstraße zurück.

Ja, ich kenne das ganze Gebiet rund um die Adlerstraße noch als riesige Feldlandschaft mit großen Getreidefeldern, die uns Kindern in der Erntezeit zum Beispiel dank der vielen Heuballen ideale Spielmöglichkeiten boten. Rondorf hatte damals und noch bis in die 80iger Jahre hinein um die 2.000 Einwohner und gehörte noch zur Gemeinde Rodenkirchen. Ich erinnere mich noch lebhaft an die Debatten, als wir im Januar 1975 durch eine lange umkämpfte „Eingemeindung“ Kölner wurden. 

Unvorstellbar, dass damals durch die Rodenkirchener-Straße maximal alle 15 Minuten mal ein Auto fuhr. Heute sind selbst Parkplätze gerade an dieser Durchgangsstraße rar, und bei dem heutigen Verkehr braucht man mitunter schon ein bisschen Glück, um schnell und unfallfrei auf die andere Straßenseite zu gelangen. Unser einziger Dorffriseur war „in der guten alten Zeit „Caspars Gries“. Bei ihm gingen die Uhren damals noch anders. Nur ein Beispiel: Herr Caspar hatte bei meinem Bruder eines Tages mit dem Haareschneiden begonnen und meinte nach wenigen Minuten, er komme gleich zurück. Nach fast einer halben Stunde stillen Wartens begab sich mein Bruder teils beunruhigt, teils neugierig auf die Suche und fand Herrn Caspar schließlich schlafend in seinem Wohnbereich. Nach einem kurzen Anstoß wurde dann das Haareschneiden erfolgreich fortgesetzt.

Ich selbst pilgerte in meiner Freizeit gern zur Kapellenstraße, wo direkt neben einem Bestatter meine Lieblingskneipe war, die Gaststätte „bei Ludwig“. Dort veranstaltete ich mit einigen Freunden am Wochenende Diskothekenabende als Tanzveranstaltung. Vorbei. Diese und viele andere Stamm- kneipen gibt es heute nicht mehr. Inzwischen hat sich das gesamte Ortsbild völlig verändert. Es gibt auch kein Kino mehr, wo uns als 16-jährige überraschend der Zutritt zum Film „Die zehn Gebote“ verwehrt wurde. 

Ich selbst bin bis 1980 in Rondorf aufgewachsen. Wesseling, Frechen und das Raderthal waren danach zwar auch schön, aber ich wollte unbedingt zurück. Da entstand in den 90er Jahren das Neubaugebiet „Am Römerhof“ in der Umgebung der Adlerstraße. Ende 1993 sind wir dort eingezogen. Diese Entscheidung stellte sich schon nach kurzer Zeit als absolut richtig heraus. Alle zwölf in unserer gemütlichen Gasse befindlichen Doppelhaushälften wurden von netten Nachbarn erworben und vor allem die Familienstruktur war optimal. Überwiegend handelte es sich um Familien mit Kleinkindern. So wuchsen die Kinder gemeinsam in dem als Spielstraße ausgewiesenen Weg auf. Darüber kam man sich als Nachbar natürlich auch schnell nah.

Gerne erinnern wir uns an die infolge der weiteren Bautätigkeit aufgeschütteten von uns so bezeichneten „Matschberge“ gleich hinter den Häusern, wo die Kinder besonders gerne spielten. So hat sich die Nachbarschaft von Anfang an in freundschaftlicher, aber nicht aufdringlicher Weise bis heute weiterhin angenehm entwickelt. In vielem stimmten wir, Zufall oder nicht, mehr oder weniger überein: Zum Beispiel im Hinblick auf die gleiche Umzäunung der Gärten oder die Entscheidung, die Gartengrundstücke am Ende des Weges nicht durch Zäune zu trennen. Dann wurden regelmäßige Gassenfeste organisiert. Im Rahmen dessen wurde mir dann irgendwann der Titel „Bürgermeister unserer Gasse“ verliehen. Und so kümmere ich mich bei Bedarf seitdem um das ein oder andere Alltagsproblem wie Terminabstimmungen oder bis heute die jährliche Koordination für die Wartungstermine mit der Heizungsfirma. Auch wurden so über Jahre jährliche gemeinsame Wasserskitermine in Langenfeld verabredet. Nach erfolgreich durchgestandenen, bisweilen auch durch Stürze abgebrochenen Runden, wurde anschließend gegrillt und ein paar Kölsch getrunken.

Dass dieser Zusammenhalt keine Eintagsfliege war, zeigt auch der Umstand, dass mit weggezogenen Eigentümern teils noch gute freundschaftliche Kontakte bestehen und die mittlerweile erwachsenen Kinder, die ausgezogen sind, dennoch unverändert und trotz teils großer Entfernungen guten Kontakt untereinander halten, und zudem der überwiegende Teil der „Alteigentümer“ noch bis heute hier wohnen. Aber auch mit den „neuen“ Eigentümern besteht ein ausgesprochen gutes nachbarschaft-liches Verhältnis; dabei sind wir auch internationaler geworden und es gibt erfreulicherweise bereits wieder zwei Kleinkinder. Nachdem wir unseren geliebten Hund “Zocker” bereits vor Jahren nach 15 Jahren Familienzugehörigkeit leider einschläfern lassen mussten, gibt es nun auch wieder einen Hund in der Gasse. Die Adlerstraße lebt eigentlich so, wie es im Lied der Bläck Fööss “Unser Stammbaum” beschrieben wird! Das Alter der Bewohner in unserer Gasse bewegt sich so zwischen zwei und 83 Jahren. Nicht nachteilig ist zudem, dass wir bei unserer Altersentwicklung mit Jutta eine engagierte Ärztin in unserer Gasse in unmittelbarer Nähe haben.

Die angenehme Wohnsituation begründet sich neben der guten Nachbarschaft auch mit der ruhigen Lage als verkehrsberuhigte Stichstraße teils mit unmittelbarer Anbindung an den dahinter liegenden schönen großen Park inklusive des nahen Schrebergartens, der vereinzelt auch von Bewohnern unserer Straße genutzt wird. Die Grundstücke sind alle sehr gepflegt, wobei ich persönlich etwas neidisch auf den hier und da äußerst toll gepflegten Rasen bin. 

Mit den Jahren ist auch die Adlerstraße, die ja von der einzigen Ampel in Rondorf/Hochkirchen abgeht, immer weiter gewachsen. Ich denke an den Kindergarten sowie die Grundschule, die auch von unseren Kinder besucht wurde. So haben sich über unsere Gasse hinaus viele gute Kontakte in die gesamte Adlerstraße entwickelt. Möge der Adlerblick darüber wachen, dass dies so bleibt. Ich jedenfalls sehe die Zukunft meiner Lieblingsstraße positiv und mit Optimismus.

Meine Straße: Im Rabengrund

Randlage? Ganze 6,1 Kilometer sind es vom Rabengrund bis zur Stadtmitte. Kein Problem, sagt Walter Wortmann. Er muss es wissen. Denn der Unternehmensberater wurde gerade erneut in den Rat der Stadt Köln gewählt, ist also viel im Zentrum unterwegs. Doch zuhause ist er in Hochkirchen, im – wie er sagt – steilsten Straßenstück einer Wohnstraße im Kölner Stadtgebiet. Wie lebt es sich da? Und was vermisst er?

Hochkirchen und der Rabengrund sind meine Heimat; hier hat meine Frau Lisa ihre familiären Wurzeln. Und unsere drei Töchter – mittlerweile alle auf den Kölner Süden verteilt – sind hier aufgewachsen; Kita und Grundschulbesuche inklusive. Würde man mich über ein unverwechselbares Merkmal dieser eher typischen, etwas verschlafen wirkenden Wohnstraße befragen, dann wäre es spontan die Topografie mit dem wahrscheinlich steilsten Straßenstück einer Wohnstraße im Kölner Stadtgebiet. 

Wohltuend ist die bis auf wenige Ausnahmen gewachsene, unveränderbare Bebauung mit Ein- und moderat höhenbebauten Mehrfamilienhäusern, was die Optik der engen Straßenführung ausmacht. Ebenso typisch sind die hinter den Häusern liegenden, großen Wiesengrundstücke, wo sich eher versteckt das Familienleben abspielt. Der geschätzte doppelte Kfz-Besitz pro Familie beschert dem Rabengrund einen engen Straßenverlauf. Hier zeigen sich besonders die Fahrkünste der AWB-Fahr-zeuge während der Straßenreinigung und Müllabfuhren. 

Die Fluktuation der letzten Jahre war und ist bezogen auf die Kürze des Straßenzugs eher hoch. Es mag sein, dass das dem Durchschnitt solcher Wohnstraßen in Köln entspricht, aber kognitiv fällt es mir auf. Ich bin wirklich nicht der Typ, tieferes Wissen über die Familien- und Bewohnerverhältnisse meines Wohnumfeldes kennen zu müssen; aber ein Straßenfest wäre bestimmt eine formidable Option zum gegenseitigen Kennenlernen und späteren Anlächeln und Grüßen beim Vorübergehen. Besonders freut mich, dass durch den Zuzug junger Familien Kinder die Straße als Spielgrund beleben.

Neben meiner kommunalpolitischen Arbeit für die Freien Wähler betreue ich als Mitglied der Wirtschaftssenioren NRW ehrenamtlich Unternehmerkonzepte, Krisensituationen sowie von den Jobcentern ausgewählte Unternehmensgründungen. In diesem Zusammenhang wünsche ich mir auch mehr Unterstützung für unsere Mittelständler und Geschäftsleute vor Ort, denn unser Veedel sollte nicht eine reine „Schlafstadt“ werden, sondern ein Wohnquartier, das durch attraktive und vielfältige wirtschaftliche Angebote lebt.

Was ich an „meiner Straße“ sehr schätze: Ein gutes gastronomisches Angebot hat sich in direkter Nachbarschaft des Rabengrunds angesiedelt: Dimi´s griechische Bistroküche gleich gegenüber; Valentino`s Pizzen fast nebenan; aber auch ein guter Döner, – dort wo früher eine Tankstelle war, das passt also – sind sehr zu empfehlen. Trotz meiner Kochleidenschaft lege ich nämlich gerne eine „to-go-Pause“ hier oder da ein. Manchmal freilich bleibe ich dort auch etwas länger hängen.

Was stört mich an der Wohnlage (als Bewohner und Kommunalpolitiker)? Es ist die je nach Windrichtung lautstarke Geräuschkulisse von Autobahn und Flughafen. In Köln scheint Nachtflugverbot eben neu geschrieben zu werden. Und mir will überhaupt nicht einleuchten, weshalb die Autobahnpolizei den lärmenden Nacht- und Sonntagsrasern zwischen Verteiler Süd und Ausfahrt Rondorf nicht nachstellt und diese aus dem Verkehr zieht. Und wenn wir schon beim Verkehr sind, eins will ich entschieden einfordern: Bevor die Bebauung des Neubaugebietes zwischen Weißdornweg und Brühler Landstraße beginnt, muss die Umgehungsstraße fertiggestellt und zugleich ebenso die Umsetzung der versprochenen Verkehrsberuhigung auch für Hochkirchen abgeschlossen sein. Damit wäre auch das Nadelöhr für die Linie 132 abgeschafft.

Deshalb will ich mich dafür stark machen, dass der Bau der Verkehrsumgehung absolute Priorität hat und vor Beginn der Baumaßnahmen für Rondorf Nordwest fertiggestellt ist. Kein Stein auf den anderen, bevor nicht das Verkehrsproblem mit einem überzeugenden Konzept gelöst ist! Wie zum Beispiel wird der Kreuzungsbereich Weißdorn Weg und Rodenkirchener Hauptstraße so gestaltet, dass unser Ort vom Durchgangsverkehr befreit wird?

Und wenn ich schon über Infrastrukturmaßnahmen und meine politischen Ziele rede: Dass der sogenannte Quartierplatz gegen den Willen der „Hochdorfer“ nun doch Zentrum des Neubaugebiets Nord-West werden soll, ist eine krasse Fehlentscheidung, ein Geschenk an das Investorenduo Amand/Deutsche Bahn. Der Platz sollte Alt- und Neu-Rondorf verbinden und einen neuen Ortskern entstehen lassen. Was jetzt kommt, steigert ausschließlich Attraktivität und Wert des Neubaugebietes, hängt den bisherigen Ortskern ab. Weitere Knackpunkte sind die schleppende Lösung der ÖPNV-Anbindung und die Ablehnung einer Gesamtschule für Rondorf. Für mich ist Rondorf Nord-West im Sinne der Anwohner-Bedarfe und Willensbildung gescheitert. Aber noch ist kein Spatenstich getan, und nach der Wahl ist vor der Wahl. Ich wünsche mir, dass die Zahl der konstruktiv-kritischen Einwohner deutlich schneller zunimmt. Statistikfans finden mehr über den Rabengrund unterhttps://onlinestreet.de/strassen/Im+Rabengrund.K%C3%B6ln.114316.html

MEINE STRASSE: Am Rodderpfädchen

So gesehen von Markus Schöneberger

Kennen Sie Howard Carpendale? Wegen ihm geriet Markus Schöneberger ganz zufällig ins Rodderpfädchen. Weil er nämlich nicht so gut singen kann wie der Schmusesänger mit dem „Hello again“-Sound. Und seitdem grübelt er unablässig darüber, was dieser ungewöhnliche Straßenname wohl bedeuten soll.

Hamburg ist schön, sogar sehr schön. Gibt es also einen Grund, von dort freiwillig wegzugehen? Natürlich nein. Bei mir war es jedoch so: Das Telefon klingelte und ich wurde mit der Frage konfrontiert, ob ich wenigstens für ein paar Jahre in Köln beim Aufbau eines neuen Fernsehsenders, der damals noch RTL plus hieß, mithelfen könne? Hmmm. Von der eleganten Elbe an den mir noch ziemlich unbekannten Rhein umziehen? Doch es sollte so sein. Und deshalb brauchte ich so schnell wie möglich eine passende Wohnung für meine junge vierköpfige Familie. Aber in Köln wollte uns niemand. Keine Wohnung für Fischköppe, hieß es überall, wo ich auch anklopfte. Mehrere Makler setzte ich in Marsch. Der eine bot mir ein „rustikales Haus im bäuerlichen Landhausstil“ an, das sich bei der Ortsbesichtigung allerdings als verlassene Hofruine entpuppte. Beim nächsten Objekt flüsterte mir eine Nachbarin aufgeregt zu, ich sollte im Falle eines Einzugs unbedingt auch an Gummistiefel denken wegen der nahen Rheinlage, Hochwasser und so. Vielen Dank! Dann wurde mein Blick auf ein „Architektenhaus“ gelenkt: Schmal, hoch, fast ganz aus Glas. Dort würde ich bestimmt rund um die Uhr sehr gut unter Beobachtung stehen – transparent von allen Seiten. Aber so viel Aufmerksamkeit scheute ich dann doch. Es folgte ein Objekt in „Stadtrandlage“, leider erwies sich diese als Eifelvorort. Weitere Hochglanzprospekte verdienten nicht einmal ein mattes Lächeln. Wochen vergingen so ins Land…

Doch dann ein verheißungsvoller Treffer: Der inzwischen vierte Makler stellte mir „etwas ganz Besonderes“ in Aussicht, „etwas, was absolut zu Ihnen passt, da Sie ja mit Fernsehen zu tun haben“. Als wir das Haus ganz in der Nähe des Senders über ein paar Stufen betraten, strahlte er mich an: „Hier hat bis jetzt Howard Carpendale gewohnt“. Hätte ich ahnen können, denn der Eingangsbereich war an allen Wänden von oben bis unten inklusive Boden und Decke voller großflächiger Spiegel. Hinter dem einen ging es ins Bad, der zweite öffnete sich diskret zum Wohnraum, der dritte versteckte die Treppe nach oben. Der Makler meinte, das sei doch so etwas wie ein Treffer im Lotto. Ich musste allerdings bescheiden zu bedenken geben: „Ich kann gar nicht singen – und benötige deshalb auch keinen eigenen Showroom zum Einüben diverser Hits und Konzertauftritte.“ Als der freundliche Herr gar nicht lockerlassen wollte, raunte ich noch, meine Frau habe zudem eine hartnäckige Allergie gegen Spiegelputzen. Kurz und gut: Deshalb platzte auch dieses Traumhaus. 

Stattdessen pendelte ich viele Monate jedes Wochenende in den hohen Norden. Gute Nachrichten von der rheinischen Immobilienfront hatte ich keine im Gepäck, dafür aber viel schmutzige Wäsche. Bis das Glück mir doch noch zulächelte: Fünf junge Damen hätten da etwas ganz in der Nähe des berühmten Grüngürtels, den Konrad Adenauer einst bauen ließ. Das klang gut: Konrad Adenauer statt Howard Carpendale. Allerdings: Ich müsste ganz schnell zugreifen. Der Makler nuschelte den Straßennamen ins Telefon, aber leider in ziemlich unverständlichem rheinischem Dialekt. Ich hatte wohl einen Hörfehler. Und verstand nur etwa: „Hottepferdchen“ – „Wie? Was? Was für ein Pferdchen soll das sein?“ Doch eine Entscheidung musste dringend her – und schon drei Tage später saß ich deshalb in Köln beim Notar den erwartungsfrohen Damen gegenüber. Während der Notar die Beschaffenheiten der Lage „Am Rodderpfädchen“ in allen Details herunterbetete, schielte ich diskret zu ihnen herüber: Ob die auch alle dort wohnen werden? Gelangweilt fing ich an, auf meinem Notizblock zu dichten: 

„Warum wohl wohnen die schönsten Mädchen

von ganz Köln im Rodderpfädchen?“

(Den weiteren Teil erspare ich mir hier, das tut nämlich nichts zu Sache!).

Kurz danach bin ich also in diesem gepflegten, familienfreundlichen Rodderpfädchen gelandet – wenn dort nur nicht so viele vergessliche Hunde(besitzer) unterwegs wären! Den Ursprung des Straßennamens aber konnte mir bis heute keiner überzeugend erklären. „Roden“ oder „Rottern“ steckt da wohl darin, also die Beseitigung von Feldwurzeln und altem Gehölz durch Bauern. Davon gab es in jener Gegend wohl einmal etliche. Und auch der nahe „Großrotter Hof“ erinnert an diese einstigen Ursprünge. 

Später lernte ich, dass die älteren Rondorfer die Gegend noch bis heute am liebsten meiden. Denn irgendwo hier lag auch der berüchtigte „Jaleschberg“: Als Ausdruck der Gerichtsbarkeit befand sich in früherer Zeit oberhalb unserer friedlichen Straße ein durchaus gefürchteter Galgen. Der Galgen des Hochgerichts war eine gemauerte kreisförmige Erhöhung, auf der zwei Pfeiler den tödlichen Querbalken trugen. Zum Glück wird diese Richtstätte heute – soviel ich weiß – nicht mehr für den finalen Justizvollzug genutzt. Aber die älteren Nachbarn nennen jene Anhöhe heute noch respektvoll „Jaleschberg“. 

Egal. Den fünf wunderbaren Damen war ich jedenfalls damals von Herzen dankbar – und ebenso Konrad Adenauer, immer wenn mich später im nahen Grüngürtel meine leuchtend gelben Laufschuhe durch Wiesen, Felder, Wald trugen. Sitze ich im Garten, zieht bei schönem Wetter zuverlässig aus irgendeiner Ecke des Rodderpfädchens der verführerische Geruch von Bratwurst oder Grillfleisch herüber, mitunter wird auch fröhlich musiziert. Dann summe ich leise mit. Manchmal auch „Hello again“. Doch Medienleute sind wie fahrendes Volk. Nirgendwo richtig zuhause. Ihre Reise führt immer weiter. Und manchmal vermisse ich in der rheinischen Tiefebene doch arg den frischen Wind des Nordens. Dann spüre ich tief in mir: Hamburg, Hello again. 

Meine Straße: Hans Berge-Straße

Erlebt von Peter Heinzlmeier

Als ehrenamtlicher Kommunalpolitiker schaut Peter Heinzlmeier besonders aufmerksam auf unser örtliches Straßenbild: Was fehlt und wird gebraucht? Was entwickelt sich neu? Sein privates Zuhause hat er in der Hans-Berge-Straße gefunden. Deren Namensgeber, ein früher, aber modern denkender Kölner Stadtplaner, inspiriert ihn durchaus. 

Mir gefallen Straßenentwicklungen, bei denen es gelingt, die notwendigen Bauaktivitäten so ansprechend zu gestalten, dass sie gleichzeitig, so weit als möglich, ein Wohnen im Grünen zulassen und damit Lebensqualität im Alltag schaffen. Ich glaube, unsere Straße ist dafür ein durchaus gelungenes Beispiel. Und sie macht damit unserem Namensgeber durchaus Ehre.

Wer aber war Hans Berge, von dem wir heute noch lernen können? Während in vielen anderen Städten nach dem Zweiten Weltkrieg Felder und Waldstücke für städtebauliche Zwecke geopfert wurden, ging Köln in seiner Grünpolitik einen durchaus anderen Weg. Auf den Spuren Konrad Adenauers, dem die Stadt Köln nicht zuletzt den inneren und äußeren Grüngürtel verdankt, entwickelte Hans Berge, der 1955 Kölner Stadtdirektor wurde, als großer Naturfreund und Pflanzenliebhaber seine Ideen. Ihm verdanken wir zum Beispiel ganz in unserer Nähe mit dem Forstbotanischen Garten eine Grünanlage, die seit 1964 den Menschen im Kölner Süden Naherholung in einer einmaligen wald- und parkartigen Landschaft von bemerkenswerter Artenvielfalt bietet und Experten wie botanisch interessierte Gartenfreunde in großer Zahl anlockt.

Hans Berge warb unermüdlich dafür, in der Bauplanung die Grüngestaltung nicht zu vernachlässigen und auch in einer entwickelten Stadtgesellschaft der Natur genügend Freiräume zu belassen. Er bekannte schon 1958: „Alle Möglichkeiten zur Schaffung neuer Wald- und Erholungsgebiete müssen erkannt und ausgenutzt werden, damit wir vor unseren Kindern und kommenden Generationen bestehen können“. 

Hans Berge war also ein vorausschauender Kölner Kommunalpolitiker mit Visionen, der schon ökologisch dachte, als dieses Wort noch kaum jemand kannte. Zugleich ein moderner Stadtplaner, der wusste, wie wichtig es ist, den Ruf nach mehr Wohnraum mit „grünen Konzepten“ zu verbinden. „Er sorgte für großflächige Aufforstungen mit Mischwald, die sich jetzt in den Klimaveränderungen bewähren“, erläuterte kürzlich Dr. Bauer, stellvertretender Leiter des städtischen Grünflächenamtes. „Sogar die sog. „Kölner Mischung“ mit Buche, Ahorn, Linde, Haselnuss und Exoten wie Mammutbaum und Blauglockenbaum geht auf Hans-Berge und seine Person als Vorreiter der heutigen Zeit zurück.“ Kaum ein Thema ist heute auch in unserem wachsenden Wohngebiet aktueller. „Ich jedenfalls freue mich jedes Mal,“ so Peter Heinzlmeier, „wenn ich nach einem intensiven Arbeitstag bzw. einer mehrstündigen Sitzung noch in „meiner“ Straße eine Runde mit dem Rad starten oder einen Lauf in herrlicher Natur zum Forstbotanischen Garten beginnen kann, um in der Umgebung den Termindruck des Alltags ein wenig zu vergessen.“ 

Meine Frau und ich zogen unmittelbar nach Geburt unserer Tochter vor fast genau 20 Jahren von Rösrath nach Rondorf um – in das Haus meiner Schwiegereltern, die sich damals räumlich veränderten. Entscheidende Kriterien waren für uns die Nähe zu unseren Arbeitsstellen, die Lage zum hervorragenden Kindergarten der Evangelischen Kirchengemeinde in der Carl-Jatho-Straße und die fußläufig erreichbare Anne-Frank-Gemeinschaftsgrundschule. Aber schon damals überzeugten uns auch die guten Einkaufsmöglichkeiten für den täglichen Bedarf, buchstäblich um die nächste Ecke.

Unsere Straße ist eine verkehrsberuhigte Sackgasse, die nach rund 200 Metern endet und deren Geschichte im Jahre 1992 beginnt. Damals war der – parallel verlaufende – Sperberweg bereits durch einen Bauträger vermarktet und bebaut. Daher konnte die Erschließung „meiner Straße“ als Arrondierung des Ortes nur über eine Baustraße, einem heutigen Fußweg vom Sperberweg, aus stattfinden. Nach dem Bau einer in überwiegend dunkelbraunen Farbtönen gehaltenen Hausreihe, die zusätzlich über eine Baustraße von der nördlich gelegenen Carl-Jatho-Straße aus erreichbar war, verlief ab 1993 parallel der Verkauf und Bau von drei Hausreihen in der Hans-Berge-Straße durch ein Kölner Unternehmen. 

Zunächst wurden die westlichen, mit weißen Klinkern versehenen und danach die ostwärts gelegenen in rötlichem Klinker gehaltenen Hausreihen erstellt und bereits Ende 1993 war die erste Hausnummer 30 bezogen; aber noch ohne fließendes Wasser – ein großzügiger Nachbar aus dem Sperberweg half den „Erstbeziehern“ im Übergang mit dem Nötigsten aus. Der Lückenschluss zur Giesdorfer Straße war schnell geschafft, aber die eigentliche südliche Zufahrt wurde erst nach Bezug aller Häuser fertiggestellt; mit dem Nachteil, dass bis 1995 die LKW aller Umzugsfirmen vom Sperberweg aus anfahren mussten. 

Aus den Anfangsjahren wohnen noch heute viele (Erst-)Eigentümer hier in der Hans-Berge-Straße und schätzen seit fast 30 Jahren den weiten Blick über die im Osten von Rondorf angrenzenden Felder – landwirtschaftlich durch Getreide-, Spargel-, Zuckerrüben- oder Kartoffelanbau genutzt. Gerne genießen sie, auch mit Nachbarn aus den angrenzenden Straßen, „ihren“ Naherholungsbereich; einen Fuß- und Radweg, der 2014 von der „Regionalen“ noch zusätzlich mit einer Allee gesäumt und mit Ruhebänken versehen worden ist. Dieser lädt Spaziergänger, Familien mit Kindern und so manchen Sportbegeisterten dazu ein, sich friedlich „im Grünen“ am kleinen Rondorfer Friedhof vorbei bis nach Immendorf fortzubewegen. Ein Geschenk, das sie auffordert, es zu bewahren und an ihre Nachkommen weiterzugeben.

Meine Straße: Waldkauzweg

von Jan Noeske

Wir haben die perfekte Straße für „Schnitzeljagd nach Hausnummern“ – meint Waldkauzweg-Bewohner Jan Noeske, der 2011 mit seiner Familie per Bollerwagen dorthin gezogen ist. Doch die Verteilung der Hausnummern zwischen Abzweigen und Fußwegen lässt hier so manchen Briefboten schlicht verzweifeln. Für das Ordnungsamt wiederum scheint die Straße eine richtig gute Einnahmequelle zu sein.

Für alle, die es nicht wissen: Der Waldkauzweg ist zwischen Edeka und Anne-Frank-Schule gut erkennbar an den grünen Fenstern und Garagen – auch wenn es zum Glück ein paar Farbausbrecher gibt. Ganz unterschiedlich ist der Baubestand mit Apartmenthäusern, Doppelhaushälften und Reihenhäusern. Lustig ist, dass von außen alle Häuser gleich aussehen, aber (auf jeden Fall bei uns in der Reihe) innen alle ganz unterschiedlich sind.

Der Waldkauzweg ist die perfekte Straße für „Schnitzeljagd nach Hausnummern“… sie geht wie ein U von der Reiherstrasse ab und endet da auch wieder. Dazwischen gibt es einige Abzweigungen und Fußwege. Wie die Hausnummern vergeben sind, habe ich bis jetzt nicht verstanden und so manchen hilflosen Paketzusteller schulterzuckend auf Google Maps verwiesen.😉

Aber die verkehrsberuhigte Straße, die zwischen 1993 und 1995 in mehreren Bauabschnitten durch die Baufirma WILMA entstand, ist ein Idyll für Familien. Inzwischen sind zwar viele Kinder der „1. Bewohner-Generation“ schon zu alt zum Spielen auf der Straße, aber die Hinzugezogenen (wie wir) sorgen für Nachschub. Daher ist der Waldkauzweg regelmäßig Tennis-, Basketball- Fußball- oder einfach nur Spielplatz. 

Die Nähe zu den Läden an der Rodenkirchener Straße ist super. Die unmittelbare Nähe zum Edeka führt (leider) dazu, dass wir beim Einkaufen oft nicht viel nachdenken, was wir brauchen. Wenn beim Kochen etwas fehlt, geht man einfach nochmal kurz rüber.

Sehr schön sind auch die „essbaren Verkehrsinseln“. Auf einigen Inseln wachsen schon recht große Beerensträucher, die im Sommer reichlich Früchte tragen. Umso ärgerlicher ist, dass fast alle Bäume auf den Verkehrsinseln ein ziemlich jämmerliches Dasein fristen. Sie sind nahezu alle krank und sehen nicht sehr schön aus. Die Versuche, sie durch radikalen Schnitt zu verjüngen, waren bislang leider vergeblich. Wir sind gespannt, wie das in den nächsten Jahren weiter geht.

Der Grünstreifen zwischen Merlinweg und Waldkauzweg ist die perfekte Naherholung für Kinder. Die zwei Spielplätze bieten Kindern superviele Möglichkeiten. Er wird auch gerne von den gefühlt 500 Hunden in Rondorf/ Hochkirchen genutzt. Ärgerlich ist, dass ein (wahrscheinlich verschwindend geringer) Anteil der Hundebesitzer ihre „Haufen“ hinterlassen. Das führt leider regelmäßig dazu, dass auf der Wiese spielende Kinder stinkend aus der Wiese kommen. Die Meinung zu dem beliebten Treffpunkt für die Jugendlichen gehen bei den Anwohnern auseinander. Allgemein nervig ist die laute Musik (die zumindest nicht meinen Musikgeschmack trifft) und der ständige „Kifferduft“ zwar schon, aber ich finde keinen Grund zur Aufregung. Inakzeptabel ist der Dreck, der viel zu oft von den Gelagen zurückbleibt. Warum drei Meter entfernte Mülleimer nicht genutzt werden, ist mir ein Rätsel! Ein Hoch auf alle Nachbarn, die wahrscheinlich deutlich öfter als die AWB den Dreck wegräumen.

Dass der Waldkauzweg morgens regelmäßig von Elterntaxis genutzt wird, um die Kinder zu der nur wenige Meter entfernten Anne-Frank-Schule abzusetzen, finde ich eigentlich gut, da dadurch das Verkehrschaos an der Adlerstraße entlastet wird. Inakzeptabel jedoch ist, dass es viele Elterntaxis eilig haben und viel zu schnell durch den verkehrsberuhigten Waldkauzweg brausen. Schade, wie so oft sind die Eltern die größte Gefahr für die Kinder. Es kam leider auch schon zu einem bis heute ungeklärten Todesfall… eine gutmütige Katze aus der Nachbarschaft ist einmal nicht rechtzeitig ausgewichen. Absolutes Unverständnis, wie sowas in einer verkehrsberuhigten Straße passieren konnte! Der Trend zum 2. oder 3. Auto je Familie wurde bei der Planung vor 30 Jahren auch noch nicht vorhergesagt. So ist der Waldkauzweg eine sichere Einnahme-Quelle für das Ordnungsamt, dessen Mitarbeiter/innen bestimmt einmal im Monat hier fleißig ihre Knöllchen verteilen.

Der Zusammenhalt der Bewohner ist toll. Auch wenn es (vielleicht auch wegen der Unübersichtlichkeit des Waldkauzweges) nicht die „eine Nachbarschaft“ gibt, so laden zumindest im hinteren Teil (beim Wendehammer) jährlich Reibekuchen beim Martinsumzug, Bierchen am Rosenmontagsumzug ein; selbst Apfelsaft wurde schon mit einer mobilen Mosterei im Waldkauzweg hergestellt. Im kleinen Kreis gibt es auch Wanderausflüge oder gemeinsame Kochevents. Viele Bewohner (auch aus benachbarten Straßen) sind jetzt über nebenan.de organisiert, was uns schon oft gerettet hat mit Skischuhen, Werkzeug etc. Wir nennen das Nachbarschaftshilfe 2.0

Als der Martinsumzug früher noch an der Grundschule in der Adlerstraße endete, war der Waldkauzweg ein wahres Eldorado für singende Kinder an den Haustüren. Da konnte man ohne weiteres 50 singende Kinder innerhalb einer Stunde vor der Türe erleben. Seit der Zug einen anderen Weg nimmt, ist das leider deutlich weniger geworden. 

Mein persönliches Fazit: In Summe kann ich mir keine bessere Straße zum Leben vorstellen. Vor ein paar Jahren hatten wir überlegt, nochmal umzuziehen. Das hatten wir aber sehr schnell wieder verworfen, da unsere Nachbarschaft einfach die beste der Welt ist!

Nächsten Monat besuchen wir die Hans Bergestraße. Und wie lebt es sich In Ihrer Lieblingsstraße? Erzählen Sie es uns! Lob, Kritik, Alltagsbeobachtungen – alles ist in dieser SÜDBLICK-Serie möglich. Schreiben Sie an: newsletter@dorfgemeinschaft.koeln

MEINE STRASSE: Reiherstraße, vorgestellt von Mathilde Voss

Siebengebirge oder Rondorf? Ein Bauwagen lockte Mathilde Voss 1978 in die Reiherstraße. Seit 40 Jahren lebt sie jetzt hier. Hier feierte sie auch Ende April ihren Geburtstag. Und lässt sich selbst in Zeiten wie diesen nicht unterkriegen. 

Ich erinnere mich noch gut an das Jahr 1973. In diesem Jahr gab es einen autofreien Sonntag. Diesen Sonntag nutzten wir, um mit öffentlichen Verkehrsmitteln ins Siebengebirge zum Wandern zu fahren. Da wir das Siebengebirge sehr liebten, wollten wir eventuell im Alter auch dort wohnen. Aber schon auf dem Heimweg mit Bahn und Bus wurde uns klar, die Landschaft im Siebengebirge gibt Erholung; diese ist jedoch mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu umständlich zu erreichen.

Unser Heimweg führte uns über die Bussard Straße. Hier stand ein Bauwagen und ein Bauunternehmer bot vier Wohnblöcke an, von denen zwei Blocks in der Bussard Straße und zwei in der Reiherstraße erbaut werden sollten. Da ich bereits seit 1960 in Rondorf wohnte, war mir der Ort gut bekannt. In den Jahren meiner Ausbildung zur Lehrerin hospitierte ich oft in der Volksschule Rondorf und war auch aktiv in der Kirchengemeinde. So war das Betreten des Bauwagens und ein Gespräch mit den Anbietern der Wohnung eine schnelle Entscheidung. 1980 konnten wir einziehen. 

Die Reiherstraße wurde zunächst nur auf einer Seite bebaut. Auf der gegenüberliegenden Seite, die zur Autobahn gerichtet war, gab es zu dieser Zeit eine kleine Siedlung mit Schrebergärten. Daran schlossen sich Getreidefelder an. Von unserem Balkon konnten wir im Frühjahr die blühenden Obstbäume und dahinter die gelb blühenden Raps- und Getreidefelder genießen. Im Sommer feierten die Besitzer der Schrebergärten ihre Feste und frohe Musikklänge ließen uns daran teilnehmen. 

Unser Ort hatte zu der Zeit noch einige Landwirte, die ihre Felder bearbeiteten. Milch, Eier und Gemüse kaufte ich beim Bauern vor Ort. Rondorf war bis in die 80er Jahre ein Straßendorf. Kirche, Schule und eine Poststation bildeten den Mittelpunkt. Nachdem 1968 die Schule bereits am Rande von Hochkirchen neu gebaut wurde (aus der Volksschule entstanden Grund- und Hauptschule) errichtete auch die katholische Kirchengemeinde eine neue Kirche in der Nachbarschaft.

Als ein paar Jahre später die Stadt veröffentlichte, die Felder als Bauland zu nutzen, verschwand in den Jahren 2000 bis 2005 unsere wunderbare Gartenlandschaft; Wohnungsbaugesellschaften errichteten mehrgeschossige Häuser. Anfänglich regte sich in unserer Siedlung noch Widerstand. Aber heute, nach mehr als 20 Jahren, möchte ich sagen, dass die Aufteilung sowohl von Mehrfamilienhäusern und Einfamilienhäusern mit Grünflächen eine gute Wohnparklandschaft darstellen.

Das Zentrum von Rondorf ist in Richtung Hochkirchen immer weitergewachsen. Mit Stadtparkasse, Post, Apotheke, Kirche und Schule bildet die Reiherstraße heute eine gute Tangente. Auch zum Einkaufen ist es möglich, sich als älterer Mensch hier gut zu versorgen.

Nächsten Monat besuchen wir den Waldkauzweg. Wollen auch Sie uns Ihre Straße vorstellen? Wie ist dort der Alltag in diesen Zeiten? Schreiben Sie an: newsletter@dorfgemeinschaft.koeln