Eine von uns: Ulla van der Poel

Hier ist immer was los. So viel, dass für Jubiläumsvorbereitungen kaum Zeit ist: Anfang 2021 wird das „Haus der Familie“ in der Reiherstraße zehn Jahre alt – und ist aus dem gesellschaftlichen Leben des Wohngebietes nicht mehr weg zu denken. Der Motor hinter der Erfolgsstory hat einen Namen: Ulla van der Poel. Neuestes Projekt ist ein tolles gemeinsames Fest für Familien, Nachbarn, Vereine am 20. Juni unter dem Motto: „Ein Dorf – ein Tisch“. 

„Die Idee für das Haus ist eigentlich aus einer Notlage heraus entstanden. Als in den 90er Jahren immer mehr junge Familien nach Rondorf kamen, fehlte dort vieles. Es gab vor allem keine Betreuungsangebote für die Kinder nach dem Schulunterricht, keinen Raum der Begegnung für Jugendliche, kaum Möglichkeiten für alte und neue Bewohner, sich zu treffen“, erinnert sich Ulla van der Poel noch ganz genau an die mühevollen Anfänge. Denn sie selbst erlebte diese Probleme hautnah; sie zog 1995 nämlich ebenfalls nach Rondorf und suchte für ihre beiden Söhne dort verzweifelt nach einer Übermittagsbetreuung. „Also packte ich selbst an und gründete 2002 mit einigen Mitstreitern den gemeinnützigen Verein Haus der Familie“.

Was als Provisorium an zunächst verschiedenen Standorten entstand, wurde im Laufe der Jahre eine richtige kleine Firma, die inzwischen neun feste Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zählt. „Der Beschluss im Jahre 2009, ein modernes Nachbarschaftshaus für generationenübergreifende Begegnung zu bauen, war schon ein bisschen kühn. Und ohne die GAG als Grundstückseigentümer und Bauherr und ohne die Unterstützung seitens des Jugendamtes der Stadt Köln hätte es wohl auch nicht so gut geklappt“, erinnert sich die umtriebige Frau, die hauptberuflich bei der Deutschen Welle arbeitet, auch heute noch dankbar an die Pionierzeit.

Denn seit dem Einzug in das jetzige Gebäude Anfang 2011 haben sich immer mehr Aktivitäten entwickelt. So treffen sich von montags bis freitags viele Jugendliche in der offenen Jugendeinrichtung „eins2null“ zum Spielen, Musikmachen, kreativer Freizeitgestaltung. Oder auch zum Mitternachtsfußball in der Turnhalle der Grundschule an der Adlerstraße. Weitere wöchentliche Angebote des Vereins sind der Gesundheitssport Ü50 und das Begegnungscafé. Regelmäßige Angebote gibt es in den gemütlichen Räumen mit einer modernen Küche in der Reiherstraße ferner für Frauen, die untereinander Kontakt und Austausch suchen. „Der Spieleabend für Frauen immer am letzten Sonntag im Monat ab 18:00 Uhr zum Beispiel bedeutet nicht nur Spaß bei Karten- oder Brettspielen, sondern auch, miteinander zu reden und zu lachen, sich kennenzulernen und voneinander zu lernen“, erläutert Ulla van der Poel. 

Die Kleinsten von 0 bis drei Jahren wiederum finden in der Kita „Pünktchen“ in der Kolberger Straße eine liebevolle Betreuung. Hier hat die Immobilien-Firma Langemann zwei Wohnungen in einem Mehrfamilienhaus umgebaut und an den Verein vermietet. Ulla van der Poel managt dies alles als Vorsitzende ehrenamtlich seit 2004. Und hat mit sehr viel Elan mit ihrem sechsköpfigen Vorstandsteam sowie weiteren Engagierten immer neue Projekte realisiert: Die Ackerparty im Herbst, die nagelneue Jugendhütte auf dem Ackerparty-Gelände an der Talstraße, Ferienangebote, Mitsingkonzert, Filmabend, Adventsnachmittag, Silvesterfeier, Kurse, Seminare … und, und, und … Auch die Idee eines Mehrgenerationenwohnhauses, das im Neubaugebiet Rondorf Nordwest entstehen soll, unterstützt sie derzeit als Mitglied des Aufsichtsrates vom Hof der Familie eG i.G., einer jungen Genossenschaft. 

Jetzt ist wiederum eine neue Idee in Planung. „Wie können wir Nachbarschaften, Vereine, lokale Initiativen noch besser miteinander vernetzen?“ fragten wir uns im Vorstand. „Denn der Stadtteil wächst immer weiter. Und da sind gute Kontakte untereinander das Wichtigste“. „Ein Dorf – ein Tisch“ heißt daher die neue Einladung, die sich an alle richtet. Wenn sich genügend Interessierte anmelden, könnte daraus wiederum eine schöne Tradition werden. „Aber auch hier fangen wir erst einmal mit dem ersten Schritt an. Und aller Anfang ist zunächst bekanntlich noch klein“, weiß Ulla van der Poel aus langjähriger Erfahrung. 

Das Konzept klingt indes verlockend: Alle Personen, die mitwirken wollen bei diesem gemeinsamen Event von Haus der Familie und Dorfgemeinschaft, richten an diesem Tag ab 17:00 Uhr ihren reservierten Tisch für ihre Gästerunde aus Familie, Nachbarn, Vereinsmitgliedern festlich ein. Dann wird gemeinsam gegessen und gefeiert, jeder bringt etwas Kulinarisches mit. Ebenso sollen die Tische von den angemeldeten Teilnehmern fantasievoll ausgeschmückt werden unter dem Thema: Sommerträume – Traumsommer. Eine Jury wird die schönsten Tische küren und auszeichnen. Jeder, der dabei sein möchte, kann sich ab jetzt kostenfrei anmelden.

Zum 10. Geburtstag des markanten Gebäudes Anfang kommenden Jahres hat Ulla van der Poel einen großen Wunsch: „Noch mehr vor allem junge Familien sollten bei unserem Verein Mitglied werden und unsere Projekte unterstützen. Denn nur wenn die Bürgerinnen und Bürger selbst aktiv werden, kann sich gesellschaftliches Zusammenleben gut entwickeln“, ist sie überzeugt. „Wir wollen auch in Zukunft beweglich und bewegend bleiben durch Menschen, die Lust haben, mitzugestalten!“ fügt sie hinzu. Damals, im Bauboom der neunziger Jahre, hieß der Leitgedanke für das „Haus der Familie“, Raum zu schaffen für Begegnung und Miteinander. Jetzt, da Rondorf in den kommenden Jahren wiederum eines der größten Kölner Zuwachsgebiete wird, ist diese Idee aktueller denn je. 

Das „Haus der Familie“ startet somit in seine nächste Phase. Ulla van der Poel bleibt weiter mit an Bord, „denn, wenn man bereit ist, sich auf ein Engagement für diesen Ort einzulassen, ist es wunderbar, hier zu leben!“

Mehr Infos: www.hdf.koelnwww.hdf-eg.koeln

Sie wollen bei der Veranstaltung „Ein Dorf- Ein Tisch“ am 20. Juni dabei sein? Melden Sie sich kostenlos hier an 

Meine Straße: Carl-Jatho-Straße

Vorgestellt von Michael Grau

Er war ein über Köln hinaus bekannter evangelischer Pfarrer, der mit seiner Lehre einen heftigen Kirchenstreit auslöste: Carl Jatho. Dass er der Namensgeber dieser Straße wurde, ist sicher kein Zufall. Denn markantes Wahrzeichen der Sackgasse ist die evangelische Emmanuel Kirche mit dem hoch hinausragenden weißen Turm. Über eine sehr lebendige Straße, in der viel Musik zuhause ist, erzählt Michael Grau. 

Unser erstes Rendezvous mit der Carl-Jatho-Straße ereignete sich auf Grund eines Bauträgerinserats – „Preiswerte Reiheneinfamilienhäuser“ – im Sommer 1993. Links an der neu angelegten Sackgasse stand die weiße Emmanuel Kirche mit Gemeinde- und Pfarrhaus, davor der große, neu angelegte öffentliche Spielplatz. Gegenüber rechterhand blickten wir in eine lange Reihe frisch ausgehobener Baugruben. Nahebei standen zwei Bauwagen.

Den Vormittag verbrachten meine Frau und ich – unsere damals knapp ein Jahr junge Tochter immer dabei – damit, dort die Broschüren und Pläne zu studieren, die Himmelsrichtung der geplanten Häuser zu ermitteln, dann auch besorgt dem Lärm der nahen A555 zu lauschen und die nähere Umgebung zu erkunden. Am Nachmittag schon war die Entscheidung für eines der holländisch kostengünstigen und mit ihren Klinkerfassaden solide geplanten Reihenhäuser abschließend gereift: ein guter, für uns erschwinglicher Platz für ein Paar mit Kleinkind!

Damit waren wir in dieser Neusiedlerstraße mit 14 Häusern nicht allein. Das Kennenlernen der neuen Bewohnerschaft ereignete sich bei den nun folgenden regelmäßigen Baustellenbesuchen, beim Einziehen Anfang 1994, bei Austausch über Ärger mit dem Bauträger und Anlegen der Gärten in der Baustellenwüste. Und nicht zuletzt bei der Betreuung und Aufsicht der Kinder auf Gegenseitigkeit.

Die Kindergartenplätze folgten mit gehöriger Verspätung und in zu knapper Zahl, auch gleich gegenüber hinter der Emmanuel Kirche, mit Gedränge und Gerangel beim Run auf die wenigen Plätze.

Seit Bezug der neuen Häuser sind nun 26 Jahre vergangen. Die Gärten sind ein grünes Paradies geworden, der Spielplatz wurde mehrfach umgebaut, die Bäume sind groß, wie die Kinder, und die Altsiedler älter. Und damit hat nun auch nach und nach das Wechseln der Bewohner eingesetzt, eine neue Generation zieht ein…

Derweil hat sich die evangelische Kirchengemeinde zu einer überregional bekannten und zahlreich besuchten Heimat eines hochengagierten Musiklebens entwickelt. Das Gemeindezentrum beheimatet die beiden ältesten Orgeln in den Kölner Stadtgrenzen, die Musikschule Papageno, die Kurrende, den Rodenkirchener KammerChor und Orchester e.V. mit über 100 Mitgliedern, und eine Brassband. Neben den Gottesdiensten, deren Besuch sich stets lohnt, und dem „normalen“ Gemeindeleben summt und brummt es täglich in allen Räumen und Winkeln in Musik. Musik als kräftige Würze einer lebendigen Gemeinde! Dies ist die besonders schöne und interessante Seite der Carl-Jatho-Straße!

Jedoch, anders als in einer normalen Siedlungs-Sackgasse mit Spielstraßen-Beschilderung ist es mit einer beschaulichen Verkehrsruhe hier oftmals nicht weit her, und die Parkplatznot birgt so manches Konfliktpotenzial mit den Bewohnern. Man reibt sich gelegentlich auch verwundert die Augen, wie täglich für den Transport von Dutzenden Kids zu Kindergarten oder Musikschule die vielen Autos, teils tonnenschwere SUVs, eingesetzt werden müssen, natürlich stets in Einzeltransporten.

Und wie geht es hier weiter? Rondorf soll nun weiterwachsen. So plant die Stadt in Steinwurfweite auch eine Umgehungsstraße zwischen Siedlungsrand und der A555. Das zieht, auch wenn uns die Sackgasse erhalten bleibt, ein weiteres Mehr an Verkehrslärm nach sich. Auch die zahlreichen Hundebesitzer werden die neue Umgehungsstraße eher bedauern und müssen sich neu orientieren, denn sie soll dort die vielbesuchte Gassi-Rennbahn inmitten der Ackerflächen ersetzen.

Nächsten Monat besuchen wir die Reiherstraße. Wollen Sie uns auch einmal neugierig machen auf das Leben in „ihrer“ Straße? Dann schreiben Sie an: newsletter@dorfgemeinschaft.koeln

Willkommen im Café Jatho

Übrigens: Alle Bürger, die ein schönes Café suchen, sind herzlich eingeladen ins Café Jatho im Evangelischen Gemeindezentrum, immer montags von 15:30 Uhr bis 17:30 Uhr, Carl-Jatho-Straße 1

Eine von uns: Anastasia Dimitriou

Sie setzen im Veedelszoch am Rosenmontag einen ganz besonderen Farbtupfer, die rund zwei Dutzend Tänzerinnen und Tänzer der griechischen Folkloregruppe der „Thessalicher“. Wenn sie bunt, laut, fröhlich durch den Festzug wirbeln, ist die ganze Straße eine einzige Partymeile. Trainerin Anastasia Dimitriou will auch diesmal traditionelle Volkstänze mit kölscher Musik verbinden.

Aufgeregt? „Warum sollten wir aufgeregt sein? So etwas kennen wir gar nicht“ gibt die junge Griechin mit Kölner Wurzeln charmant zurück. „Aber wenn wir uns dann zum Zoch unter der Rodenkirchener Brücke aufstellen, ist die Vorfreude bei allen riesig“. Anastasia Dimitriou ist die Präsidentin und zugleich Trainerin der Tanzgruppe des Kulturvereins der Thessalicher in Köln. Zum zweiten Mal werden sie am 24. Februar bei der närrischen Parade von Hochkirchen nach Rondorf dabei sein und mit ihrer aufwendig verzierten roten Tracht, deren Ursprünge ins 18. Jahrhundert zurückreicht, ein ausgefallenes Stück heimische Folklore in den Kölner Fastelovend bringen. Drei Gruppen umfasst ihre Formation: Kinder, Jugendliche und Erwachsene. Der Jüngste ist gerade mal drei Jahre alt. Und während andere Tanzformationen über mangelnden Nachwuchs klagen, ist bei dieser Gruppe das Interesse unverändert hoch. „Momentan läuft es richtig gut“, erfahren wir. Ja, sogar Mitglieder aus anderen Nationen haben sich inzwischen angeschlossen; sie kommen zum Beispiel aus Italien, Portugal oder gar dem afrikanischen Raum. Sie alle lockt das Besondere. „Pentozali oder Kotsari sind keine leichten Tänze, da muss man schon fleißig üben“, lacht Anastasia. Denn es sind vibrierende Tänze mit allerlei hohen Sprüngen. Und wie schwer ist es, die einzelnen Schritte sicher zu beherrschen? „Oh, das kommt ganz auf den Tänzer an“, gibt sie diplomatisch zu verstehen.

Deshalb wird jede Woche fleißig trainiert. Immer am Sonntagabend treffen sich Groß und Klein im „Haus der Familie“ in der Reiherstraße – und dann gibt die BWL-Studentin das Kommando vor. Es ist laut, es wirbelt wild durcheinander; es dauert eine Zeit, bis jeder den richtigen Schritt, den richtigen Rhythmus gefunden hat. Allerdings: In dieser Vereinigung geht es nicht nur um professionelles Bewegen, es wird auch viel gefeiert und noch mehr gelacht. So steht schon bald das nächste große Ereignis an: Am 25. März begehen die Griechen ihren Unabhängigkeitstag und das wird ebenfalls mit Tanz, Livemusik, Gedichten gefeiert. Und da sind die Frauen (viel) und Männer (wenig) wieder kräftig mit auf den Beinen.

Anastasia erzählt aus ihrer Heimat. Thessalien war die größte Region im antiken Griechenland und liegt im Norden des Landes. Musik und Tanz knüpfen heute noch an eine reiche Tradition an, die voller mykenischer Legenden ist. Wer kennt nicht den höchsten und berühmtesten griechischen Berg, den Olymp? Oder das Orakel von Delphi? „Jeder Tanz hat seine eigene Geschichte. Und ebenso jedes Ereignis. Am spektakulärsten sind die Hochzeitstänze, aber auch für traurige Ereignisse gibt es Tänze“ berichtet sie in einer Trainingspause. Das populärste Instrument ihrer Heimat ist die Klarinette, dies prägt vielfach auch die Musik.

Mehr als 7600 Griechen leben derzeit in Köln. Davon gehören rund hundert Familien im Kölner Süden zum Kulturverein der Thessalicher. Als die ersten von ihnen an den Rhein kamen, gründeten sie ein regelmäßiges Treffen für Menschen, die fern von der Heimat den Zusammenhalt pflegen wollten. „Aber für die junge Generation von heute waren diese Veranstaltungen bei Kaffee, Kuchen und voller Nostalgie etwas langweilig, wir suchten nach etwas Neuem“, erzählt die junge Frau, die selbst in Köln geboren wurde. Und so entstand vor rund zehn Jahren die Idee, eine Tanzgruppe zu gründen. Der Erfolg gab ihnen recht. Momentan sind zwei Dutzend Tänzerinnen und Tänzer aktiv dabei.

Und was bedeutet es für sie, am Rosenmontag beim Veedelszoch aufzutreten? „Wir sind Kölsche Jecke durch und durch“, gibt die Präsidentin lachend zu verstehen. Auch in Griechenland wird fröhlich Karneval gefeiert, „aber an Köln kommt da nichts ran“. Im letzten Jahr wurde mitten auf der Rodenkirchener Straße auch Sirtaki getanzt. Und was steht diesmal für den 24. Februar auf dem Programm? Da wird Anastasia sehr professionell: „Lassen Sie sich überraschen“, sagt sie mit einem Augenzwinkern. 

Doch bis zu dem großen Augenblick gibt es noch Einiges zu tun. „Aber alle packen mit an“, strahlt sie in die Runde ihrer Tänzerinnen und Tänzer. Dann geht es weiter. Mit Koftos: Hopp auf dem linken Bein, rechte Hacke vor linker auf dem Boden aufstellen, Schritt mit rechts seitwärts nach rechts und immer so weiter … Oder Sta Tria im 4/4 Takt. Oder Kalamatianos, der aus zwölf Schritten besteht. Kein Fest ohne ihn! Der Fastelovend kann kommen

Meine Straße: Lindenweg

Vorgestellt von Caspar

Immer, wenn der Fastelovend seinem Höhepunkt zustrebte, waren die Anwohner des Lindenweg in Hochkirchen in besonders ausgelassener Stimmung, denn einer der ihren gehörte viele Jahre zur Kölschen Karnevalsprominenz – und das zeigte er auch farbenfroh und stimmungsvoll mit großem Aufmarsch allen Nachbarn. Caspar denkt noch heute gern an diese närrischen Zeiten in seiner Straße zurück – immer, wenn das Trömmelche geht….

Der Lindenweg ist mit gut 200 Metern Länge eine recht kurze Straße und verbindet eher unauffällig in Süd- Nordrichtung den Weißdorn- mit dem Großrotterweg. Noch bis zur Jahrtausendwende lebte hier relativ ungestört an einem Ende eine ehemalige Schaustellerfamilie in ihren Großwohnwagen. Doch dann wurde das freie Feld um diese Wagenburg herum Bauland, ist mittlerweile mit Einfamilienhäusern in Reihenhaus- und Doppelhausweise dicht bebaut und zu einem attraktiven Wohnviertel geworden. 

Alle, die sich hier niederließen, waren – wie wir selbst auch – schon vorher in Köln ansässig, teils sogar ‚Urkölsche‘ und wir feierten viel und gern zusammen. Doch einer war ganz besonders, unser „Prinz Karneval“. Im Jahr nach unserem Einzug kamen wir aus dem Staunen kaum heraus, als wir auf der Bühne des Saals Füssenich (das Haus mit der ehemaligen Traditionsgaststätte in Rondorf ist mittlerweile abgerissen worden) lauter Mitglieder des Traditionscorps der Roten Funken von 1823 e.V. erkannten. Unser Nachbar Gisbert Brovot, im Zivilberuf Architekt (er hatte übrigens die schon erwähnten freistehenden Einfamilienhäuser entworfen und geplant), war als Prinz Karneval des Jahres 1969 mit Leib und Seele General der Roten Funken. 

Dieser Tatsache verdankten wir Anwohner des Lindenwegs, dass jährlich während der 5. Jahreszeit sein Stammknubbel der Roten Funken begleitet vom Marieche mit singem staatse Jung lautstark und fröhlich im Lindenweg aufmarschierte und zu Ehren ihres Generals Truffel (kölsch für Maurerkelle) tanzte. Die Funken zählten zuvor selbstverständlich zu zweit ab, präsentierten stolz die Knabüs (Knallbüchse) und zeigten Stippeföttche. Von Jahr zu Jahr freuten wir uns mehr auf dieses ziemlich exklusive karnevalistische Spektakel. Leider verstarb unser Nachbar anno 2016, seitdem können wir im Lindenweg dieses wunderbare Schauspiel nicht mehr genießen. Er war außerdem lange Jahre der umtriebige Präsident des Kölner Festkomitees; alle Dreigestirne fuhren über die Jahre in ihren Karossen vor, um dem Präsidenten seine Aufwartung zu machen. Ich werde diese fantastischen Bilder wohl nie mehr vergessen und sende deshalb in diesen Wochen dankbar ein „Kölle Alaaf“ an unseren unvergessenen Prinzen aus dem Lindenweg von Hochkirchen.

Viele Traditionen sind bis heute lebendig geblieben: Muzen und Muzemändelche werden verzehrt, ebenso Frikadellen und Metthappen und Röggelcher met Kies. Am Rosenmontag gehen wir gern die paar Schritte vom Lindenweg auf die Rodenkirchenerstraße zum Veedelszoch, um die Atmosphäre des Straßenkarnevals und die Freude der Kinder zu erleben. Am Aschermittwoch ist Fisch obligatorisch.

Ja, auch der Fastelovend hat mit dazu beigetragen, dass wir im Lindenweg Ansässigen längst zu einer Gemeinschaft verschmolzen sind. Unvergessen bleibt mir, wie ein Nachbar im Jahr 1993 seinen fünfzigsten Geburtstag in der Form eines Straßenfests feierte. Der Lindenweg wurde gesperrt. Ein Toilettenwagen wurde aufgestellt, ein Tieflader wurde zur Bühne für zwei Live-Bands gestaltet. Die Straße wurde mit Bundeswehrzelten wetterfest gemacht. Und ein Bierpavillon sorgte dafür, dass keine Kehle trocken bleiben musste. Und wie es bei kölschen Straßenfesten üblich ist, waren sämtliche Nachbarn mitsamt der zahlreichen Kinderschar herzlich willkommen. Ja, feiern, das verstehen die Leute vom Lindenweg!

Auch bezüglich des Lebensalters und der Familienbiografie bestehen erstaunliche Ähnlichkeiten; wir verstanden uns schnell als eine Art Bauherrengemeinschaft. Und die bereits ansässige Nachbarschaft nahm uns Hinzukommende wunderbar auf. Der Tatsache zum Trotz, dass schon zu Beginn der Bauarbeiten der Kran umkippte und dabei das Haus des dort ansässigen Polizei-Pensionärs und seiner Frau beschädigte. Doch er nahm es erstaunlich gelassen. Ja, diesem liebenswürdigen Mann machte es über Jahre hinweg Freude, uns gelegentlich mit selbst gezogenem Salat, Gemüse und im Herbst mit Walnüssen seiner beiden großen Bäume zu versorgen. Ein weiterer Polizei-Pensionär von der anderen Straßenseite lud uns über Jahre in seinen Garten ein, wo wir nach Herzenslust Renekloden und Zwetschen pflücken konnten. Und wie staunten wir, als über Jahre hinweg in der Vorweihnachtszeit eine Seniorin vom anderen Nordende der Straße unseren Kindern mit Süßigkeiten eine Freude machte. Auch das ist „mein Lindenweg“.

Aber wie sind wir hier hingeraten? Nun, es war noch zu keiner Zeit einfach, bezahlbaren, familiengerechten und hinreichend geräumigen Wohnraum in günstiger Lage zu bekommen. Eines Tages im Jahr 1987 bemerkte ich als noch recht junger Mann während meiner täglichen Autofahrt von Lindenthal über Klettenberg, Hochkirchen, Immendorf und Godorf zur Arbeitsstelle in Wesseling ein Hinweis- und Werbeschild. Auf der linken Straßenseite kurz hinter der Autobahnbrücke stand es. In der beschaulichen und ganz ruhigen Straße Lindenweg sollten elf Reihenhäuser errichtet werden. Das Straßenbild dominierte eine majestätische Linde mit mächtiger Krone. Schnell brachte ich Näheres in Erfahrung und flugs reifte bei meiner Frau und mir der Entschluss, von der Bauträgerfirma ein schlüsselfertiges Reihenhaus zu erwerben. Seit dem Jahr davor, unser zweiter Sohn war geboren worden, hatten wir schon viele, kaum mehr zu zählende Miet- und Kaufobjekte besichtigt. Eine ganze Reihe davon in Rondorf und Hochkirchen. Stets kamen wir zum Ergebnis ‚zu teuer‘, ‚Umbau erforderlich‘, ‚zu klein‘ oder ‚gefällt uns nicht‘. Aber dieses projektierte einzig noch erhältliche Reihenmittelhaus am Lindenweg elektrisierte uns. Davor wäre Raum für den Stellplatz unserer Familienkutsche und nach hinten erschienen uns die verbleibenden 18,5 Meter ausreichend für Terrasse, Garten und sogar ein Häuschen für die Fahrräder. Dazu der schöne Blick ins Grüne.

Doch manchmal frage ich mich: Wie geht es hier weiter? Zweifellos ist ein ständiger Wandel spürbar. So wurde vor Jahren ein ursprünglich bestehendes Einfamilienhaus abgebrochen, um an gleicher Stelle zwei Doppelhaushälften zu errichten. Insgesamt ist unser Wohnbezirk erheblich angewachsen und dieser Tatsache ist zu verdanken, dass die KVB vor Jahren die Haltestelle Lindenweg schufen. Sehr praktisch, denn seitdem sind nur wenige Schritte nötig, um per Bus mit der Linie 132 über den Clodwigplatz ins Vringsveedel oder aber in die Altstadt bzw. ohne Umsteigen bis zu Dom und Hauptbahnhof zu kommen. Also von wegen Randlage! Und wer weiß, vielleicht werden wir ja wirklich eines Tages per Stadtbahn eine Gleisanbindung an das KVB-Netz bekommen! 

Meine Straße: Blautannenweg

Vorgestellt von Karin Mühlwitz

Der Blautannenweg in Hochkirchen ist nur etwa 185 Meter lang. Aber hier hat sich die Künstlerin Karin Mühlwitz mit ihrem Atelier ihr kleines Paradies geschaffen. Denn hier kann jeder in ruhiger, freundlicher Atmosphäre die Kunst der Malerei lernen. Die angenehme Stille der kleinen Straße trägt zu diesem kreativen Schaffen das ihre bei. 

Lindenweg, Birkenweg, Erlengrund und Blautannenweg sind die vier Straßen mit einem Baum-Namen. Früher sollen hier tatsächlich Blautannen gestanden haben – so wurde es mir erzählt – gesehen haben wir allerdings keine als wir uns für dieses Grundstück entschieden. 

Blautannen sind stattliche Bäume und eine Zuchtform der Edeltanne – ihre Nadeln leuchten dunkelgrünblau oder ganz hell türkis bis fast weißlich und an manchen Stellen in den unterschiedlichsten Grüntönen von blassgrün über Mai grün zu Moos- und Schwarzgrün. Als Künstlerin mag ich diese Farben und setze sie gerne in meinen Bildern ein. Es lassen sich dunkle kraftvolle oder zarte stille Bilder mit ihnen malen. Mit einer komplementären Farbe ergänzt lässt es diese Farben leuchten. Gerade wegen diesen schönen Farben mag ich den Namen meiner Straße.

Wir wohnen nun schon seit über 25 Jahren hier. Mein Atelier liegt im Souterrain unseres Hauses. Hier gebe ich seit über 20 Jahren Unterricht und es macht mir immer noch riesigen Spaß, mein Wissen weiter zu geben und mit meinen KursteilnehmerInnen Ideen zu entwickeln, um sie dann in Bildern umzusetzen. Oft bleiben Spaziergänger stehen und schauen unserem künstlerischen Treiben zu. Gerne darf man bei mir klingeln und mir über die Schulter schauen. 

Mein Arbeitstag beginnt mit einem Kaffee und dem Blick aus meinem Atelierfenster. Alles okay da draußen – frage ich mich. Es ist ruhig in unserer Straße. Viele sind schon zur Arbeit unterwegs. Schulkinder machen sich auf den Weg oder die Kleinsten werden in den Kindergarten gebracht. Eigentlich müsste ich das angefangene Portrait weiter malen – aber noch habe ich keinen Zugang…. Oft dauert es eine Weile, bis mich die Muse trifft. 

Mein Freund Fritz-Hugo (eine französische Bulldogge) kommt ans Fenster. Er wohnt mir gegenüber und immer, wenn er Gassi geht, muss er zuerst nach mir schauen. Bevor ich ihn nicht begrüßt und gekrault habe, geht er nicht zu seiner Hundetoilette. Dort steht auch Toni – ein großer schwerer Gorilla. Er sitzt seit geraumer Zeit im Beet gegenüber und bewacht unsere Straße. Als wir vor 25 Jahren als sechstes Haus hier gebaut haben, war der Blautannenweg noch unbefestigt. Heute kommt die 185 Meter lange und gepflasterte Straße breit, gut ausgebaut und übersichtlich rüber. Die Grundstücke im Blautannenweg wurden damals von der Stadt Köln angeboten. Bei dem Vergabetermin fehlten einige Bewerber und so konnten wir uns das Grundstück als erstes aussuchen. Uns gefiel es gut, dass wir von Gärten umgeben waren. Hier traf ich auch meinen Klassenkameraden wieder, der sich ebenfalls um ein Grundstück bewarb. 

Hier in der Straße stehen sehr unterschiedliche, freistehende Einfamilien- neben Mehrfamilien-Häusern. Mit unserem Baunachbarn und dessen ersten Mietern verbindet uns eine 25jährige Freundschaft. Seit unser Sohn vor fünf Jahren mit seiner heutigen Frau ausgezogen ist, bewohnen wir unser Haus allein. Unsere Hälfte hat letztes Jahr ein „update“ bekommen und unterscheidet sich jetzt leicht von seinem „Zwilling“. 

Das Baugebiet des Half-Miel-Ringes mit seinen in Pastellfarben gestrichenen Häusern am Ende des Blautannenweg, war noch gar nicht in Planung. Damals sind wir oft mit den Kindern über das Feld in den kleinen angrenzenden Wald gelaufen. Eine schöne Erinnerung daran ist die Geschichte zur 10. Geburtstagsfeier meines Sohnes. Es war der Halloween-Monat Oktober und wir machten mit ihm und seinen Freunden eine Wanderung mit Laternen durch den kleinen Wald und haben ihnen Geschichten vom Ritter Wilhelm von Rundorp erzählt, der gegen die Räuber kämpfte, die hier damals hausten. Unterstützt wurden wir von unseren beiden Nichten, die sich im Wald versteckten und für Gänsehaut-Momente sorgten. 

Heute ist es für mich schön, all die Babys aufwachsen zu sehen, die in unserer Straße geboren wurden. Die Jüngsten sind gerade ein paar Monate alt. Da der Blautannenweg eine Spielstraße ist, wünsche ich mir für all die Kleinen mehr Nachsicht bei den Autofahrern, die unsere Straße als Durchgangsstraße nutzen und oft zu schnell fahren. 

Es klingelt. Meine Nachbarin fragt, ob sie was vom Markt mitbringen soll. Ich habe so liebe Nachbarn. Wir kennen und helfen uns. Wir halten Schwätzchen oder halten uns gegenseitig, wenn es mal nicht so gut geht. Wer kein Auto hat oder wie ich gerade nicht fahren darf, wird mitgenommen oder fährt mit einem der Busse in Richtung Hauptbahnhof oder nach Rodenkirchen. Rewe, Blumengeschäft und Lotto gibt es fast nebenan. In der Tennishalle mit ihren guten In- und Outdoor Plätzen kann man sich sportlich betätigen sowie sich im wundervollen Biergarten nach dem Sport stärken. Im italienischen Restaurant Il Valentino oder beim Griechen Dimi auf der Hauptstraße kann man den Abend bei leckerem Essen verbringen. 

Ja, der Blautannenweg ist meine Heimat, meine Arbeitsstätte, meine Inspiration. Hier lebe und arbeite ich gerne und hoffentlich auch noch sehr, sehr lange. Prost Neujahr! 

Nächsten Monat spazieren wir zwei Ecken weiter und besuchen den Lindenweg. Wollen Sie uns „Ihre Straße“ auch einmal vorstellen? Schreiben Sie an: newsletter@dorfgemeinschaft.koeln

Einer von uns: Paul Link

Architekt der schönen Künste, so nennen ihn manche, teils bewundernd, teils mit leichtem Unterton, denn Paul Link ist der inspirierende Kopf hinter einem „Kulturtempel“, der für ganz Köln außergewöhnlich ist. Er lockt seit fast 30 Jahren internationale Künstler ebenso wie regionale Newcomer zu ausgewählten Konzerten, Ausstellungen, Lesungen in sein „Kirchenatelier“ in der Rondorfer Hauptstraße. Auch für das neue Jahr hat er viele Pläne. Und im Januar steht zudem ein stolzes Jubiläum an.  Wie es zu diesem viel beachteten Juwel im Kölner Süden kam? Paul Link hat es dem SÜDBLICK erzählt.

Der heute 63jährige ist ein kenntnisreicher Unterhalter. Und so holt er weit aus: „Die Ursprünge des außergewöhnlichen Bauwerkes reichen zurück ins Jahr 1899“. Damals beschloss der Rondorfer Kapellenbauverein, schräg gegenüber der heutigen Pastorats Straße ein neues Gotteshaus zu errichten, weil die Kapelle am Büchel Hof zu klein geworden war. „Und so entstand hier der letzte Kölner Sakralbau mit noch echt gemauertem Gewölbe“ lobt Paul Link die einschiffige Hallenkirche in neugotischer Form aus Ziegelstein.

Die reich verzierte Kapelle überstand sogar beide Weltkriege – auch wenn das Chorgebäude nach 1945 erneuert werden musste. „1957 wurde der markante Bau um einen mächtigen Turm mit vier Glocken erweitert. Er gilt heute als weithin sichtbares Wahrzeichen von Rondorf“ erzählt er bei einem Rundgang. Doch 30 Jahre später erwies sich dieses katholische Gotteshaus erneut als zu klein und die Pfarrei Heilige Drei Könige realisierte einen Neubau an der Hahnenstraße. 

Der Rest ist ein bisschen Zufall. Denn eines Tages entdeckte Vater Rolf Link, renommierter Baumeister und Kirchenrestaurator, eine kleine Anzeige: „Kirche zu verkaufen“. Er war allerdings nicht der einzige, der sich für das wertvolle historische Objekt interessierte. Im Gegenteil: Die Verkaufsverhandlungen mit einem Mitbewerber waren schon so gut wie abgeschlossen. Doch dann bekamen die Kirchenoberen kalte Füße, weil man dem potenziellen Erwerber Nähe zu einer Sekte nachsagte. Der Deal platzte.

„Meine Familie war sich sehr rasch einig, solch ein Schmuckstück darf nicht verloren gehen, denn es war inmitten all der Jahrhundertkatastrophen auch so etwas wie das moralische Gewissen der Gemeinde geworden“, erinnert sich Paul Link, der gemeinsam mit seinem Vater Rolf und seinem Bruder Martin 1983 ein gemeinsames Architekturbüro begründet hatte. Sie bekamen den Zuschlag durch das Erzbistum allerdings nur gegen die schriftliche Zusage, dort „keine Einrichtungen unterzubringen, die gegen die katholische Glaubenslehre verstoßen“. So wurde es sogar im Grundbuch eingetragen.

Und so gestaltete man den künstlerisch wertvollen Sakralbau für neue Aufgaben um. „Als exklusives Kulturatelier steht er im Sinne seiner geistigen Tradition offen für alle, die in einer ganz besonderen Atmosphäre die Begegnung mit der Kunst suchen“, sagt der Hausherr und Impresario. Und seitdem managt er in der ehemaligen Dorfkirche mit ihren großen bunten Glasfenstern und einem verspielten Mobile, das die „hängenden Gärten von Rondorf“ symbolisiert, Ausstellungen, klassische Konzerte, Kulturevents. Spektakulär war der Auftritt von mehr als hundert Jazzmusikern aus New York. Oder im Rahmen einer Vernissage der Aufbau eines Wasserbeckens von 15 Metern Länge. Internationale Spielfilme haben die wertvolle Location ebenso als Drehort genutzt wie Künstler von Montserrat Caballé bis Dieter Bohlen.

Momentan wird an dem Programm für das neue Jahr gefeilt. Der „Tag der Astrologie“ am Samstag, 21. März ist wiederum eine ganz spezielle Idee. Das intensiv gepflegte und zeitaufwändige Hobby „hat mich allerdings schon mehrfach an den Rand der Erschöpfung gebracht“, räumt Paul Link ein. Andererseits passt diese Aufgabe irgendwie auch zu seiner hauptberuflichen Profession. Denn wie sein Vater arbeitet auch er mit besonderer Vorliebe in den Bereichen Kirchen- und Kulturbauten, Denkmalpflege, anspruchsvollem Wohnungs- und Städtebau. Sein Leitmotiv lautet: „Sinn für Architektur – Architektur für die Sinne“. Auch für sein Veedel hat er eine klare Vision: „Ich möchte mithelfen, Rondorf als charaktervollen Stadtteil mit eigenständigem urbanem Leben weiterzuentwickeln“. Auf seine Initiative gehen Projekte zurück wie das „Haus der Familie“, dem ein Mehr-Generationen- „Hof der Familie“ folgen soll.  

Bewusst stets offen hält er seinen Betrieb für Schülerpraktikanten und Auszubildende – nicht zuletzt aus dem Osten wie der Ukraine, Weißrussland oder der Mongolei; auch zwei junge syrische Flüchtlinge sind momentan in Ausbildung. „Damit leisten wir unseren Beitrag zur Völkerverständigung“ sagt Paul Link. Besonders spektakulär war das „Namibia-Projekt“ 2016: Gemeinsam mit seinem Bruder Martin und zwei weiteren Mitstreitern baute er mit an einem Schulzentrum im Omomas Care Center für 90 Waisenkinder im Alter von 6 bis 16 Jahren. „Das war auch für uns eine ganz neue Erfahrung. Da war viel Improvisation gefragt,“ erinnert er sich. „Kultur“ so lautet die Überzeugung des dreifachen Familienvaters „ist die beste Brücke, um Menschen weltweit zusammenzubringen. Wer musiziert, malt, schreibt, kennt eigentlich keine Grenzen“.

Schon seit 30 Jahren leben jetzt drei Generationen unter dem ehemaligen Kirchendach. In wenigen Wochen steht ein ganz besonderes Jubiläum an: Vater Rolf, Begründer des Architekturbüros, feiert am 30. Januar seinen 90. Geburtstag. Seine Familie und enge Wegbegleiter nennen ihn heute noch liebevoll „Unser Cheffi“: Rolf Link begann seine Architektenkarriere als Maurer an der „Kölner Werkschule“; danach wurde er enger Mitarbeiter der berühmten Kirchenbaumeister Dominikus und Gottfried Böhm. Viele außergewöhnliche Gebäude vor allem im Kölner Süden machten danach das „Architekturbüro“ Link zu einem Begriff für kunstvolles Bauen weit über die Stadtgrenzen hinaus. Und so lautet denn auch Paul Links Geburtstagswunsch für den Jubilar, „möge es uns gelingen, diese große Tradition viele weitere Jahrzehnte erfolgreich fortzuführen“. Dafür hat der Architekt und Kunstmäzen noch etliche Ideen in seinen vielen Schubladen.

Eine von uns: Uta Maria Schütze

Sie ist eine Frau für alle Fälle, denn gleich ob Boulevard, klassische Rollen, Dramatik, Musical – das Repertoire der Schauspielerin Uta- Maria Schütze ist schier unbegrenzt: Am Mittwoch den 11. Dezember ist sie zum Beispiel im ZDF-Vorabendkrimi „ Heldt“ in einen heftigen Pflegeskandal verwickelt – und am Freitag, 20. Dezember moderiert sie im heimischen Rondorf besinnlich das große Adventskonzert der Dorfgemeinschaft. 

Natürlich. Auf dem adventlichen Kaffeetisch zuhause steht das berühmte Meissner Porzellan mit dem feinen blauen Zwiebelmuster. Sozusagen als ständige Erinnerung an ihre Geburtsstadt Meißen in Sachsen. „Unsere Porzelline“ nennt Uta-Maria Schütze lachend die weltbekannte Manufaktur. Und sächsisch kann sie selbstredend auch noch. Wenn es sein muss, hat sie ebenso den schwäbischen Dialekt drauf. Nur das rheinische klappt nicht so recht, obwohl sie doch seit Jahren in Köln wohnt und für „Die Anrheiner“, die kölscheste aller Fernsehserien, ebenfalls vor der Kamera gestanden hat. Und dann war da noch die „Lindenstraße“ oder die Rolle der Nachbarin Frau Wolf im „Tatort“. Oder. Oder. Oder. Wenn Uta-Maria Schütze dann in ihrem Aktenordner blättert, um frühere Projekte nachzuschauen, kann es passieren, dass sie durchaus einmal etwas durcheinanderbringt.

Aber eines stellt sie im SÜDBLICK-Gespräch ziemlich schnell klar: Ihre eigentliche Welt ist die Bühne, „auch wenn man im Fernsehen schneller bekannt wird und vielleicht mehr Geld verdienen kann!“ Wohin es sie später im Leben einmal ziehen würde, das wusste die erfolgreiche Mimin schon mit 14 Jahren, als sie nämlich im örtlichen Stadttheater der schönen jungen Maria Stuart beim Herz zerreißenden Abschied zusah, bevor diese zum Schafott geführt wurde. Da flossen auch bei der ergriffenen Schülerin unten im Saal reichlich Tränen. Zuhause stellte sie die dramatische Szene sogleich vor dem Spiegel nach und war überzeugt: „Uta- Maria, das kannst Du auch!“ Schon war es passiert. Selbstredend machte sie auch in der Oberschule beim Laienspielzirkel mit. Mit 16 stand sie erstmals für die berühmte DEFA vor der Kamera. Es folgte eine abgebrochene Buchhandelslehre und die Schauspielausbildung an der renommierten Hochschule Musik und Theater in Leipzig. Am Nationaltheater Weimar hatte die Arzttochter während des Studiums mehrere Auftritte, der Übung halber; es folgte sehr schnell ihr erstes festes Engagement am Theater Meiningen.

Ja und dann, dann geriet die junge Frau in die Mühlen zwischen Liebe und deutsch-deutscher Politik. Sie verliebte sich nämlich in Thüringen in einen Schauspielerkollegen aus Luxemburg, der am gleichen Theater arbeitete. Ein Jahr lang musste sie mit den Behörden um das amtliche „Ja“ zu einer Heirat kämpfen – dann entließ man sie nach etlichem hin und her der gemeinsamen Liebe wegen ins neutrale Österreich. Denn ein Übersiedeln in die „feindliche kapitalistische BRD“ kam für das Regime der DDR nicht in Frage. Mitten im Winter stellte sich die jung Vermählte an vier Tagen an vier Theatern der Alpenrepublik vor – das Landestheater Salzburg gab ihr 1969 den begehrten Vertrag. „In einer verplombten Eisenbahn zog ich mit Geschirr, Möbel, sonstigem Hausrat aus dem Arbeiter- und Bauernstaat aus, in der Tasche einen Pass der DDR und einen von Luxemburg“ erzählt sie. Und auch dies ist ihr in wacher Erinnerung geblieben: „Das wahnsinnige Herzklopfen, wenn ich später wieder einmal in die DDR reiste, um meine Verwandten zu besuchen. Beim Transit über die Grenze dachte ich jedes Mal, hoffentlich geht das gut und du kommst wieder heil raus!“

1971 landete sie dann doch in Westdeutschland, bei den Bühnen der Stadt Köln. Das Staatstheater Hannover, das Stadttheater Aachen, das Theater an der Kö in Düsseldorf, das Schauspiel Essen waren einige der weiteren Stationen. Mal spielte sie die Titelrolle in „Minna von Barnhelm“, mal Hamlets Mutter Gertrude, mal Amalia in Schillers „Räuber“, Marthe Rull in Kleists „Der zerbrochene Krug“ oder die Titelrolle in dem Musical „Kiss me Kate“, um nur einiges zu nennen. Aber am nachdrücklichsten bewegt hat sie die Figur der überaus gestrengen Schwester Aloysius in dem Bühnenstück „Zweifel” von John Patrick Shanley, die sie 40 Mal spielte. Die Inszenierung im Aachener Grenzlandtheater bildete eine überaus spannende Parabel über Kirche, Moral und Missbrauch und wurde als internationaler Filmerfolg mit Meryl Streep 2009 reihenweise mit Golden-Globe- und Oscar-Nominierungen gefeiert. Uta Maria Schütze findet: „Ein großes Thema, das bis heute nichts an Aktualität verloren hat!“ 

Nebenbei fand die viel Beschäftigte noch Zeit, als Dozentin für Rollenstudium an der Schauspielschule des Theaters der Keller in Köln den Nachwuchs zu fördern. Doch warum zieht es sie immer wieder magisch auf die Bretter, die die Welt bedeuten? „Es ist ganz wunderbar, ständig in neue, andere Figuren zu schlüpfen. Wo kann man so seine Emotionen ausleben, Gefühle raus lassen, selbst Wut laut hinausschreien – und wird dafür auch noch bezahlt?“

Es sind dabei die feinen Nuancen, das Hintergründige, was sie fasziniert. Und das Spiel mit der Sprache. Eines möchte sie nämlich nie: „Klischees bedienen. Dagegen will ich viel eher angehen!“ Und deshalb gehört ihre große Liebe auch dem Theater, wo man einen ganzen Abend lang Geschichten mit einer Intensität entwickeln könne, wie sie das Medium Fernsehen so nicht zulasse. 

„Wenn ich manchmal im Fernsehen sehe, was aus Dreharbeiten dann am Ende herauskommt und gesendet wird, bin ich doch immer wieder ganz schön überrascht!“ Und ihr Blick verrät: So etwas kann Dir im Theater nicht passieren!

Uta- Maria Schütze traut sich durchaus vieles zu. Nur eines nicht: „Als Comedian hätte ich wohl kein Talent“. Und auch dies räumt sie freimütig ein: „Einmal musste ich eine Prostituierte in der Zeit der französischen Revolution spielen. Bitte so etwas nie mehr wieder!“ Hat dieser Beruf auch einen Preis? „Naja“, kommt es dann nachdenklich, „eigentlich kann ich nie längerfristig mal Urlaub planen. Denn meist kommt dann wieder ein Engagement dazwischen“. Dabei liebt sie die Bergwelt über alles, sie ist aktiv im Deutschen Alpenverein.

Was wäre wohl aus ihr geworden, wenn nicht das Schauspiel sie so gefesselt hätte? „Vielleicht ein Leben als Naturforscherin, die neue Regionen in der Welt entdeckt und bereist“ kommt es nach kurzem Nachdenken aus ihr heraus. Und dann schränkt sie ein: „Aber wo gibt es heute noch unberührte Natur neu zu entdecken?“

Jetzt lebt Uta -Maria Schütze seit fast acht Jahren in Rondorf. Ausgerechnet an Weiberfastnacht 2012 ist sie hier eingezogen, unterstützt von einem Umzugshelfer, „der sich allerdings sehr beeilt hat, um sich am Nachmittag noch ins Gewühl stürzen zu können, während ich im Chaos meiner Kisten und Kasten da saß“, erinnert sie sich. Dass sie hier im Grünen wohnen kann, hat es ihr angetan. Hier wird sie auch Weihnachten feiern: „aber sehr ruhig – und ohne Kartoffelsalat!“ Auf das große gemeinsame Adventskonzert mit vielen Bewohnern aus Rondorf, Hochkirchen und Höningen in der Kirche Heilige Drei Könige in der Hahnenstraße am Freitag, 20. Dezember freut sie sich ebenfalls sehr und textet schon fleißig an ihren Moderationen. Vorher unterstützt sie noch die Dorfgemeinschaft bei der jährlichen großen Haussammlung. Es kann also sein, dass es demnächst bei Ihnen zuhause klingelt – und die Frau mit der Spendendose kommt ihnen irgendwie bekannt vor.

Ach so, Sie wollen noch wissen, was am 11. Dezember mit Uta-Maria Schütze im ZDF passiert? 

So viel sei hier schon verraten: Ein Mann wird vor seinem Kiosk von einem Vermummten zusammengeschlagen. Auf der Suche nach dem Täter lernt Kommissar Heldt die Mutter des Opfers kennen, Alberta Schmäle, dargestellt von Uta Maria-Schütze, die in diesem ZDF-Vorabendkrimi nach einem schweren Schlaganfall selbst pflegebedürftig ist. Und schon sind die Zuschauer mittendrin im Betrug in der Heimpflege. Der Fall nimmt immer größere Dimensionen an. Bald schwebt auch ein Arzt in Lebensgefahr! Doch sehen Sie selbst …

Und warum hat sich das ZDF für Uta-Maria Schütze entschieden, die in diesem TV- Drama als Beispiel steht für pflegebedürftige Menschen, denen oft nicht genug Zeit geschenkt werden kann und die oft einfach „ruhig gestellt werden“? Die Antwort der Produktionsfirma ist ein wunderbares Kompliment für die starke Charakterdarstellerin: „Wir haben uns für Uta-Maria Schütze in dieser Rolle entschieden, weil sie trotz der zu spielenden Bettlägerigkeit eine große Präsenz hat und viel Wärme ausstrahlt, was für unsere Titelfigur „Heldt“ wichtig ist, um an das Thema nah heranzukommen!“ 

Nah an die Zuschauer heranzukommen, das könnte auch das Lebensmotto dieser beliebten Schauspielerin mit den vielen Facetten sein.

Meine Straße: Das Schwalbental Vorgestellt von Petra Zirwes

Wer einmal im Schwalbental sesshaft geworden ist, geht so schnell nicht wieder weg. Meint Immobilienexpertin Petra Zirwes. Sie muss es wissen, denn die diplomierte Architektin hat Erfahrung, was eine gute Wohnlage ausmacht. Ihre Familie wohnt hier mit drei Generationen unter einem Dach. Silvester wird in der kleinen Straße in Hochkirchen gemeinsam mit den Nachbarn gefeiert. Doch jetzt wird erst einmal der Weihnachtsschmuck ausgepackt.

Manchmal denke ich, die Herrschaften von der Stadt haben sich in den 50-er Jahren noch richtig Gedanken gemacht über Straßennamen, denn man sieht auch heute noch, gemütlich zum Plaudern versammelt, die Schwalben hier auf den Oberleitungen sitzen und vom Rabengrund aus fährt man tatsächlich leicht in ein Tal. Noch heute sind die Schwalbentaler Häuser durch die oberirdische Stromleitung miteinander verbunden, wie Perlen an der Perlenkette.

Hier in Hochkirchen nicht unweit der Hauptstraße in einer ruhigen Sackgasse ohne Durchgangsverkehr entstanden die ersten Häuser in den 50-er Jahren, solche, wie man sie häufig gesehen hat im Dorf. Wohnzimmer, Schlafzimmer, Wohnküche, Mini-Bad, Dachboden zum Trocknen; im Keller wohnte zuerst das Schwein, später, über eine Rampe gelangte der PKW in die tiefer gelegte Garage. Der Nutzgarten diente der Selbstversorgung. Die tiefen Grundstücke ermöglichten eine intensive Nutzung des Gartens für Obst und Gemüse. Während die meisten Gemüseanbauten inzwischen verschwunden sind, gibt es immer noch zahlreiche Obstbäume, von Kirschen, über Pfirsiche und Feigen bis hin zu Walnüssen in den Gärten der Straße. Zur Erntezeit wird auch heute noch das ein oder andere Kilo Obst über den Gartenzaun zum Nachbarn gereicht, die vergrabenen Walnüsse der Eichhörnchen findet man ganzjährig im Garten und in den Blumentöpfen.

Das Letzte der nur neun Häuser der Straße wurde 1968 fertiggestellt. Damals reichte der Blick vom Ende der Straße noch bis zur Anne-Frank-Schule über das Trafo-Häuschen (die alte ev. Kirche) und weiter bis zum Friedhof. Da, wo heute hunderte von Häusern stehen, war damals noch eine große freie Fläche. Das Grundstück am Ende des Schwalbentals, welches heute den Froschkönigweg mit seinen Reihenhäusern aus den 80-iger Jahren beherbergt, war damals noch ein großer Erdhaufen mit einem Teich und Enten. Ein Paradies und Abenteuerspielplatz für uns Kinder.

In vielen Häusern wohnt heute noch die 2. Generation von damals und in manche ist sogar schon die 3. Generation eingezogen. Es scheint, wer einmal im Schwalbental sesshaft geworden ist, der geht so schnell nicht wieder weg. Wenn Hilfe gebraucht wird, dann ist auf die Schwalbentaler immer noch Verlass. So wie zuletzt beim schlimmen Hochwasser 2017, als nahezu alle Keller, teilweise bis fast zur Decke, unter Wasser standen. Da wurde spontan ein kleines Buffet für die fleißigen Feuerwehrleute auf der Straße aufgebaut und man stand sich gegenseitig mit Rat und Tat zur Seite. 

Auch ich wohne mit drei Generationen unter einem Dach im Schwalbental, wo in den kommenden Wochen weihnachtlicher Schmuck in den Vorgärten und Lichter an den Häusern für eine ganz besondere Atmosphäre sorgen werden. Einer unserer Nachbarn hat seine dekorativen Sterne sogar selbst geschmiedet. Nur unsere gemeinsamen Adventsnachmittage sind leider etwas seltener geworden. 

Ja, ich freue mich darauf, hier mit meiner Familie und guten Freunden Weihnachten zu feiern. Und mit allen Nachbarn in der Silvesternacht auf unserer kleinen Straße auf ein gutes Neues Jahr anzustoßen!

Einer von uns: Berno Huber

Seit drei Jahren ist Berno Huber der umtriebige Kopf der Dorfgemeinschaft. Mitte Oktober wurde er für zwei weitere Jahre in seinem Amt bestätigt. „Gemeinsam für unser Veedel“ ist seine Devise, mit der er mal leidenschaftlich, mal leise für die Interessen der Bürgerinnen und Bürger von Rondorf, Hochkirchen und Höningen kämpft. Vieles hat er erreicht. Doch jetzt stehen neue Projekte und Herausforderungen bevor. Dafür sucht er weitere Mitstreiter. 

Berno Huber hat eine große Stärke: Er ist ein guter Zuhörer. Wenn er unterwegs in seinem Veedel ist, wird er fast immer an der nächsten Straßenecke auf dieses Alltagsproblem und jenes lokale Thema angesprochen. Obwohl er meist in Eile ist, die Termine drängen, hört er sich alles in Ruhe an – und sagt vielleicht erst einmal gar nichts. Aber in seinem hellen Blick ist sofort zu erkennen, wie er jede Frage, jeden Gedanken seines Gesprächspartners aufnimmt. Und am Ende der spontanen Begegnung kommt dann zumeist ein knappes, aber bestimmtes „Ich kümmere mich drum!“. Dann können kommunale Mandatsträger, Abgeordnete, städtische Mitarbeiter oder andere „Zielpersonen“ zuverlässig damit rechnen, dass schon sehr bald ein Brief oder eine E-Mail bei ihnen eintreffen. Und die beginnen dann meist sehr ähnlich: „Wie ich gehört habe …“. Manchmal ist der Unterton allerdings auch etwas drängender: „Warum gibt es noch immer keine Entscheidung …“. 

Der passionierte Handballer lacht. „Eigentlich hat unsere Dorfgemeinschaft ja gar keine unmittelbare Macht, irgendetwas zu entscheiden. Wir können immer nur drängen, mahnen, darauf hinweisen. Aber irgendwie scheint gerade das unsere Stärke zu sein. Weil wir unabhängig sind, nicht irgendwelchen Interessen verpflichtet, werden wir gehört und mit unserer Stimme beachtet. Und je mehr Bürger Mitglied der Dorfgemeinschaft werden, desto nachdrücklicher können wir auftreten“. Was Berno Huber allerdings gern verschweigt: Er hat inzwischen mit seinem Vorstandsteam ein exzellentes Netzwerk aufgebaut und schafft es, selbst die Oberbürgermeisterin zu einem Gespräch nach Rondorf zu holen, wenn es ihm wichtig ist.

Und was treibt den 59jährigen für dieses Ehrenamt an? „Ich spüre sehr stark, dass in unserer zunehmend komplizierter werdenden globalen Welt für den einzelnen Bürger Nachbarschaft, Nähe und Heimat immer wichtiger werden. Genau da wollen wir mit unserer gemeinsamen Arbeit ansetzen. Ich denke, die Idee unserer Dorfgemeinschaft ist vor diesem Hintergrund heute sogar noch aktueller als vielleicht zu früheren Zeiten“, sagt Berno Huber. Er denkt dabei als Beispiel an Veranstaltungen wie das traditionsreiche Brunnenfest am Vorabend des 1. Mai, das in diesem Jahr so gut besucht war wie nie zuvor. Er verweist auf die „Bürgerwerkstatt“, in die viele Engagierte aus der Bevölkerung ihre Ideen eingebracht haben, wie das Wohngebiet in wenigen Jahren aussehen könnte oder sollte. Er verhehlt nicht seinen Stolz darauf, dass es gelungen ist, in dieser „Bürgerwerkstatt“ mit mehreren Arbeitsgruppen Fachleute zu versammeln, die in vielen Monaten intensiver Diskussion ein eigenes Konzept entwickelt haben, wie aus der „Schlafstadt“ ein „lebenswertes Veedel“ werden kann. 

Dazu gehört die Idee eines attraktiven neuen Dorfplatzes, der künftig den lebendigen Mittelpunkt des gewachsenen Wohngebietes bilden soll – als gelungene Verbindung des bisherigen Stadtteils mit dem Neubaugebiet. Von dieser mutigen Idee auch die Planer von Rondorf Nordwest zu überzeugen, ist eine seiner nächsten großen Aufgaben. „Wir sollten bei dieser Entscheidung aus den Erfahrungen und Fehlern anderer lernen. Nur wenn wir für diesen Dorfplatz den richtigen Standort wählen, kann er auch das neue Herz unseres Veedels werden. Der Platz muss deshalb mit einem publikumswirksamen Umfeld da entstehen, wo sich auch das Leben abspielt“, betont Berno Huber mit großem Nachdruck. Deshalb will er mit Unterstützung der Bürger für dieses Vorhaben mit Entschlossenheit kämpfen. „Mit unserem sehr ausgereiften Konzept können wir selbstbewusst und mit klaren Zielvorstellungen in alle Gespräche gehen, die sicher nicht immer einfach werden“.

Seine große Vision lautet: Wir sollten alle gemeinsam das neue geplante Wachstum mit mehr als 4.000 zusätzlichen Wohnungen konsequent nutzen, damit unser Veedel noch deutlich lebenswerter wird. Da gibt es viel zu tun, vor allem die mangelhafte Verkehrsentwicklung und die unzureichende Infrastruktur müssen energisch angepackt werden. Auf diesem Weg wollen wir die gesamte Bevölkerung mitnehmen!“. Fachleute nennen diese moderne Form der Bürgerbeteiligung bereits anerkennend „Das Rondorfer Modell“: Erst die Bürger fragen, dann gemeinsam planen ….

„Ich spüre in unserem Wohngebiet insgesamt schon eine gewisse Aufbruchsstimmung, das beflügelt uns“, konstatiert Berno Huber mit Freude. Er gehörte zu jenen, die schon sehr früh erkannt haben, dass das durchaus umstrittene Großprojekt Rondorf Nordwest nicht nur Risiken, sondern auch Chancen bietet. Genau die will er zielstrebig nutzen: Für eine deutlich verbesserte Verkehrssituation, neue Mobilitätskonzepte, mehr Schulen und Kindergärten, ein besseres Freizeit- und Sportangebot, größere Einkaufsmöglichkeiten und eben einen neuen Marktplatz als lebendigen Ortsmittelpunkt. 

Aber auch unabhängig davon ist seine Wunschliste groß: „Für unsere Jugendlichen brauchen wir einen eigenen Raum der Begegnung und Freizeitgestaltung. Aber auch unsere Vereine beklagen immer wieder heftig, dass es an einem Bürgerzentrum fehlt für Treffen und größere Veranstaltungen“, sagt der gelernte Kaufmann und Finanzexperte.

Um dies alles zu schaffen – genau hierfür braucht die Dorfgemeinschaft noch mehr Unterstützung durch aktive Mitglieder.

An einem zentralen Punkt lässt Berno Huber nicht locker: „Gebaut werden darf Rondorf Nordwest erst dann, wenn auch die Infrastruktur stimmt. Wir brauchen eine Planung aus einem Guss“, lautet sein beständiges Credo. Und auch dies vergisst er bei kaum einer Rede zu sagen: „Wir müssen darauf achten, dass die gewachsenen Strukturen, die den besonderen Charakter und Charme unseres Veedels ausmachen, nicht verloren gehen, wenn in den kommenden Jahren ein ganz neues Wohngebiet dazu kommt. Es muss gelingen, Altes und Neues gut miteinander zu verbinden“. Immerhin ist „Rumenthorp“, wie die Siedlung ursprünglich einmal hieß, ein gewachsener Ort mit großer Tradition – die ersten Bauern siedelten sich hier schon im 6. bis 8. Jahrhundert an.

Hinter verschlossenen Türen, wenn es um solche Zukunftsfragen geht, kann der stets joviale 1,92-Meter-Mann auch durchaus deutlich werden, wenn die Dinge nicht entschlossen genug vorangehen. Die freundlichen Augen blitzen dann auf einmal ziemlich herausfordernd. 

Gewählt wurde Berno Huber in die ehrenamtliche Aufgabe des Vorsitzenden der Dorfgemeinschaft Rondorf, Hochkirchen, Höningen im August 2015 als Nachfolger des 2016 verstorbenen Ehrenvorsitzenden Josef Peter Nägel, der Jahrzehnte mit großer Tatkraft diese lokale Interessensvertretung unterstützt und maßgeblich geprägt hat. Inzwischen hat ein neuer Abschnitt begonnen: Seit 18. Dezember 2017 ist die „Dorfgemeinschaft“ als Verein beim Amtsgericht Köln eingetragen. „Das hat viele Vorteile“, erklärt Berno Huber, „denn damit bieten wir künftig nicht nur unseren Mitgliedern eine bessere Möglichkeit zur Mitwirkung, sondern können uns noch breiter aufstellen und uns für die Interessen unserer Bürgerinnen und Bürger noch intensiver einsetzen“.

Und da gibt es für ihn, sein siebenköpfiges Vorstandsteam und die derzeit rund 130 Personen, die als Einzel- oder Familienmitglieder die Anliegen der Dorfgemeinschaft unterstützen, vieles zu tun. Der Katalog der Aufgaben ist jetzt schon eindrucksvoll lang. Berno Huber liegen nicht zuletzt die Interessen der älteren Mitbürger sehr am Herzen, zum Beispiel mehr seniorengerechte Wohnangebote. Sichere und saubere Wege, gepflegte Grünanlagen, die Unterstützung von Kultur und Sport sind weitere Arbeitsschwerpunkte. Um dies alles zu fördern, findet jedes Jahr im November eine Haussammlung statt. „Aber dies wird von Jahr zu Jahr schwieriger, weil sich die Wohn- und Lebensbedingungen im Laufe der Jahre geändert haben“, räumt Berno Huber ein. Doch damit die erfolgreiche Arbeit weiter fortgesetzt werden kann, ist die Dorfgemeinschaft mehr denn je auf großzügige Spenden angewiesen.

Bleibt dem leitenden Mitarbeiter im Finanzbereich eines Unternehmens für Netzwerktechnik neben diesen vielfältigen Aktivitäten noch Zeit für Hobbies? Er lacht: „Wenigstens gelingt es mir ab und zu, mich mit guten Freunden bei einem Glas Wein oder einem frischen Kölsch in meinem Lieblingslokal zu treffen“. Allerdings bleibt ihm für seine vielen anderen ehrenamtlichen Aufgaben zunehmend weniger Zeit. Berno Huber will sich, nachdem er Mitte Oktober wiedergewählt wurde, deshalb noch mehr auf die Arbeit in der Dorfgemeinschaft konzentrieren und andere Verpflichtungen dafür aufgeben. Denn oberster Lobbyist des Veedels mit seinen derzeit 10.000 Einwohnern zu sein, das ist fast schon ein Fulltime-Job.

Einmal im Monat, am ersten Mittwoch, trifft sich Berno Huber mit seinen Vorstandsmitgliedern der Dorfgemeinschaft, um über Themen und Strategien zu reden. „Ich freue mich sehr, dass sich zu unseren Meetings immer öfter auch Gäste anmelden, um mit uns spezielle Vorschläge oder Anliegen zu diskutieren. Dieser Austausch macht unsere gemeinsame Arbeit so lebendig“ betont er. 

Gibt es Dinge, die ihn richtig ärgern können? „Ja“, sagt er, „wenn wir immer wieder über die gleichen Anliegen verhandeln, dann erst Versprechungen bekommen, aber nichts passiert. Wie zum Beispiel der Spielplatz am Weißdornweg, auf den wir schon seit drei Jahren warten“. Und was wünscht sich Berno Huber am meisten für die Zukunft? „Es wäre phantastisch, wenn sich noch mehr Bürger mit ihren Erfahrungen und Kenntnissen als Mitglieder in unsere Arbeits- und Projektgruppen einbringen würden. Denn jeder, der bei uns mitmacht, erhöht unsere Durchschlagkraft. Das sollte einen Mitgliedsbeitrag von zwei Euro im Monat wert sein.“ Er zeigt sich auch hier optimistisch: „Wie schon gesagt: Heimatbewusstsein ist auf dem Vormarsch“. Sagt`s und braust fröhlich mit seinem roten BMW-Roller noch eine Runde um sein „Dorf“. Bis zu nächsten Ecke, wo ihn bestimmt wieder jemand anspricht…. So erreichen Sie Berno Huber: info@dorfgemeinschaft.koeln

Meine Straße: Dreikönigenstraße

Unser Kater braucht mehr Auslauf. Also eine neue Bleibe am Stadtrand von Köln suchen! Dem Tier zuliebe zog es Werner Jäger 1984 von Zollstock nach Rondorf in die Dreikönigenstraße. Als viel beschäftigter Dachdecker und Gutachter hat er zudem von oben einen ganz besonderen Überblick über das Alltagsgeschehen unten. Alles gut in seiner Lieblingsstraße? Immerhin, selbst der Fluglärm stört ihn kaum: „Wenn ich morgens den Gemüseflieger höre, weiß ich, dass ich bald aufstehen muss“. Und sonst?

Wir haben mit unseren Kindern und unserem Kater „Mohr“ in der Dreikönigenstraße bis 1987 erst zur Miete gewohnt. Dann konnten wir das Eckhaus Dreikönigenstr. 29b kaufen. Erste Erfahrung: Viel Bürgersteig, viel Unkraut zupfen, viel Schnee schippen. Das Markante an der Dreikönigenstraße ist der wuchtige Getreidespeicher (der ehemalige Kirchturm der katholischen Gemeinde Heilige Drei Könige, dem die Dreikönigenstraße ihren Namen verdankt), den ich Ende der 60er Jahre zum ersten Mal gesehen habe und ganz erstaunt war, dass es sich bei diesem Turm nicht um einen Getreidespeicher, sondern um einen Kirchturm handelte (das Kirchenschiff hinter dem Turm konnte ich von der Straße aus nicht sehen).

Als wir 1984 in die Dreikönigenstraße gezogen sind, waren große Bereiche der Straße noch Felder, wo heute Einfamilienhaus-Siedlungen stehen. Unser Sohn hat damals mit Freunden an einem der an die Felder grenzenden Häuser ein Kellerfenster eingeschmissen und wurde prompt erwischt. Erfreuliches Ergebnis: Zwischen der Besitzerin des Hauses und meiner Frau hat sich in der Folgezeit eine lange, durch unsere Hunde entstandene Freundschaft entwickelt. Es gab von der Hausbesitzerin seitdem jedes Jahr zum Geburtstag meiner Frau eine leckere Buttercremetorte. Wofür eingeworfene Scheiben nicht alles gut sind!

Ende der 80er Jahre habe ich, da ich ja sonst nichts Besonderes zu tun hatte (ironisch gemeint!) eine Pfadfindergruppe aufgemacht. Zuerst, zum Leidwesen meiner Frau, auf unserer Wohnzimmercouch, die mit der Zeit zu klein wurde. Auf der Suche nach einem Gruppenraum habe ich sowohl bei der katholischen als auch bei der evangelischen Kirchengemeinde angefragt und letztendlich in der evangelischen Gemeinde einen Raum gefunden.

Alleine aus unserer Straße hatte ich sieben Kinder in unserer Pfadfindergruppe und das Ganze hat sich im Laufe der Zeit zu einem Stamm mit allen drei Zügen gebildet: Wölflinge (6 – 12 Jahre), Jungpfadfinder (12 – 14 Jahre), Pfadfinder (14 – 18 Jahre) und Rover (ab 18). Wir hatten sogar eine lange Warteliste mit Anfragen. Als alles gut lief, habe ich mich zurückgezogen und die Leitung den jungen Leuten übergeben. Leider hatten diese es dann aber versäumt, für Führungsnachwuchs zu sorgen. Als die Gruppenleiter dann zum Studium auf diverse Unis gingen, ist diese ganze Pfadfindergeschichte leider wieder auseinandergefallen.

Straßen haben für mich schon von Berufs wegen immer etwas ganz Besonderes. Wenn ich zum Beispiel als Dachdecker im Rahmen von Wartungsarbeiten auf den Dächern der evangelischen Gemeinde in der Carl-Jatho-Straße zu tun habe, habe ich vom Kirchturm aus einen sehr guten Überblick über den südlichen Teil der U-förmig verlaufenden Dreikönigenstraße, die mittlerweile komplett zugebaut ist.

Wie war das zum Beispiel noch mit der alten Bäuerin, die im Bogen der Dreikönigenstraße in den 80er Jahren ein kleines Feld mit Gemüse bepflanzte, durch das auch Hühner liefen? Ich kann mich noch gut daran erinnern, dass sie, wenn sie das Feld bearbeitete, die getrocknete Katzen- und Hundesch… aufgenommen und einfach auf die Straße geworfen hat. Daran muss ich des Öfteren denken. Ich liebe es nämlich, die Hinterlassenschaften von Hunden anderer Leute vom Bürgersteig vor unserem Grundstück zu entfernen. (Ist ironisch gemeint, bitte nicht kommen und die Hunde extra vor unserem Haus ihr Geschäft machen lassen!)

In der Dreikönigenstraße gibt es auch Hunde. Kleine, mittlere, große und sehr große. Auch wir haben einen Hund, genannt Leo, einen Australien Shepherd. Es ist der fünfte Hund, der mit uns in der Dreikönigenstraße lebt und wie alle Hunde und Katzen vor ihm ein Familienmitglied ist. Denn damit sie mich nicht missverstehen: Ich liebe Hunde. Aber …

Im nach Norden weisenden Straßenbogen der Dreikönigenstraße befand sich lange Zeit der Parkplatz der ehemaligen Kneipe „Treffpunkt“, wo an Wochenenden im Saal öfter bei Discoveranstaltungen der Bär los war. Nachts zogen die jungen Leute laut redend und mit Bierflaschen bewaffnet durch unsere Straße. Heute ist der „Treffpunkt“ nur noch eine Bauruine.

Was einmal daraus wird?

Manchmal kurven bei uns abends Leute mit ihren Autos suchend durch die friedliche Dreikönigenstraße. Was suchen die? Sie suchen den Veranstaltungsort „Stollwerk“ in der Dreikönigenstraße im Severinsviertel und landen, weil sie die falsche Postleitzahl in ihr Navi eingegeben haben, bei uns in Rondorf. Wenn es dann schon kurz vor 20:00 Uhr ist, dann wird es bis zum Stollwerk, in dem die Veranstaltungen um 20:00 Uhr beginnen, sehr knapp!

Man kennt sich in der Dreikönigenstraße und man grüßt sich. Manchmal führen wir auch längere Gespräche über Gott und die Welt. Ich bin in Rondorf bekannt wie eine bunte Kuh, habe aber oft Schwierigkeiten, die Leute, die mich grüßen, einzuordnen. Entschuldigung! Ich bin froh, hier zu leben, ich lebe gerne hier und hoffe, dass ich das noch einige Jahre tun darf. „Inschallah“.

Zum Schluss meines Reports über meine Straße noch das: In Zollstock war es laut. In der Eifel, in der wir ein Ferienhaus haben und dort öfter an Wochenenden und Feiertagen weilen, ist es besonders an Wochenenden laut, da die jungen Leute mit ihren oft getunten Autos des nachts durch den Ort brettern. In Rondorf in der Dreikönigenstraße ist es dagegen am Wochenende richtig ruhig (Ausnahme siehe oben: frühere Discoveranstaltungen beim Treffpunkt). An den Fluglärm habe ich mich längst gewöhnt und er stört mich nicht mehr. Ich weiß, wenn ich morgens den Gemüseflieger höre, dass ich bald aufstehen muss. In der Eifel hingegen sind unsere Kinder und wir manchmal tagsüber fast von den Stühlen gekippt, wenn Tiefflieger das Unterfliegen von Radaranlagen im Kylltal übten. Man sah nur einen großen Schatten und erst dann kam das ohrenbetäubende Getöse des meist amerikanischen Kampfjets.

Ich wünsche uns allen ein friedliches und tolerantes Miteinander, damit unsere Welt besser wird.

Ihr Werner Jaeger aus der Dreikönigenstraße. 

In jeder Ausgabe des Newsletters SÜDBLICK stellt ein Bürger „seine“ Straße vor, in der er lebt. Wollen Sie uns auch Ihre Straße ganz persönlich zeigen? Vielleicht eine charmante Liebeserklärung – oder eher eine bittere „Abrechnung“? Alltagserlebnisse: Schön, skurril, traurig …. Was gefällt und was gefällt weniger an „Ihrer“ Straße? Was nervt dort richtig? Was klappt überhaupt nicht? Was schätzen Sie? Was vermissen Sie? Schreiben Sie an: newsletter@dorfgemeinschaft.koeln