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Mobilität von morgen

Wie stellen wir uns in unserem Wohngebiet ein modernes Zukunftskonzept vor für Radfahrer, Fußgänger, den öffentlichen Personennachverkehr, PKW-Besitzer? Wie sieht moderne Mobilität von morgen aus, die Wohnen, Verkehr, Umwelt miteinander verbindet?  Die Bürgerwerkstatt „Zukunft Rondorf“ hat zu diesem Thema bereits viele Ideen entwickelt. Diese Debatte geht jetzt weiter. Wie könnte zum Beispiel eine Mobilitätsstation am geplanten Quartiersplatz, dem neuen Ortszentrum aussehen?  Wie machen wir Radfahren attraktiver? Wie Angebote für E-Mobilität? Um solche Fragen geht es am Mittwoch, 20. März in einer Expertenrunde der Dorfgemeinschaft und  des SÜDBLICK.

Viele Bürger diskutieren bei uns derzeit intensiv die Vor- und Nachteile  von E-Autos. SÜDBLICK-Leser Uwe Schoop ist bereits auf ein E-Auto umgestiegen. Sein Fazit: Das ist die Zukunft! 

Er schreibt: Wir wohnen in Hochkirchen, also am Rand der Stadt. Wichtig ist  für uns ein Mobilitätsmix, bestehend aus Gehen, Radfahren, Stadtbus, Tram, Taxi, Bahn, Auto und Flugzeug. Gehen und Radfahren nutzt unserer Gesundheit und der Umwelt, Stadtbus und Tram bringen uns schnell ohne Parkplatzprobleme in die Stadt, Bahn und Flugzeug nehmen wir für Fernstrecken und internationale Ziele. Und dann sind da noch unsere zwei Autos, sie verschaffen uns die Freiheit, zu jeder Zeit überall zu sein.“

Es fällt uns schwer, diese Freiheit aufzugeben, obwohl wir wissen, dass wir mit unseren Autos gesundheitsschädliche Emissionen wie Kohlendioxid, Stickoxid, Feinstaub und Lärm produzieren. Warum also nicht wenigstens einen der Wagen durch ein vollelektrisches Fahrzeug, einen „Stromer“, ersetzen, und dann ohne Emissionen und ohne Motorgeräusche fahren?.

Wir entschieden uns schliesslich für den Renault ZOE, den derzeit meistverkaufte Stromer in Deutschland – so das Kraftfahrtbundesamt  im Juli 2018. Und der Umweltbonus beträgt bei Renault ansehnliche  5.000  Euro. Ein Stromer zahlt auf Jahre keine KfZ-Steuer. Und auch die Haftpflichtversicherung ist preiswerter. Als etwa beim Renault Clio. Wir testeten den ZOE, und zwar den kleinen mit einem 22 kWh-Akku und den großen mit einem 41 kWh-Akku. Einzige Unterschiede: die Reichweiten, die Ladezeiten und die Preise. Die Reichweite bei voller Akkuladung des Schwächeren beträgt rund 170 km, die des Stärkeren etwas über 300 km. Das an Bord befindliche Ladesystem passt sich an alle Ladeleistungen von  2,3 kW (= 10,5 Ampere) bis 22 kW (= 100 Ampere) an. Da eine normale 220 Volt-Schukodose in der Garage meist mit 16 Ampere abgesichert ist, kann hier mit 3,5 kW geladen werden, ohne dass die Sicherung  rausspringt oder die Leitung zu heiß wird.  Dann ist ein 22 kWh-Akku nach rund sechseinhalb Stunden wieder voll. Der große ZOE mit seinem  41 kWh-Akku braucht an der Schukodose dagegen mehr als zwölf  Stunden bis er wieder volle Leistung hat. Er müsste also  tagsüber  noch mal zwischengeladen werden, wenn man die vollen 300 km Laufleistung pro Ladung auskosten will. Doch die braucht man gar nicht, denn mehr  als 60 km pro Tag werden mit einem Zweitwagen kaum gefahren, wie Leasingfirmen ermittelten.  

Indes, eine externe Ladestation sollte schon in Reichweite sein. Man will sich ja sicher fühlen. Derzeit können  im Raum Köln E-Mobile an 120 öffentlich zugänglichen Ladepunkten Strom tanken. Im Jahr 2025 soll es im Raum Köln, laut lokalem und regionalem Stromversorger RheinEnergie,  bis zu 10.000 Ladepunkte unter dem Label „Tank E“ geben. Sie sollen dafür sorgen, dass Tonnen weniger Feinstaub, CO2 und NOx  in die Luft geblasen  werden. Betrieben werden die Ladestationen ausschließlich mit Ökostrom, der in Deutschland bereits einen Versorgungsgrad von 40 Prozent erreicht hat. Tendenz steigend.

Aber noch herrscht großer Mangel an öffentlichen Ladepunkten, vor allem bei uns am Stadtrand von Köln. Ich empfehle allen, die über eine Garage oder einen  Carport mit Stromanschluss verfügen, diese mit einer „Wallbox“ zu  versehen. Diese private Ladestation wird mit 400 Volt Drehstrom aus dem Hausanschluss gefüttert und leistet bis 22 kWh. Der kleine ZOE erreicht  dann in eineinhalb  Stunden wieder volle Leistung, der große ZOE in knapp drei Stunden. 

Zu den Kosten: Eine gute Wallbox mit 22 kWh Leistung ist bereits für 700 € zu bekommen. Hinzu kommt der Anschluss der Box an das 400 Volt-Netz des Hauses, das auch den Küchenherd und die Sauna speist. Das muss eine Fachkraft machen, die je nach Abstand zur Garage oder zum Carport ein paar weitere Hunderter verlangt. Meine Prognose: Die E-Mobilität ist die einzig vernünftige Weiterentwicklung unseres Verkehrs. 

Aber bekommen wir für unsere Akkus in den E-Autos künftig noch genug  Lithium und Kobalt?  Beide Metalle stecken in den kraftvollen kleinen Lithium-Ionen-Akkus, die unsere E-Mobile antreiben, sind aber nur begrenzt vorhanden. Können die Reichweiten pro Ladung verlängert und die Ladezeiten weiter verkürzt werden? Ich glaube, anstelle teurer und schwerer Akkus werden wir als nächste Stufe in der Autoevolution den Energieträger Wasserstoff nutzen. Er ist mit  Ökostrom preiswert herzustellen und wird in Flaschen verwahrt, die an Tankstellen ruckzuck gewechselt werden können. Durch die Reaktion von Wasserstoff mit Sauerstoff in einer Brennstoffzelle wird  im Auto dann jener  Strom erzeugt, der für den Antrieb genutzt wird. Das ist nicht nur meine Vision, sondern auch die der Autobranche. Mehr zu dem Thema im blog unter www.ucschoop.wordpress.com. 

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